11. Juni 2021
Seenotrettung

Heinrich Bedford-Strohm zu Seenotrettung: "Jeder kann etwas tun"

Die Geflüchteten im Mittelmeer nicht vergessen: Dazu hat der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, bei einer Preisverleihung in Hamburg aufgerufen. Er forderte eine sofortige humanitäre Lösung.
Heinrich Bedford-Strohm

Mit deutlichen Worten hat der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, am Donnerstagabend in Hamburg zum Einsatz für die Seenotrettung im Mittelmeer aufgerufen. "Jeder kann etwas tun, auch kleine Aktionen helfen", sagte der bayerische Landesbischof in der Flussschifferkirche im Hafen.

Bedford-Strohm fordert eine sofortige humanitäre Lösung im Mittelmeer

Das Thema der geflüchteten Menschen, die im Mittelmeer ertrinken, müsse noch sichtbarer werden. Gemeinsam mit Michael Schwickart, Vorstand des Bündnisses "United4Rescue", warb er auf einer Veranstaltung der Kreativbranche.

Bedford-Strohm forderte eine sofortige humanitäre Lösung: "Es geht hier um Menschen." Die Pandemie habe Europa gezeigt, "dass massive Krisen nur zu bewältigen sind, wenn Mitgefühl, Solidarität, kurz: Menschlichkeit mobilisiert werden kann", sagte er. Das müsse nun auch bei der Seenotrettung und Aufnahme der Geretteten in Europa möglich werden.

Rettungsschiff "Sea-Eye 4" wurde im Hafen von Palermo festgesetzt 

"Wir dürfen uns nicht entmutigen lassen, sondern müssen unsere Wut in Energie umwandeln", sagte Schwickart und bezog sich auf die Festsetzung der "Sea-Eye 4" in der vergangenen Woche.

Das Rettungsschiff war im Hafen von Palermo auf Sizilien festgesetzt worden. Es ist neben der "Sea-Watch 4" das zweite Bündnisschiff von United4Rescue. Die "Sea-Eye 4" war seit Mai auf ihrem ersten Einsatz und hat nach Angaben der Organisation Sea-Eye bisher 408 Menschen aus Seenot gerettet.

"ADC-Kreativaward" geht an Kampagne "Drowned Requiem"

Anlass war die Verleihung des "ADC-Kreativawards" an die Agentur Philipp und Keuntje für die Kampagne "Drowned Requiem", die sie zur Spendensammlung für United4Rescue entwickelt hatte.

Agenturchef Bernhard Fischer-Appelt widmete Bedford-Strohm die Auszeichnung und überreichte ihm die Urkunde auf der Flussschifferkirche. 

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Hintergründe zum Fal

Autor
In diesem Beitrag geht es nicht um die Frage, ob ein Christ Menschen ertrinken lassen kann. Es geht um einen Pfarrer, der mit seinem "Ja" einen Beitrag zu einer Debatte leisten wollte. In einem kircheninternen Blatt wählte er als Überschrift eines Leserbriefs provokant "Ein Christ kann ertrinken lassen" – und erlitt von Amts wegen Schiffbruch. Dieser Fall ging bundesweit durch die Medien und wirft die Frage auf, wie es um die Debattenkultur in der evangelischen Kirche bestellt ist.

Kommentar

Bedford-Strohm
Was genau der Nürnberger Pfarrer Matthias Dreher da eigentlich geschrieben hatte? Nur wenigsten machten sich die Mühe, es selbst zu lesen. Gleichwohl wurde der Fall des Pfarrers, der über einen Leserbrief zum Thema Seenotrettung stolperte, weit über die Kirchen hinaus in ganz Deutschland wahrgenommen. Der Vorgang hat den Blick auf die innerkirchliche Diskurskultur gerichtet.

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