17.03.2019
Kirche & Fundraising

Starkoch Heinz Winkler: 5-Sterne-Dinner für Notfallseelsorge

Mit einem Benefiz-Dinner im Fünf-Sterne-Gourmettempel in Aschau unterstützen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und Starkoch Heinz Winkler die Arbeit der Ökumenischen Notfallseelsorge Rosenheim. Veranstalter ist die Stiftung "Kirchen(T)räume" des Dekanats Rosenheim.
Notfallseelsorge
Wenn die Polizei eine Todesnachricht überbringen muss, ist die Notfallseelsorge dabei. Ihre Einsätze im Landkreis Rosenheim nehmen stetig zu.

Die rund 20 Helfer der ökumenischen Notfallseelsorge Rosenheim werden immer dann gerufen, wenn Menschen in seelische Extremsituationen geraten: etwa bei einem Wohnhausbrand, nach Unfällen oder tragischen Todesfällen im häuslichen Bereich. Sie helfen Betroffenen und Angehörigen als professionell ausgebildete Begleiter bei der ersten Bewältigung psychischer Traumata.

Angesichts wachsender Einsatzzahlen, organisatorischer Aufgaben und von Großereignissen wie dem Zugunglück in Bad Aibling finden die seelsorgerlich geschulten Nothelfer jetzt prominente Unterstützung.

Sternekoch Heinz Winkler.
Sternekoch Heinz Winkler kocht für die Gäste des Benefiz-Abends.

Die Stiftung "Kirchen(T)räume" in Rosenheim hat Starkoch Heinz Winkler gewonnen, ein Benefiz-Dinner in seiner Fünf-Sterne-Residenz in Aschau im Chiemgau auszurichten. Ergänzend zu einem Vier-Gänge-Menü und dem Künstlerprogramm mit klassischem Gesang setzt Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm der Veranstaltung mit einem Kurzvortrag über "Gesellschaftliche Verantwortung und Engagement" ein Glanzlicht auf.

Sternekoch Winkler: "Unterstütze Notfallseelsorge gern"

Die Stiftung Kirchen(T)räume hat die 1995 entstandene ökumenische Notfallseelsorge in Rosenheim für drei Jahre zum Förderprojekt erklärt und sucht dafür Partner und Unterstützer. "Die Helfer sind Pfarrer, Diakone und kirchennahe Laien aus der Gemeindearbeit, die alle eine bundesweit einheitliche Zusatzausbildung in psychosozialer Notfallversorgung für Betroffene absolviert haben", erklärt Helmut Franke, Öffentlichkeitsreferent im Dekanat Rosenheim und zugleich Geschäftsführer der Kirchenstiftung.

Dank guter Beziehungen nach Aschau kam der Kontakt zu Starkoch Heinz Winkler zustande, der sagt: "Ich halte die ökumenische Notfallseelsorge für eine wichtige Einrichtung und unterstütze sie deshalb auch gern."

 

Großeinsatz mit Notfallseelsorge
Nach Großeinsätzen wie Wohnhausbränden oder Zugunglücken benötigen die Notfallseelsorger eine gute Betreuung, um das Erlebte zu verarbeiten.

Die über den Landkreis verteilten evangelischen und katholischen Notfallhelfer arbeiten eng mit dem Kriseninterventionsdienst des Roten Kreuzes zusammen (KID). Dieser deckt etwa 20 Prozent der Bereitschaftszeiten im Jahr ab.

Die restliche Zeit sind die ökumenischen Notfallseelsorgenden in Stadt und Landkreis Rosenheim rund um die Uhr in Einsatzbereitschaft. Sie wurden im letzten Jahr 134 Mal von der Rettungsleitstelle zum Einsatz gerufen. Tendenz: steigend.

Halbe Pfarrer-Stelle für die Notfallseelsorge

Organisation, Weiterbildung sowie psychische Nachbetreuung der Seelsorgenden, die technische Ausstattung und die Auslagenerstattung der Einsatzkräfte müssen finanziert werden. Rein ehrenamtlich ist das neben dem normalen Pfarrdienst nicht mehr zu stemmen.

Vor zwei Jahren wurde deshalb beim Dekanat Rosenheim die Stelle von Pfarrer Peter Peischl eingerichtet. Er ist je zur Hälfte im Gemeindedienst in Wasserburg und für die Notfallseelsorge tätig. 25 Prozent der Kosten müssen aus nichtkirchlichen Mitteln finanziert werden – durch den Charity-Abend in Aschau hofft man auf einen warmen Geld­regen.
 

Notfallseelsorger Peter Peischl
Pfarrer Peter Peischl ist seit 1994 als Notfallseelsorger im Einsatz.

Peischl ist seit 1994 im Einsatz als Seelsorger in Notfällen. Er erinnert sich an einen Wohnhausbrand mit mehreren toten Kindern oder an die Totenwache beim Unfall einer dreiköpfigen Familie, die unter einen Lkw geraten war. "Das waren harte Situationen, besonders, wenn man selbst vier Kinder hat", sagt Peischl.

Bei den Notfalleinsätzen sei man zwar nur drei bis vier Stunden pro Fall im Einsatz, "aber wir wissen als Pfarrer um die Folgegeschichten und können die Betroffenen deshalb als Seelsorger gut abholen".

Notfallseelsorge vernetzen

Wichtig sei, sich ganz auf die Situation und das Gegenüber einzustellen. "Wir versuchen, die Besonderheiten dieser traumatischen Situation deutlich zu machen, Ressourcen für persönliche Begleiter in der Trauer zu erschließen, Trost zu geben und Wege aufzuzeigen, wie es weitergehen kann."

Wichtig sei auch eine gute Vernetzung mit anderen Diensten, zum Beispiel Schulpsychologen. Bei manchem Zugunfall sind unter den Augenzeugen auch Schulkinder. "Da gibt es noch einiges zu tun", sagt Peischl.

Veranstaltungs-Tipp

Benefiz-Dinner für die Notfallseelsorge

Karten für das Benefiz-Dinner mit Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm am Donnerstag, 11. April, um 19 Uhr in der Residenz Winkler in Aschau kosten 150 Euro. Der Eintritt deckt die Kosten für Menü und Programm. Um eine Spende für die Notfallseelsorge wird gebeten. Infos: www.kirchentraeume.de

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