Evangelische Kirchen in Bayern
Spitalkirchen waren im Mittelalter häufig kleine Begleiter von großen Einrichtungen wie Krankenhäusern oder wohltätigen Stiftungen. Heute sind oft nur noch die Kirchen übrig – und in Betrieb. Wir haben zusammengefasst, was sie heute auszeichnet.
Spitalkirche Bayreuth
Die Spitalkirche in Bayreuth.

Geschichte der Spitalkirchen

Sehr viele Spitalkirchen stammen aus dem Mittelalter, man kann ihnen ihre gotische Substanz heute noch ansehen. Sie entstanden vor dem Schisma und weisen noch keine konfessionellen Eigenheiten auf. Die meisten Spitalkirchen gibt es in Süddeutschland.

Zum Verständnis: Als "Hospital" bezeichnete man im Mittelalter nicht nur Krankenhäuser, sondern vor allem Heime – meist für Alte, Arme oder Pilger. Das lateinische Wort "hospes" bedeutet Gast. Häufig taucht zudem der Begriff Bürgerspital auf. Die dazugehörige Stiftung richtete sich ausschließlich an Menschen mit Bürgerrecht in der jeweiligen Kommune. Andere Bewohner*innen mussten auf die Hilfe kirchlicher Einrichtungen hoffen. Im Mittelalter war das Spitalwesen weit verbreitet. Den Hospitalbetreibern war es sehr wichtig,  Kirchen für ihre Einrichtung zu stiften. Unterstützung gab es sogar vom Papst persönlich: 1312 wurde es weltlichen Gründern gestattet, Spitalkirchen zu errichten.

Nicht jede Spitalkirche, die es heute gibt, war von Anfang an geplant. Viele wurden erst nach und nach den jeweiligen Einrichtungen angefügt. Ein großer Vorteil der Spitalskirchen war, das die Bewohner*innen der Einrichtung nur einen kleinen Aufwand hatten, um die Kirchen zu besuchen. 

Charakteristika von Spitalkirchen

Ein Charakteristikum der Spitalkirche kann also der direkte Zugang vom Bewohnertrakt ins Mittelschiff sein. Oft sind die Emporen der Kirchen auffällig lang. Somit konnten viele Menschen gleichzeitig an einem Gottesdienst teilnehmen. Auch die Emporen sind oft direkt mit den Wohneinheiten verbunden. 

Spitalkirche zählen zu den Funktionskirchen.  Heute sind allerdings von den Spitälern oft nur noch die Kirchen erhalten. Die Spitalkirchen gehörten direkt zu den jeweiligen Einrichtungen, mussten sich die finanziellen Mittel, für die Instandhaltung aber meist alleine erwirtschaften. Oft wurden dafür landwirtschaftliche Arbeiten genutzt. Aus diesem Grund waren beispielsweise Ställe oft direkt an die kirchlichen Bauteile angeschlossen. 

Verbreitung vor allem im ländlichen Raum 

Die meisten Spitalkirchen gibt es im ländlichen Raum. In Unter- und Mittelfranken gibt es rund ein Dutzend Spitalkirchen.

Evangelische Kirchen in Bayern

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Evangelische Dekanate in Bayern

Im evangelischen Bayern gibt es insgesamt 66 Dekanatsbezirke. Sie umfassen insgesamt 1538 Kirchengemeinden. Die Dekanate oder Dekanatsbezirke organisieren das kirchliche Leben in einer Region. Die Dekanatsbezirke sind wiederum in sechs Kirchenkreisen zusammengefasst. In unserem Dossier stellen wir alle evangelischen Dekanate in Bayern vor.

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