28.09.2020
Fahrräder der Nürnberger VAG

VAG-Räder in Nürnberg: Eine Erfolgsgeschichte auf zwei Rädern

Für viele Nürnberger ist das VAG-Rad das ideale Transportmittel für die letzte Meile zwischen Haltestelle und Haustür. Touristen nutzen die Fahrräder, die seit Mai 2019 von der Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg an rund 30 Standorten in der Stadt bereitgestellt wurden, aber auch für Städtetouren. VAG-Sprecherin Stefanie Dürrbeck erklärt, warum die zweirädrige Erweiterung des Angebots der Verkehrsgesellschaft für sie eine Erfolgsgeschichte ist.
Mit dem VAG-Rad an der Ehrenhalle in Nürnberg: Eine der beiden Fahrradtouren für Touristen führt über das ehemalige Reichsparteitagsgelände.

Frau Dürrbeck, wie viele VAG-Räder sind derzeit im Einsatz?

Stefanie Dürrbeck: Aktuell sind es 1500 Räder, bis Mai waren es 500. Anfang Juni haben wir 1000 neue Räder in Betrieb genommen und damit unsere Flotte auf einen Schlag verdreifacht. Die Zahlen sprechen für sich. Seit Juni 2019 haben sich über 25.000 Menschen für VAG-Rad registriert und insgesamt 200.000 Fahrten unternommen. Dabei werden rund 50 Prozent der Fahrten von VAG-Abo-Kunden durchgeführt.

Ein Drittel der registrierten Kunden hat mehr als zehnmal ein Rad ausgeliehen, zehn Prozent der Kunden bereits häufiger als 50 Mal. Der Kunde mit den meisten Ausleihen bringt es auf über 1000 Ausleihen im ersten Jahr.

Welche guten oder schlechten Erfahrungen haben Sie seit der Einführung des VAG-Rads gemacht?

Stefanie Dürrbeck: Eigentlich nur gute. Wir stellen fest, dass – bis auf sehr wenige Ausnahmen – unsere Kunden sehr pfleglich und sorgsam mit den Rädern umgehen. Hier hat es sich bewährt, durchwegs hochwertige Räder zu beschaffen, die die Menschen gerne – und dann eben auch mehrfach – benutzen. Für uns ist das Leihfahrrad eine optimale Ergänzung zu unseren Bussen und Bahnen. Quasi unser viertes Verkehrsmittel.

Auch die Kombination aus einer Flexzone im Zentrum, in der man die Leihräder an beliebigen öffentlich einsehbaren Stellen abstellen darf, so lange diese nicht den Verkehr behindern, und festen Stationen in den Randbereichen hat sich bewährt. Daher wurde im Juni nicht nur die Größe der Flexzone in etwa verdreifacht und auf das gesamte Gebiet innerhalb des Rings ausgeweitet, sondern es wurden im April auch zehn neue feste Stationen in Betrieb genommen.

So können ganz neue Stadtteile für das Fahrradverleihsystem erschlossen werden. Die Stationen befinden sich jeweils im direkten Umfeld von VAG-Haltestellen, damit die Vernetzung und Kombination mit Bussen und Bahnen möglichst reibungslos funktionieren kann.

Derzeit sind die "Altstadtrunde" sowie "Rund um den Dutzendteich" als besondere Touren ausgewiesen. Wie wurden diese Touren bisher angenommen und wollen Sie solche Empfehlungen noch ausbauen?

Stefanie Dürrbeck: Das Feedback der Nutzer zu den Touren ist durchweg positiv. Genaue Zahlen können wir aber nicht nennen. Wir werten das nicht extra für uns aus. Außerdem werden die Touren wohl auch von Menschen mit dem eigenen Fahrrad nachgefahren – da haben wir dann sowieso keinen Einblick. Aktuell gibt es im Tourenportal die beiden vorgeschlagenen Touren.

Wir planen hier noch mehr zu machen. Mit den neuen Rädern, der erweiterten Flexzone und den neuen Stationen haben wir hier mehr Möglichkeiten für Anfangs- und Schlusspunkte. Allerdings haben wir aber keinen zeitlichen Horizont dafür.

Wie lange ist ein VAG-Rad durchschnittlich im Dienst?

Stefanie Dürrbeck: Wenn Sie damit meinen, wie lang ein Rad durchschnittlich eingesetzt wird, bevor es aussortiert wird – dazu können wir noch nichts sagen. Noch sind die Räder alle im Einsatz. Hier wird sich erst in den nächsten Jahren zeigen, wie viele Kilometer und Jahre ein Fahrrad auf dem Buckel hat, bevor es "in den Ruhestand" geht.

Allerdings gehen wir von längeren Einsatzzeiten aus. Zum einen, weil wir hochwertige und robuste Räder im Einsatz haben. Zum anderen, weil die Räder von den vier festen Mitarbeitern der Werkstatt gut gewartet und in Schuss gehalten werden.

Wie soll das Angebot künftig ausgeweitet werden?

Stefanie Dürrbeck: Da das System erst im April und Juni stark erweitert wurde, ist das aktuell der Status quo. Die aktuelle Erweiterung war mit einer Verdreifachung der Flotte und einer flächenmäßigen Verdreifachung der Flexzone enorm.

Hier wollen und müssen wir erst einmal sehen, wie sich das System unter diesen Umständen entwickelt, wie die Zahlen sind. Außerdem, welche Rückmeldungen von unseren Kunden kommen, wo es noch Bedarfe gäbe. Diese Rückmeldungen waren uns immer wichtig und bleiben es auch – denn es bringt ja nichts, das System am Bedarf vorbei zu planen.

 

INFO: Und so funktioniert das Ausleihen: Zuerst muss man die VAG-Rad-App auf sein Smartphone laden und sich registrieren. Dann sucht man sich an einer der Ausleihstationen ein Fahrrad aus und scannt mit der Handykamera des Smartphones einen QR-Code oder gibt die Nummer ein. Am Hinterrad öffnet sich dann ein Rahmenschloss, die Fahrt kann beginnen. Will man an einer Station verweilen und das Fahrrad zwischendurch abstellen, kann man in der App einen Parkmodus anwählen. Zurückgegeben kann das Rad an jeder öffentlichen Straße innerhalb der Flexzone oder einer offiziellen Station werden (Karte in der App oder auf www.vagrad.de). Das Rahmenschloss muss betätigt werden, dann erkennt die App, dass das Fahrrad abgestellt und die Ausleihe beendet wurde. Eine Minute kostet 5 Cent, für 24 Stunden wird eine Leihgebühr von 10 Euro fällig, die dann von der bei der Registrierung angegebenen Bankverbindung abgebucht werden.

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