München (epd). Maßgeschneiderte Programme können älteren Arbeitslosen helfen, zurück ins Berufsleben zu finden. Dies zeigt eine Untersuchung zu Programmen aus Österreich und den Niederlanden, wie das ifo-Institut am Donnerstag in München mitteilte. "Längere Arbeitslosigkeit kostet den Staat doppelt", sagte ifo-Forscherin Pia Heckl. Der Staat zahle Sozialleistungen und verliere Steuereinnahmen. Daher könnten sich auch teurere Programme lohnen.
Im vergangenen Jahr waren in Deutschland fast die Hälfte (47 Prozent) der Arbeitslosen ab 55 Jahren langzeitarbeitslos. Bei den 25- bis 54-Jährigen hingegen waren es nur 34 Prozent. Je länger die Arbeitslosigkeit dauert, desto herausfordernder sei die Rückkehr, so das ifo-Institut. Bei Älteren ende sie häufig im vorzeitigen Ausstieg aus dem Erwerbsleben.
Staatlich geförderte Stellen als Einstieg
Ein Programm in Österreich etwa bot Langzeitarbeitslosen vollständig vom Staat geförderte, befristete Stellen an. Zwei Jahre danach lag die Wahrscheinlichkeit, wieder in regulärer Beschäftigung zu sein, um 43 Prozentpunkte höher als in der Vergleichsgruppe. Zwar sei das Programm teuer gewesen, zwei Drittel (68 Prozent) der Kosten seien jedoch innerhalb von vier Jahren durch Mehreinnahmen und eingespartes Arbeitslosengeld ausgeglichen gewesen.
In den Niederlanden erhalten ältere Arbeitslose umfassende Beratung, bei der frühere Kollegen, Freunde und Familie einbezogen werden. Ein Jahr nach Beginn der Arbeitslosigkeit bezogen 40 Prozent der Eingeladenen kein Arbeitslosengeld mehr. Der Staat sparte pro Person rund 715 Euro, während das Programm nur 470 Euro kostete.
"Die Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, dass ältere Arbeitslose keine einheitliche Gruppe sind", sagte Heckl. Wer nach Jahrzehnten im Beruf erstmals seinen Job verliert, brauche andere Hilfe als jemand, der seit Jahren arbeitslos ist. Programme in Deutschland sollten genau auf die jeweiligen Hürden zugeschnitten werden, forderte sie.