11.02.2019
Frieden & Gerechtigkeit

Friedenskonferenz diskutiert über Terrorangst und gewaltfreies Handeln

FriKo contra SiKo: Wenn am 15. Februar Staatschefs wie Angela Merkel und Emmanuel Macron zur Münchner Sicherheitskonferenz im Bayerischen Hof antreten, lädt die Friedensbewegung zu ihrer Gegenkonferenz. Unter ihrem seit 2003 gültigen Motto "Frieden und Gerechtigkeit gestalten - nein zum Krieg" sprechen in diesem Jahr prominente Redner wie der frühere Datenschutzbeauftragte Peter Schaar und die bayerische Grünen-Gründerin Ruth Pauli.
Peace

Die Münchner Friedenskonferenz lädt vom 15. bis 17. Februar zu Vorträgen über Friedensstrategien für Afrika sowie zum Verhältnis von EU, USA und Russland ein. Als prominenter Redner wird der frühere Bundesbeauftragte für Datenschutz, Peter Schaar, erwartet. Er spricht am Freitagabend im Alten Rathaus über seine Recherchen zu seinem Buch "Trügerische Sicherheit: Terrorangst und Demokratie". Die Friedenskonferenz findet seit 2003 zeitgleich zur Münchner Sicherheitskonferenz im Bayerischen Hof statt. Das Motto des Trägerkreises, zu dem u.a. die katholische Friedensbewegung "Pax Christi" und der Kreisjugendring München zählen, lautet "Frieden und Gerechtigkeit gestalten – Nein zum Krieg".

Ein Schwerpunkt der Friedenskonferenz 2019 beschäftigt sich mit Afrika. Ruth Paulig, Mitbegründerin der Grünen Partei in Bayern, stellt ihren Verein "Promoting Africa" vor. Nahe Nairobi betreibt er eine Berufsschule, an der Jugendliche im dualen System beispielsweise zu Schreinern, Schneidern oder Elektrikern ausgebildet werden. Benedikt Habermann spricht über sein Fair-Fashion-Modelabel Khala vor, dessen Stücke in Malawi gefertigt werden. Die Friedensfachkraft Maria Biedrawa berichtet über ihre Einsätze in der Zentralafrikanischen Republik, über deutsche Interessen in Afrika und die Frage, wie man in bewaffneten Konflikten gewaltfrei handeln kann.

Die Friedenskonferenz endet am Sonntag um 11.30 Uhr mit einem interreligiösen Gebet im Pfarrsaal von St. Anna, bei dem laut Programm Christen, Muslime, Juden, Bahaí und Buddhisten gemeinsam für den Frieden beten.

Münchner Friedenskonferenz

Die Münchner Friedenskonferenz beginnt am Freitag, 15.2., um 19 Uhr im Alten Rathaus. Neben dem ehemaligen Datenschutzbeauftragte Peter Schaar sprechen die Journalistin Karin Leukerfeld über Syrien und Erhard Crome vom Welttrend-Institut in Potsdam über die EU, USA und Russland. Der Eintritt zu diesem Abend kostet 10 Euro.

Am Samstag, 16.2., legt die Friedenskonferenz einen Schwerpunkt auf Afrika. Nach dem Gesprächsforum von 10 bis 12 Uhr schildern am Abend Referentinnen ihre Sicht auf den afrikanischen Kontinent. Zeit: 19 bis 21 Uhr, Ort: DGB-Haus, Schwanthalerstr. 64.

Das Friedensgebet am Sonntag, 17.2., findet im Pfarrsaal von St. Anna, St. Anna Straße 19, statt.

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Friedensdiakonin Maria Biedrawa
"Gewaltfrei handeln" ist ein tolles Schlagwort. Aber wie geht das, erst recht mitten in einem kriegerischen Konflikt? Maria Biedrawa reist jedes Jahr nach Afrika, um Friedensprozesse mitzugestalten. Überall trifft sie auf Menschen, die Frieden stiften möchten - und dafür oft angefeindet und verfolgt werden. Gegen aufkommende Mutlosigkeit zitiert sie Mahatma Ghandi: "Frieden ist nicht das Ziel, sondern der Weg."