23.04.2020
UNESCO-Welttag des Buches

Vorlesen verbindet und lässt Corona vergessen

Am Donnerstag, 23. April 2020, ist der UNESCO-Welttag des Buches. Lesen macht Spaß. Noch mehr Spaß kann das gemeinsame Lesen machen. Warum jetzt die richtige Zeit ist, sich wieder gegenseitig vorzulesen.
Vorlesen Gemeinsam lesen Symbol

Vorlesen - eine vergessene Kunst. Und wann wäre die Zeit besser als jetzt, eine solche Kunst wieder aufleben zu lassen? Das haben sich auch meine Freundin und ich gedacht. Wir lesen gemeinsam ein Buch. Mal lese ich vor, mal sie. Was es dazu braucht? Nur ein Buch.

Am Donnerstag, 23. April 2020, ist der UNESCO-Welttag des Buches und ich finde, dass das Vorlesen eine wunderbare Beschäftigung in Zeiten von Corona ist. Wie ich darauf komme und was das Schöne am gemeinsamen Lesen ist.

Gemeinsames Lesen verbindet

Ob vor dem Einschlafen, auf dem Sofa oder auf der Decke im Park – meine Freundin und ich können überall gemeinsam das Buch aufschlagen und uns gegenseitig vorlesen. Es ist unkompliziert, entspannend und unterhaltend. Der Stimme des anderen zu lauschen. Sich darauf zu konzentrieren und die Geschichte zu verinnerlichen.

Wir sind bereits beim zweiten Buch. Statt einfach den Fernseher anzumachen, lesen wir oft lieber noch ein Kapitel. Und auch nach der Corona-Krise werden wir uns gegenseitig vorlesen, da sind wir uns jetzt schon sicher.

Gemeinsames Lesen regt Diskussionen an

Denn das gemeinsame Lesen führt bei uns oft dazu, dass wir das Vorgelesene reflektieren. Wir sprechen über einzelne Szenen im Buch. Vielleicht als kleine Randnotiz: Wir lesen einen historischen Roman über einen Sklavenaufstand auf Saint-Dominique. Davor haben wir einen Roman über den Vesuv-Ausbruch von 79 nach Christus gelesen.

Und dadurch hat sich sogar schon ein Running-Gag ergeben. In beiden Büchern kommt immer wieder der Begriff "Kandelaber" vor. Ihr wisst auf Anhieb auch nicht, was das ist? Wir haben nachgeschaut. Dazu aber später mehr.

Gemeinsames Lesen lenkt von Corona ab

Nach einem stressigen Tag im Home-Office, wenn die Telefonkonferenz wieder wegen des schlechten Internets hakte oder der eine Kollege nicht erreichbar war, dann wollen wir nicht noch im Fernsehen ständig nur Corona sehen.

Stattdessen nehmen wir an einem schönen Tag unsere Decke mit, legen uns auf die Wiese oder an den Fluss und lesen uns vor.

Kein Corona. Kein Gedanke an Arbeit. Nur die Stimme des anderen. Probiert es doch einmal aus. Vorlesen geht auch über das Telefon, über Sprachnachrichten. Es gibt keine Grenzen. Außer vielleicht einen trocknen Mund.

Ach ja, Kandelaber. Das ist eigentlich nur ein mehrarmiger Kerzenständer. Für mich wird ein Kandelaber fortan immer eine Erinnerung an das gemeinsame Vorlesen sein. Eine schöne Erinnerung.

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Buchtipp

adamsreturn.at / Peter Fiala
Richard Rohr, 1943 in Kansas geboren, ist einer der bedeutendsten christlichen Mystiker und spirituellen Lehrer unserer Zeit. In "Was die Bibel uns zu sagen hat" legt der Franziskanerpater Rechenschaft ab über den eigenen Zugang zur Bibel, über seine "Hermeneutik". Ein lesenswerter und erhellender, ein inspirierter und inspirierender Text – wie alle Bücher Rohrs. Zu seinen Gaben gehört, komplex zu denken und verständlich zu sprechen.