22.08.2018
Ökumene

Ökumenischer Rat der Kirchen (ÖRK): Daten & Fakten

Was ist der ÖRK - und welche Aufgaben hat der Ökumenische Rat der Kirchen?
Ökumenische Rat der Kirchen
Ökumenische Rat der Kirchen - Logo zum 70-jährigen Bestehen

Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) feiert im Jahr 2018 sein 70-jähriges Bestehen. Der Rat wurde am 23. August 1948 in Amsterdam gegründet. Der Weltbund versteht sich als Gemeinschaft von Kirchen mit dem Ziel der "sichtbaren Einheit in dem einen Glauben und der einen eucharistischen Gemeinschaft".

Dem Weltkirchenrat gehören 350 protestantische, anglikanische, orthodoxe und altkatholische Kirchen sowie Freikirchen mit insgesamt rund 500 Millionen Christen an. Die römisch-katholische Kirche ist nicht Mitglied, arbeitet jedoch seit Ende der 1960er Jahre in wichtigen Gremien wie der "Kommission für Glauben und Kirchenverfassung" mit.

Arbeit des ÖRK

Höchstes Beschlussgremium des Dachverbandes ist die Vollversammlung. Sie findet etwa alle sieben Jahre statt. Weitere Leitungsgremien sind das Präsidium mit 20 Mitgliedern und der Zentralausschuss. Dieser kommt etwa alle zwölf bis 18 Monate zusammen und leitet den Weltkirchenrat zwischen den Vollversammlungen.

Bei den Versammlungen geht es vor allem um Begegnung: Hier soll miteinander nachgedacht, diskutiert, aber auch gemeinsam gehandelt werden.

Entstehung und Geschichte

Die historischen Wurzeln des Ökumenischen Rates der Kirchen finden sich in den Studenten- und Laienbewegungen des 19. Jahrhunderts. 1910 fand in Edinburgh eine Weltmissionskonferenz statt, 1920 gab es die Enzyklika des Patriarchats von Konstantinopel, in der die Schaffung eines "Kirchenbundes" nach dem Vorbild des Völkerbundes vorgeschlagen wurde.

1937-38 beschlossen dann führende kirchliche Persönlichkeiten, einen Ökumenischen Rat der Kirchen zu gründen. Die Umsetzung konnte dann aufgrund des Krieges dann allerdings zunächst nicht stattfinden.

Ab 1946 kam es zu zwei ökumenischen Pionierprojekten: die Kommission der Kirchen für internationale Angelegenheiten (CCIA) und das Ökumenische Institut in Bossey (Schweiz).  Nach Kriegsende ermutigte der Rat die Kirchen zum Ausbau der Entwicklungshilfe. Außerdem wurden Hilfsprogramme für die Unterstützung von Migranten und Flüchtlingen aufgesetzt.

Bei der ersten Vollversammlung im Jahr 1948 waren 147 Kirchen anwesend. Während der Rat in den ersten Jahren vor allem protestantisch geprägt war, hat sich das Profil in den letzten Jahrzehnten grundlegend gewandelt.

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