2.03.2020
Kunigundentag 2020

Bamberg feiert Bistumsheilige erstmals ökumenisch

Erstmals ist der Kunigundentag in Bamberg 2020 ökumenisch gefeiert worden. Zum Auftakt gab es einen Pontifikalgottesdienst im Bamberger Dom, im Rahmen dessen Erzbischof Ludwig Schick insbesondere die Arbeit der Frauen würdigte.
Bamberg
Blick vom Wasser auf das Alte Rathaus in Bamberg.

Kirchengrenzen übergreifend haben Frauen in Bamberg den Kunigundentag 2020 gefeiert. Das Fest fand aus Anlass des Festjahres "1.000 Jahre St. Stephan" erstmals ökumenisch statt. Zum Auftakt gab es am Samstag einen Pontifikalgottesdienst im Bamberger Dom. Dort würdigte Erzbischof Ludwig Schick alle Frauen, die sich in der Kirche engagieren, teilte das Erzbistum mit.

Schick sagte den Angaben zufolge weiter, die Kirche Jesu Christi sei die Gemeinschaft aller Getauften, dazu gehörten auch die Lutheraner, Reformierten und Orthodoxen. Er hob hervor, dass der Kunigundentag diesmal besonders im Zeichen der Ökumene stehe.

Kaiserin Kunigunde (um 980 bis 1033) ist sowohl die Bamberger Bistumsheilige als auch die Bauherrin der späteren Hauptkirche der evangelischen Christen in Bamberg, St. Stephan.

Die Gemahlin des letzten Ottonenkaisers Heinrich II. habe sich für die Gründung von Klöstern zur zivilen und religiösen Bildung, vor allem von Frauen, eingesetzt, erinnerte Schick.

Der Bamberger evangelische Dekan Hans-Martin Lechner sagte in seinem Grußwort, für eine gelingende Ökumene seien gerade die Gedanken und Sehnsüchte der Frauen besonders wichtig. Dafür gebe der Kunigundentag diesmal in besonderer Weise Raum und Zeit. Anschließend an den Gottesdienst gab es eine Agapefeier auf dem Domplatz, ehe die Festgemeinde zur Kirche St. Stephan wechselte und sich dort zu Kunigunden-Forum und -Feier traf.

Sprachfähigkeit zu gewinnen ist größte Herausforderung

In ihrem Festvortrag bezeichnete es die evangelische Kirchenhistorikerin und Selbitzer Ordensschwester Nicole Grochowina als eine der aktuell größte Herausforderungen für Christinnen und Christen, neue Sprachfähigkeit zu gewinnen.

In einer von vielfältigen Ängsten geprägten gesellschaftlichen Situation müsse christliche Hoffnung deutlich ausgesprochen werden, "und zwar in einer Sprache, die sowohl von den Glaubenden als auch von denen verstanden wird, denen die Rede von Gott unbekannt oder egal ist", sagte Grochowina laut Redemanuskript. Deutlich warnte sie vor den Folgen einer von Angst durchsättigten "Sprache der Ausgrenzung", die auch in eine mörderische Tat führen könne.

Kunigundentag als besonderer Höhepunkt

Im Festreigen des Stephanskirchen-Jubiläumsjahres sei der ökumenische Kunigundentag 2020 ein besonderer Höhepunkt, teilte das ökumenische "Team Kunigunde" mit. Der Tag sei dazu gedacht, dass sich Frauen aller Konfessionen auf gemeinsame Wurzeln besinnen, sich gegenseitig stärken und inspirieren.

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