Interview zum Amtsantritt
Ab diesem Mittwoch (1. September) ist der Religionspädagoge Uwe Schlosser zuständig für den evangelischen Religionsunterricht im Kirchenkreis Ansbach-Würzburg - und damit auch für alle evangelischen Religionslehrer*innen. Im Gespräch mit sonntagsblatt.de erklärt er, wie "Reli" wieder attraktiver werden kann.
Der Religionspädagoge Uwe Schlosser ist ab dem 1 September zuständig für den evangelischen Religionsunterricht im Kirchenkreis Ansbach-Würzburg.
Der Religionspädagoge Uwe Schlosser ist ab dem 1 September zuständig für den evangelischen Religionsunterricht im Kirchenkreis Ansbach-Würzburg.

Herr Schlosser, der unterfränkische Teil des Kirchenkreises Ansbach-Würzburg ist größtenteils evangelische Diaspora. Welche Bedeutung kommt da dem konfessionellen Religionsunterricht zu?

Uwe Schlosser: Für mich ist der konfessionelle Religionsunterricht festgeschrieben, da er laut Staatsvertrag so erteilt werden muss. Das ist aber "nur" die rechtliche Seite. Ebenso wichtig finde ich es, dass man als evangelisch-lutherische*r Christ*in auch seine Grundlagen kennenlernt, um eine evangelische Identität entwickeln zu können.

Die Zahl der Schüler, die konfessionellen Religionsunterricht besuchen, sinkt statistisch betrachtet. Welche Möglichkeiten sehen Sie, für "Reli" zu werben - oder das Fach attraktiver zu machen?

Schlosser: Unser Fach spricht für sich selbst. In keinem anderen "ordentlichen Lehrfach" wird so viel für die Glaubens-, Herzens- und Lebensbildung der Kinder und Jugendlichen geleistet wie in Religion. Wichtig sind natürlich auch die vermittelnden Personen, egal ob es sich um staatliche oder kirchliche Lehrkräfte handelt. Sie sind das "Aushängeschild" des Faches evangelische Religionslehre und unserer Kirche. Qualitativ hochwertiger Religionsunterricht ist deshalb wesentlich.

Sie bleiben weiterhin auch Schulreferent im Dekanat Lohr. Diese Doppelaufgabe und -belastung - ist das aus der Erwartungshaltung heraus eher Fluch oder Segen, oder irgendwie auch beides?

Schlosser: Als Religionspädagoge, der seit 33 Jahren in verschiedensten Schulen und kirchlichen Aufgaben tätig ist, bin ich es gewöhnt in unterschiedlichen Aufgabenfeldern zu arbeiten. Trotzdem wird es sicher spannend, wie sich die Arbeit als Schulreferent im Dekanatsbezirk, als Direktor des Schulreferats im Kirchenkreis sowie als Mitverantwortlicher für das Religionspädagogische Fortbildungsjahr für Pfarrerinnen und Pfarrer im Gemeindedienst und als Religionspädagoge, der im kommenden Schuljahr noch zwei Wochenstunden Religionsunterricht erteilt, organisieren lässt. Ich freue mich darauf, diese Herausforderung anzunehmen und meinen Beitrag für einen attraktiven, zukunftsfähigen und qualitativ hochwertigen evangelischen Religionsunterricht zu leisten.

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