13.11.2020
Seenotrettung im Mittelmeer

Bedford-Strohm fordert: Italien soll "Sea-Watch 4" freigeben

Das Seenotrettungsschiff "Sea-Watch 4" ist ausgelaufen. Der Sonntagsblatt-Newsticker zur Mission - mit aktuellen Hinweisen und Meldungen.
Sea-Watch 4
Die Sea-Watch 4 von UnitedforRescue am Hafen.

Bedford-Strohm: Italien soll "Sea-Watch 4" freigeben

Freitag, 13. November, 09.43 Uhr: Nach den jüngsten tödlichen Bootsunglücken auf dem Mittelmeer dringt der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, erneut auf die Freigabe des Rettungsschiffs "Sea-Watch 4" durch die italienischen Behörden.

Derzeit sei die spanische "Open Arms" das einzig zivile Rettungsschiff auf dem Mittelmeer, schrieb Bedford-Strohm am Donnerstagabend bei Facebook. Es seien vor allem rechtliche Fragen, die eine zweite Mission der "Sea-Watch 4" bisher verhindert hätten. "Dass sie bisher mehr Gewicht eingeräumt bekommen als die humanitäre Dringlichkeit, bedauere ich", schrieb der bayerische Landesbischof.

Unterstützt vom kirchlich initiierten Bündnis "United4Rescue" hatte die "Sea-Watch 4" bei ihrer ersten Mission rund 350 Menschen aus Seenot gerettet. Am 20. September wurde das Schiff von italienischen Behörden in Palermo festgesetzt, was mit Sicherheitsmängeln begründet wurde. Die Organisation Sea-Watch hält die Gründe für vorgeschoben.

Bedford-Strohm verwies auf die jüngsten Bootsunglücke vor der libyschen Küste, bei dem unter anderem ein sechs Monate altes Baby ums Leben gekommen ist. "Dem himmelschreienden Leid und sinnlosen Sterben im Mittelmeer muss endlich ein Ende bereitet werden", forderte er nach einer Videokonferenz mit der italienischen Transportministerin Paola de Micheli und dem Chef der italienischen Küstenwache, Giovanni Pettorino. 

Organisation der "Seawatch 4": "Sea Eye" zeigt AfD-Politiker an

Montag, 2. November, 10.45 Uhr: Die Seenotrettungsorganisation "Sea Eye" hat Anzeige gegen den Berliner AfD-Politiker Georg Pazderski gestellt. Man habe Pazderski "wegen aller in Frage kommenden Straftaten" angezeigt, teilte der Regensburger Verein am Samstagabend mit.

Pazderski hatte am Samstag in einem Facebook-Post geschrieben, dass der Attentäter von Nizza auf dem von "Sea Eye" eingesetzten Rettungsschiff "Alan Kurdi" nach Europa gelangt sei. Alles deute darauf hin, dass der Islamist seine Anwesenheit in Europa deutschen Seenotrettern verdanke, schreibt Pazderski."Er war nicht an Bord der 'Alan Kurdi'", erklärte die Organisation "Sey Eye". Pazderski verbreite die Unwahrheit, um die Trauer und Betroffenheit der Menschen zu missbrauchen und sie gegen Seenotretter aufzuhetzen", kritisierte der "Sea Eye"-Vorsitzende Gorden Isler.

Seit Pazderskis Facebook-Post erreichten "Sea Eye" verstärkt Anschuldigungen, Beleidigungen und schwere Vorwürfe. "Hier versucht ein Rechtspopulist auf schändlichste Weise das Leid der Opfer und deren Angehörige sowie die Betroffenheit der Menschen für seine eigene politische Agenda auszunutzen."

Diese Attacke müsse Konsequenzen haben, forderte Isler."Sea Eye" habe seit dem Jahr 2015 mehr als 15.000 Menschenleben gerettet. Die Organisation stehe für das Leben, die Menschenrechte und ziviles Engagement, betonte Isler. "Wir waren alle schrecklich entsetzt über diesen Terroranschlag und verurteilen ihn aufs Schärfste. Wir nehmen Anteil an der tiefen Trauer der Angehörigen und stehen an der Seite aller Menschen, die sich gegen Gewalt und Terror stellen."

In Nizza hatte am Donnerstag bei einem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag ein Mann drei Menschen in und nahe der Basilika Notre-Dame mit einem Messer getötet. Unter den Opfern waren der Küster der Kirche sowie zwei Frauen. Der mutmaßliche Attentäter soll laut Ermittlern ein 21-jähriger Tunesier sein, der nur wenige Tage vor dem Anschlag über Italien nach Frankreich gekommen sein soll.

Frauenhilfe und Kirchenkreis fordern freie Fahrt für "Sea-Watch 4"

16.02 Uhr: Die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen kritisiert das anhaltende Auslaufverbot für das kirchliche Seenotrettungsschiff "Sea-Watch 4" im Hafen von Palermo. Damit kriminalisiere die italienische Regierung nicht nur die Retter an Bord, sondern auch die über 600 zivilgesellschaftlichen Partner des Unterstützerbündnisses "United4Rescue", erklärte die Vorsitzende des Frauenverbandes, Angelika Waldheuer, am Donnerstag in Soest. "Gemeinsam fordern wir die italienischen Behörden auf, die 'Sea-Watch 4' umgehend freizulassen und das Ende der Kriminalisierung der zivilen Seenotrettung."

Der Evangelische Kirchenkreis Tecklenburg Lengerich hatte zuvor von der Bundesregierung gefordert, sich bei den italienischen Behörden für die "Sea-Watch 4"-Besatzung einzusetzen. Das Schiff solle seine Rettungstätigkeit im Mittelmeer fortsetzen, sagte Superintendent André Ost. Es entspreche der christlichen Grundhaltung, sich für Menschen in Not einzusetzen, betonte er: "Die Flüchtlinge im Mittelmeer setzen ihr Leben aufs Spiel, um aus existentieller Not gerettet zu werden. Es kann nicht sein, dass ihnen niemand hilft."

Die privaten Seenotretter befinden sich erneut im Konflikt mit den italienischen Behörden. Die "Sea-Watch 4" wurde in der Nacht zum Sonntag in der sizilianischen Hafenstadt Palermo festgesetzt, nachdem sie mehr als 350 Menschen aus Seenot gerettet hatte. Die italienische Küstenwache gibt demnach Sicherheitsmängel als Grund für das Auslaufverbot aus dem Hafen von Palermo an.

Das Rettungsschiff ist seit Mitte August im Mittelmeer im Einsatz. Es wurde aus überwiegend kirchlichen Spenden finanziert - größtenteils gehen sie auf das zivile Bündnis "United4Rescue" zurück, das auf Initiative der evangelischen Kirche gegründet wurde. Mehr als 600 Mitglieder hat das Bündnis mittlerweile, die westfälische Frauenhilfe schloss sich bereits im Dezember 2019 an. Die Synode des Kirchenkreises Tecklenburg hatte Anfang September den Beitritt zu "United4Rescue" beschlossen.

Italienische Küstenwache verteidigt Festsetzung der "Sea-Watch 4"

Donnerstag, 24. September, 09.34 Uhr: Die italienische Küstenwache hat die Festsetzung des Rettungsschiffes "Sea-Watch 4" im Hafen von Palermo verteidigt. Nachdem die Betreiber des Schiffs die Begründung der italienischen Behörden als fadenscheinig zurückgewiesen hatten, betonte die Küstenwache, Kontrollen hätten zahlreiche teils gravierende Sicherheitsmängel ergeben.

Anstatt der maximal zugelassenen 30 hätten sich nach den Rettungseinsätzen zeitweise rund 350 Menschen an Bord der "Sea-Watch 4" aufgehalten. Zudem seien die Rettungswesten nicht zertifiziert und die Notbeleuchtung für Rettungseinsätze defekt gewesen, erklärte die Küstenwache. Darüber hinaus verstießen an Deck installierte Toiletten mit Außenabfluss gegen Umweltbestimmungen. EU-Vorgaben zufolge müsse jedes ausländische Schiff einmal im Jahr einer solchen Kontrolle unterzogen werden.

Überdies sei die "Sea-Watch 4" nicht für ihre Tätigkeit als Rettungsschiff zugelassen. Im Unterschied zu anderen Schiffen, die auf ihren regulären Fahrten in Notfällen Hilfe leisteten, müssten Schiffe bei systematischem Einsatz für Seenotrettungen vom Flaggenstaat dafür zugelassen sein. Die "Sea-Watch 4" fährt unter deutscher Flagge. Das ehemalige Forschungsschiff wird von der Rettungsorganisation Sea-Watch und "Ärzte ohne Grenzen betrieben und wurde vom Bündnis "United4Rescue" finanziert, das von der EKD initiiert wurde.

Gottesdienst auf Landesgartenschau unterstützt "Sea-Watch 4"

Mittwoch, 23. September, 09.08 Uhr: Ein Bläsergottesdienst auf der Landesgartenschau in Kamp-Lintfort hat eine Kollekte in Höhe von 535 Euro für das kirchliche Seenotrettungsschiff "Sea-Watch 4" erbracht. Wie der Evangelische Kirchenkreis Moers mitteilte, wurde der Solidaritätsgottesdienst gemeinsam von Friedemann Schmidt-Eggert, Landesobmann des Posaunenwerkes der Evangelischen Kirche im Rheinland, und Superintendent Wolfram Syben gestaltet.

75 Bläser spielten unter der Leitung von Landesposaunenwart Jörg Häussler, die mit dem Protest- und Friedenslied "We shall overcome" einen Solidaritätsgruß an die Besatzung der "Sea-Watch 4" im Mittelmeer sandten, wie es hieß. "Wir danken Ihnen für alle Kraft und Liebe, die Sie aufbringen, um trotz aller Behinderungen und Belastungen das zu tun, was zu tun ist: Menschen in Lebensgefahr beizustehen, ohne Wenn und Aber", sagte Superintendent Syben. "Solch ein unbedingter Einsatz für den Nächsten, der sich in Not befindet, gehört zum Herzstück unserer jüdisch-christlichen Tradition und unseres Glaubensverständnisses."

Ratsvorsitzender Bedford-Strohm verurteilt Festsetzung der "Sea-Watch 4"

Dienstag, 22. September, 08.37 Uhr: Die Empörung über die Festsetzung des kirchlichen Seenotrettungsschiffs "Sea-Watch 4" wächst. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, nannte die Festsetzung einen "unverantwortlichen Akt der Willkür". "Wer Seenotrettung behindert, nimmt billigend in Kauf, dass Menschen ertrinken", sagte Bedford-Strohm am Montag. Unter dem Vorwand der Schiffssicherheit solle ganz offensichtlich die Rettung von Menschen aus Seenot verhindert werden. Unterdessen wurde der "Alan Kurdi" mit 133 Geretteten an Bord weiterhin kein Hafen zugewiesen, sie lag am Montag nach wie vor vor der Insel Lampedusa

Der EU-Grünen-Politiker Sven Giegold sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd) auf Anfrage, es sei nicht verwunderlich, dass es der "Sea-Watch 4" nun ebenso ergehe wie anderen zivilen Seenotrettungsschiffen. Er nannte die Gründe für die Festsetzung "zynisch". Die italienischen Behörden hatten unter anderem bemängelt, dass es zu viele Rettungswesten an Bord gegeben habe. Giegold gehört zu den Initiatoren der Resolution "Wir schicken ein Schiff", die im vergangenen Jahr auf dem Kirchentag in Dortmund verabschiedet worden war

Bedford-Strohm, der auch bayerischer Landesbischof ist, forderte die deutsche Regierung zum Handeln auf. Man müsse die deutsche Präsidentschaft im Rat der 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union nutzen, damit eine staatlich organisierte Seenotrettungsmission im Mittelmeer eingesetzt werde. "Die jetzige Politik kostet Menschenleben", sagte er.

Die Nichtregierungsorganisation "Ärzte ohne Grenzen", die zusammen mit Sea-Watch die "Sea-Watch 4" betreibt, forderte mit Blick auf den angekündigten neuen EU-Migrationspakt eine klare Kurskorrektur. "Die Vorgänge auf dem Mittelmeer und auf den griechischen Inseln machen überdeutlich: Die bisherige Strategie ist nicht nur moralisch grundfalsch, sie funktioniert auch nicht. Es wäre der helle Wahnsinn, einfach mit den gleichen Maßnahmen weiter zu machen und ein anderes Resultat zu erwarten", sagte der Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen Deutschland, Christian Katzer

Das deutsche Schiff "Alan Kurdi" mit 133 Geretteten an Bord, darunter gut die Hälfte Kinder und Jugendliche, war am Montag weiter auf der Suche nach einem sicheren Hafen. Obwohl das Schiff vor der Küste von Lampedusa liegt, habe Italien sich für nicht zuständig erklärt und die Koordinierung der Rettung verweigert, sagte Gorden Isler von der Hilfsorganisation Sea-Eye dem epd. Die italienischen Behörden verwiesen laut Isler auf die Zuständigkeit des deutschen Flaggenstaates. Bislang sei die Lage an Bord ruhig, hieß es. 

"Sea-Watch 4" in Palermo festgesetzt

Montag, 21. September, 10.25 Uhr: Die italienischen Behörden haben das deutsche Seenotrettungsschiff "Sea-Watch 4" in Palermo festgesetzt. Zur Begründung seien angebliche Sicherheitsmängel genannt worden, erklärte Sea-Watch in der Nacht zum Sonntag auf Twitter: "Elf Stunden lang suchten die Inspektoren nach der Nadel im Heuhaufen - und fanden einmal mehr absurde Gründe, um uns festzusetzen. Mit dieser willkürlichen Blockade setzt die @guardiacostiera bewusst Menschenleben aufs Spiel!" Derweil rettete das ebenfalls deutsche Schiff "Alan Kurdi" am Samstag 133 Menschen in Seenot.

Die "Sea-Watch 4" war im August zu ihrem ersten Einsatz im Mittelmeer aufgebrochen und hatte mehr als 350 Menschen gerettet. Die Flüchtlinge hatten Anfang September - nach tagelangem Warten auf einen sicheren Hafen - das Schiff verlassen dürfen, die Crew blieb in zweiwöchiger Quarantäne vor Palermo an Bord.

Die "fadenscheinigen Begründungen" bei der Kontrolle hätten erneut gezeigt, dass es sich nicht um eine Überprüfung der Schiffssicherheit handele, sondern um ein Verhindern ziviler Seenotrettung im zentralen Mittelmeer, erklärte Sea-Watch gemeinsam dem Partner "Ärzte ohne Grenzen", der an Bord medizinische Hilfe leistete, und dem Unterstützerbündnis "United4Rescue". Der Hauptvorwurf der italienischen Inspekteure laute, die Rettung von Menschenleben entspreche nicht der Registrierung des Schiffes. Die "Sea-Watch 4" habe zu viele Rettungswesten an Bord und das Abwassersystem sei nicht für die Anzahl der geretteten Personen ausgelegt.

"Dass Seenotrettung als akute Nothilfe für alle Schiffe verpflichtend ist, wird außer Acht gelassen", protestierten die Betreiber. Das Schiff erfülle alle Sicherheitsvorgaben des deutschen Flaggenstaates, wie die deutschen Behörden erst im Juli bestätigt hätten. Die "Sea-Watch 4" sei nun bereits das fünfte zivile Rettungsschiff, das binnen fünf Monaten von Italien an der Rückkehr in den Einsatz gehindert worden sei. "Diese Inspektionen sind politisch motiviert und dienen allein dem Zweck, Rettungsoperationen zu verhindern." Auch die "Sea-Watch 3" der Hilfsorganisation war in diesem Jahr in Italien festgesetzt worden.

Mit der "Sea-Watch 4" kriminalisiere die italienische Regierung nicht nur die Retter, sondern auch die über 600 Partner, die das Bündnis zur zivilen Seenotrettung unterstützen, erklärte Sandra Bils von "United4Rescue". Die "Sea-Watch 4", ein ehemaliges Forschungsschiff, wurde von dem maßgeblich von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) initiierten Bündnis finanziert. Der Vorsitzende der Kammer für Migration in Integration der EKD, Manfred Rekowski, nannte die Festsetzung ein "humanitäres Armutszeugnis". Das widerspreche den Werten, für die die EU einst den Friedensnobelpreis bekommen habe.

Die "Alan Kurdi" der Regensburger Hilfsorganisation Sea-Eye nahm unterdessen in drei Rettungsaktionen 133 Menschen auf. Keine Behörde habe zunächst auf Anfragen des Kapitäns reagiert, erklärte Sea-Eye am Sonntag. Sea-Eye-Vorsitzender Gorden Isler sagte: "Für die Flüchtlinge im Mittelmeer fühlt sich niemand mehr zuständig. Sie werden den Libyern oder dem Meer ausgeliefert." Es war der erste Einsatz der "Alan Kurdi" nach vier Monaten Pause, nachdem auch dieses Schiff von den italienischen Behörden wegen angeblich technischer Mängel festgesetzt worden war.

353 Gerettete können von Bord der "Sea-Watch 4"

Donnerstag, 3. September, 10.54 Uhr: Die Erleichterung ist groß an Bord der "Sea-Watch 4": Am Mittwoch erreichten Crew und 353 Geflüchtete den Hafen der italienischen Stadt Palermo. Das bestätigte ein Sprecher der zivilen Seenotrettungsorganisation Sea-Watch dem Evangelischen Pressedienst (epd). Direkt nach der Ankunft in Palermo begann das Umsteigen auf ein Quarantäneschiff, das die italienischen Behörden bereitgestellt haben. Die italienische Küstenwache begleitete das Manöver, bei dem die "Sea-Watch 4" an das größere Quarantäneschiff andockte und die Geretteten über eine behelfsmäßige Brücke das Deck verlassen konnten.

Einsatzleiter Philipp Hahn sagte dem epd an Bord der "Sea-Watch 4", die Besatzung sei froh, dass die Geretteten im sicheren Hafen angekommen seien. "Wir sind auch deshalb froh, weil wir wissen, dass zur selben Zeit noch 27 Menschen auf dem Tanker 'Etienne' ausharren", sagte er. Das Schiff hatte die Flüchtlinge am 4. August aus Seenot gerettet und wartet seitdem auf einen Hafen.

Der Grünen-EU-Politiker Sven Giegold nannte die Rettung der 353 Menschen "ein großartiges Ergebnis nach nur wenigen Tagen im Einsatz für das 'Kirchenschiff'". Zwei Wochen lang sollen die Geretteten an Bord des Quarantäne-Schiffs bleiben, bevor sie an Land dürfen. Es brauche nun schnelle Zusagen aus Deutschland und anderen EU-Mitgliedsländern, die Geretteten nach ihrer Quarantäne in Italien aufzunehmen. Italien dürfe mit den geretteten Flüchtlingen nicht alleingelassen werden, erklärte er. Giegold hatte im vergangenen Jahr auf dem Kirchentag in Dortmund die Resolution "Wir schicken ein Schiff" initiiert, die letztlich zur Anschaffung der "Sea-Watch 4" aus überwiegend kirchlichen Spenden führte. 

"Sea-Watch 4" soll in Palermo einlaufen dürfen

Dienstag, 1. September, 15.27 Uhr: Das zivile Seenotrettungsschiff "Sea-Watch 4" erhält einen sicheren Hafen in der sizilianischen Stadt Palermo. Ein Sprecher von Sea-Watch bestätigte dies am Dienstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die über 350 Geretteten an Bord sollen demnach am Mittwoch auf ein Quarantäneschiff im Hafen von Palermo umsteigen, auf dem sie zwei Wochen verbringen müssen. Die "Sea-Watch 4" befindet sich schon auf dem Weg nach Sizilien, am Mittwochmorgen soll sie den Angaben zufolge Palermo erreichen.

Wegen starken Seegangs muss das Schiff mit geringer Geschwindigkeit fahren, damit die Menschen auf den Decks nicht gefährdet werden. Die Crew sei am Rande ihrer Kräfte, sagte Chris Grodotzki von Sea-Watch an Bord der "Sea-Watch 4". Es sei ein "Unding", dass die "Sea-Watch 4" so lange auf die Zuweisung eines sicheren Hafens habe warten müssen. Nach internationalem Seerecht müsse ein sicherer Hafen unmittelbar nach der Rettungsaktion genannt werden.

Vor elf Tagen hatte die "Sea-Watch 4" die ersten Menschen aus Seenot im zentralen Mittelmeer gerettet. Am Wochenende war das Schiff der "Louise Michel" zur Hilfe gekommen, die manövrierunfähig vor der libyschen Küste trieb mit rund 200 Menschen an Bord. Die "Louise Michel" wird vom Street-Art-Künstler Banksy unterstützt.

"Sea-Watch 4" übernimmt 150 Menschen von der "Louise Michel"

Montag, 31. August, 08.42 Uhr: Der Hilferuf des Seenotrettungsschiffs "Louise Michel" im Mittelmeer wurde erhört: Nachdem die italienische Küstenwache am Samstagabend 49 Menschen von dem Rettungsschiff übernahm, wechselten später rund 150 weitere Gerettete auf die "Sea-Watch 4". "Wir haben nun rund 350 Personen an Bord, die so schnell wie möglich in einem sicheren Hafen an Land gelassen werden müssen", twitterte Sea-Watch. Das überwiegend aus kirchlichen Spenden finanzierte Rettungsschiff ist seit Mitte August auf seiner ersten Rettungsmission im Mittelmeer unterwegs. Zum Unterstützerbündnis gehören auch die rheinische, westfälische und lippische Landeskirche sowie einzelne Kirchengemeinden.

UN-Organisationen forderten am Samstag eine sichere Ausschiffung aller auf dem Mittelmeer festsitzenden Flüchtlinge und Migranten. Anrainerstaaten müssten ihre Häfen öffnen und die Menschen an Land gehen lassen, verlangten das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) und die Internationale Organisation für Migration (IOM) in Genf. Der humanitäre Imperativ, Leben zu retten, dürfe nicht bestraft werden, hielten die Hilfswerke fest. Das UNHCR und die IOM nannten die "Sea-Watch 4", die "Louise Michel" sowie den Tanker "Maersk Etienne", auf dem sich 27 Hilfsbedürftige befänden, darunter Kinder und eine schwangere Frau. Die Menschen harrten seit dem 5. August auf dem Tanker aus, hieß es. Zum Schutz vor der Corona-Pandemie hatten Anrainerstaaten des Mittelmeers die ohnehin restriktive Flüchtlings- und Migrationspolitik weiter verschärft. Häfen wurden selbst für Seenotrettungsschiffe gesperrt.

Hannah Wallace Bowman, Sprecherin von "Ärzte ohne Grenzen" und auf der "Sea-Watch 4" im Einsatz, sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd), Besatzung und Überlebende an Bord des Schiffes seien völlig erschöpft. "Ärzte ohne Grenzen" und Sea-Watch leisteten Nothilfe, wenn Staaten dies nicht tun. "Jetzt sind wir auf See gestrandet. Wir werden dafür bestraft, dass wir die Lücke gefüllt haben, welche die EU-Regierungen an der tödlichsten Seegrenze der Welt hinterlassen haben."

 

Sea-Watch-Sprecher Chris Gordotzki sagte dem epd, zwei Crew-Mitglieder der "Louise Michel" seien auf die "Sea-Watch 4" gewechselt und würden dort aushelfen. Zum Schutz vor Corona seien die Menschen von der "Louise Michel" auf einem separaten Deck untergebracht. Inzwischen verfüge das Schiff nicht mehr über ausreichend Kleidung für die geretteten Menschen. Die zehn Besatzungsmitglieder der "Louise Michel" kümmerten sich nach mehreren Rettungsaktionen vorübergehend um mehr als 200 Menschen, auch ein Toter wurde geborgen. Das Schiff war nach eigenen Angaben manövrierunfähig und setzte einen Hilferuf ab, der zunächst verhallte. Die italienische Küstenwache übernahm nach Angaben von Sea-Watch schließlich vor allem Frauen und Familien mit Kindern.

Die "Louise Michel" wird von dem britischen Street-Art-Künstler Banksy unterstützt. Er kaufte das frühere Schiff der französischen Marine für die Seenotrettung im Mittelmeer und bemalte es. Kapitänin der "Louise Michel" ist Pia Klemp, die auch schon für Sea-Watch im Einsatz war. Banksy veröffentlichte am Samstag auf Instagram ein kurzes Video, in dem er die Situation der Flüchtlinge auf dem Mittelmeer anprangert. "Wie die meisten Leute, die es in der Kunstwelt geschafft haben, habe ich eine Yacht gekauft, um auf dem Mittelmeer herumzufahren", heißt es im Untertitel. Das Schiff sei in ein Rettungsboot umgebaut worden, weil die EU-Behörden die Notrufe von "Nicht-Europäern" vorsätzlich ignorierten.

Künstler Banksy sponsert weiteres Seenotrettungsschiff

Freitag, 28. August, 11.56 Uhr: Wie die Hilfsorganisatino Sea-Watch am per Twitter mitteilte, ist der "Sea-Watch 4" kürzlich ein pinkfarben bemaltes Seenotrettungsschiff auf dem Mittelmeer begegnet, das von dem international bekannten Künstler Banksy gesponsert wurde. "ALLEZ! Ein von #Banksy gesponsertes und bemaltes Schiff, eine erfahrene SAR-Crew aus ganz Europa – die @MVLouiseMichel sicherte bereits zwei Einsätze der #SeaWatch4 ab und hat nun selbst 89 Menschen gerettet", twitterte das Team zu einem Foto des Schiffs. Und schob noch hinterher: "Wir freuen uns über die pinke Verstärkung!"

Das pinke Seenotrettungsschiff "Louise Michel"
Das von Künstler Banksy gesponserte Seenotrettungsschiff "Louise Michel".

Malta erteilt "Sea-Watch 4" Absage für sicheren Hafen

28. August, 08.52 Uhr: Mehr als 200 Flüchtlinge haben am Donnerstagnachmittag an Bord zweier Schiffe auf dem zentralen Mittelmeer weiter auf die Einfahrt in einen sicheren Hafen gewartet. Der Tanker "Etienne" mit 27 und das Seenotrettungsschiff "Sea-Watch 4" mit 201 Geretteten an Bord haben bislang keinen Hafen zugewiesen bekommen. Wie die Organisation Sea-Watch am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst (epd) mitteilte, hat Malta das Gesuch abgelehnt. Von den italienischen Behörden liege weiterhin keine Antwort vor. "Die geretteten Menschen auf der 'Etienne' und der 'Sea-Watch 4' haben das Recht auf einen sicheren Hafen, und sie brauchen ihn jetzt!", sagte der Einsatzleiter auf "Sea-Watch 4", Philipp Hahn.

Die "Sea-Watch 4" hatte am Donnerstagmittag den Tanker "Etienne", der seit drei Wochen vor Malta vor Anker liegt, passiert und eine Solidaritätsnote per Funk an den Kapitän übermittelt. Die EU müsse ihre Verantwortung annehmen und einen planbaren, verlässlichen Mechanismus für die Ausschiffung ermöglichen, sagte Michael Schwickart, Vorstand des Bündnisses "United4Rescue", das im Januar den Kauf der "Sea-Watch 4" mit überwiegend kirchlichen Spendengeldern ermöglicht hatte.

"Sea-Watch 4" rettet weitere 100 Menschen aus Seenot

15.10 Uhr: Das zivile Seenotrettungsschiff "Sea-Watch 4" rettete am Montag erneut rund 100 Menschen vor der libyschen Küste aus Seenot. Wie die Organisation Sea-Watch mitteilte, führte die Besatzung des Schiffs in den frühen Morgenstunden die dritte Rettungsoperation innerhalb von 48 Stunden aus und hat inzwischen mehr als 200 Menschen an Bord. Die Crew der "Sea-Watch 4" hatte in der Morgendämmerung mit der Evakuierung der Menschen begonnen. Alle seien nun sicher an Bord, hieß es.

"Dass wir in weniger als 48 Stunden zwei weitere Boote aus Seenot retten konnten, zeigt erneut die Notwendigkeit ziviler Seenotrettung vor Ort", sagte Einsatzleiter Philipp Hahn.

Das Schlauchboot mit etwa 100 Menschen an Bord trieb rund 50 Seemeilen vor der libyschen Küste und hatte in der Nacht einen Notruf abgesetzt. Zunächst hatte ein Öltanker das Boot lokalisiert. Ein kleineres Schiff brachte Rettungswesten zu den Geflüchteten und beobachtete die Lage bis zum Eintreffen der "Sea-Watch 4".

Die meisten der geretteten Personen seien schwach und desorientiert, hätten stark nach Benzin gerochen und Symptome einer Kraftstoffinhalation gezeigt. Über 90 Personen benötigten nach Angaben von Sea-Watch Notduschen, da sie in Kontakt mit dem Treibstoff des Bootes gekommen waren, der schädliche Dämpfe erzeugt und in Verbindung mit Salzwasser stark ätzend ist. Zudem seien die Geretteten seekrank und dehydriert.

Die "Sea-Watch 4" hat nach Angaben einer Sprecherin sowohl Italien als auch Malta über die Seenotrettungsfälle informiert und um die Zuweisung eines sicheren Hafens gebeten.

Notwendigkeit kirchlichen Engagements bei der Seenotrettung

Montag, 24. August, 11.17 Uhr: Nach dem ersten Rettungseinsatz der "Sea-Watch 4" hat der bayerische evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, die Notwendigkeit kirchlichen Engagements bei der Seenotrettung bekräftigt. Die Rettung von rund 100 Menschen am vergangenen Wochenende habe "in trauriger Weise" gezeigt, dass die Mission des überwiegend aus kirchlichen Mitteln finanzierten Schiffs nötig sei, sagte Bedford-Strohm am Montag im Sender Bayern2.

Natürlich wäre die Seenotrettung eigentlich eine staatliche Aufgabe, erläuterte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Doch die Staaten Europas schauten zu. "Und deswegen ist es natürlich Aufgabe der Kirche, sich vom Leid der Menschen anrühren zu lassen. Man kann nicht beten und das Leid des Nächsten übersehen."

Bedford-Strohm sagte, er gehe davon aus, dass die von der "Sea-Watch 4" geretteten Flüchtlinge rasch einen europäischen Hafen zugewiesen bekommen und auf mehrere Länder verteilt werden. Von der Bundesregierung erwarte er, "dass sie sich dafür einsetzt, dass wenn Menschen da gerettet worden sind, es nicht wieder ein wochenlanges Geschacher gibt." Die Kriminalisierung der zivilen Seenotretter müsse aufhören, denn das seien die "die einzigen, die überhaupt noch Menschenleben dort retten".

Ausdrücklich lobte der Ratsvorsitzende die Bemühungen von Bundesinnenminister Hors Seehofer (CSU), einen europäischen Verteilmechanismus für Bootsflüchtlinge zu vereinbaren. Wenn Europa seine christliche Grundorientierungen ernst nehme, müsse es jetzt handeln.

Sea-Watch-4: Weitere 97 Personen aus Seenot gerettet

Sonntag, 23. August 2020, 15.29 Uhr. Das deutsche Rettungsschiff "Sea-Watch 4" hat am Sonntag vor der libyschen Küste 97 Menschen aus Seenot gerettet. Die Menschen waren nach Angaben der Organisation in internationalen Gewässern auf einem überfüllten und seeuntauglichen Schlauchboot in Gefahr geraten. Unter den 97 Geretteten waren 28 unbegleitete Minderjährige und neun Kinder, sieben davon offenbar unter fünf Jahren alt.

Die Rettungsaktion fand den Angaben zufolge am frühen Sonntagmorgen rund 31 Seemeilen vor der libyschen Küste statt. Die Überlebenden seien von Ärzten untersucht worden. Die "Sea-Watch 4" setzte danach den Angaben zufolge ihre Patrouille im Rettungsgebiet fort.

An Bord des auf eine kirchliche Initiative zurückgehenden Rettungsschiffs befinden sich damit inzwischen 104 aus Seenot gerettete Migranten. Am Samstag hatte das Schiff sieben weitere Passagiere von einem kleineren Schiff übernommen, das die in Seenot geratenen Menschen zunächst aufgenommen hatte.

Sea Watch 4: Sieben Personen gerettet

Samstag, 22. August 2020, 11.26 Uhr: Das Rettungsschiff Sea-Watch-4 hat sieben Personen vor der libyschen Grenze gerettet. Das meldete die Crew von Sea-Watch über Twitter am Sonntag. Das Boot mit den Geflüchteten sei zunächst von dem Schiff Louise Michel gesichtet worden, dessen Crew die Situation "stabilisiert" habe. Anschließend sei die Sea Watch gerufen worden.

Rettungsschiff Sea-Watch-4: Einsatz vor der lybischen Küste

Samstag, 22. August 2020, 13.06 Uhr: Das deutsche Rettungsschiff "Sea-Watch 4" kreuzt seit Freitag vor der libyschen Küste, um Flüchtlingen und Migranten in Seenot zu helfen. "In alle Richtungen schauen wir mit unseren Ferngläsern", sagte Einsatzleiter Philipp Hahn an Bord dem Evangelischen Pressedienst (epd). Zudem sei man im Kontakt mit Behörden, der sich allerdings schwierig gestalte.

Am frühen Freitagmorgen habe die Crew über eine private Notfall-Hotline Hinweise auf zwei mögliche Seenotfälle südlich von Lampedusa bekommen, aber nur ein verlassenes, halb zerstörtes Schlauchboot mit Müll und Rettungswesten entdeckt. Man hoffe, dass die Menschen gerettet wurden, denn die italienische Küstenwache habe Migranten von zwei Booten nach Lampedusa gebracht. Doch das sei ungewiss.

"Wir wissen nicht, was mit den Leuten passiert ist", sagte Sea-Watch-Sprecher Chris Gordotzki.

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte in Berlin, Deutschland sei grundsätzlich immer bereit, im europäischen Kontext zu helfen und aus Seenot gerettete Migranten auch aufzunehmen. Das betreffe auch Menschen, die von dem neuen Schiff gerettet werden.

Regierungssprecher Steffen Seibert bezeichnete die Rettung von Menschen in Seenot als "edles Ziel". Die Grundhaltung der Bundesregierung sei, dass es aber besser wäre, kriminelle Schlepper würden Menschen gar nicht erst in Seenot bringen. Daher verfolge die Bundesregierung die Politik, Ursachen und Strukturen des Menschenhandels in den Blick zu nehmen. Deutschland bemühe sich deswegen um die Stabilisierung von und um Vereinbarungen mit Staaten.

Die "Sea-Watch 4" patrouilliert etwa 30 Seemeilen nördlich der Küste in der libyschen Such- und Rettungszone. Das Schiff wurde überwiegend aus kirchlichen Spenden finanziert. Anfang der Woche waren vor der Küste Libyens mindestens 45 Menschen gestorben. Es handelt sich um das schlimmste Unglück mit Bootsflüchtlingen, das in diesem Jahr bislang bekannt wurde.

Sea-Watch 4: Seenotrettungsschiff startet zum ersten Rettungseinsatz

Sonntag, 16. August, 11 Uhr: Das überwiegend aus kirchlichen Spenden finanzierte Seenotrettungsschiff "Sea-Watch 4" ist zu seinem ersten Rettungseinsatz aufgebrochen. Das Schiff, das von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) unterstützt wird, soll im zentralen Mittelmeer Flüchtlinge aus Seenot retten.

Die erste Mission hatte sich wegen der Corona-Pandemie verzögert. Ursprünglich sollte das Schiff im April auslaufen. Bislang lag es im spanischen Hafen Burriana vor Anker, von wo es am Samstag in Richtung zentrales Mittelmeer losgefahren ist.

Das ehemalige Forschungsschiff wurde vom Bündnis "United4Rescue" finanziert, das von der EKD initiiert wurde. Die Idee eines kirchlichen Seenotrettungsschiffs im Mittelmeer geht auf den evangelischen Kirchentag in Dortmund 2019 zurück.

Im Januar ersteigerte das Bündnis das Schiff für 1,3 Millionen Euro, darunter 1,1 Millionen Euro Spendengelder des Bündnisses, dem mittlerweile über 550 Organisationen und Unternehmen angehören. Auch die rheinische, westfälische und lippische Landeskirche sowie einzelne Kirchengemeinden und Privatpersonen unterstützen das Bündnis. Im Februar wurde die "Sea-Watch 4" getauft und an die Seenotrettungsorganisation Sea-Watch übergeben, die das Schiff im Auftrag des Bündnisses betreibt.

ShareFacebookTwitterShare

Kommentare

Von Dieter Wolff am Freitag, November 20, 2020 - 12:43

Ich finde es absolut nicht richtig, dass sich die EKD in Sachen des Staates einmischt. Die Flüchtlinge werden schon gerettet bevor sie überhaupt in Seenot sind und dann werden sie dem deutschen Staat serviert, der dann für die Gesamtkosten aufkommt. Wenn sich dann auch die Kirche um die Kosten der Flüchtlinge kümmern würde, dann fände ich alles okay.

Neuen Kommentar schreiben

Weitere Artikel zum Thema:

Kommentar

Auch die Regensburger Hilfsorganisation "Sea Eye" rettete in Seenot geratene Flüchtlinge im Mittelmeer.
Autor
Die Idee, ein eigenes Rettungsschiff zu entsenden, wird innerhalb der evangelischen Kirche seit dem Kirchentag im Juni in Dortmund diskutiert. Eine Resolution der dortigen Teilnehmer hatte die EKD aufgefordert, mit einer eigenen Rettungsmission ein Zeichen zu setzen. Doch ist dies der richtige Weg oder könnte das Geld auf andere Weise effektiver für die Flüchtlinge eingesetzt werden? Ein Kommentar von Timo Lechner.

Nach Resolution des Kirchentags

Auch die Regensburger Hilfsorganisation "Sea Eye" rettete in Seenot geratene Flüchtlinge im Mittelmeer.
Das Vorgehen gegen die "Sea-Watch 3" sei ein moralischer Skandal, beklagt der EKD-Ratschef Heinrich Bedford-Strohm. Auf dem traditionellen Johannisempfang der Evangelischen Kirche in Deutschland fordert er einen offenen Heimatbegriff, der nicht "nur bis zum Gartenzaun des Nachbarn" reicht. Außerdem erklärt er, wie es mit der Forderung nach einem eigenen Rettungsschiff der EKD im Mittelmeer weitergeht.