München (epd). An den ersten bayerischen Staatsminister für Jugend und Demokratie, Manuel Knoll (CSU), hat der Bayerische Jugendring (BJR) einige Erwartungen. Seine Ernennung sei "ein starkes Signal und zugleich ein Auftrag", sagte BJR-Vorsitzender Philipp Seitz in einer jugendpolitischen Grundsatzrede auf der BJR-Herbstvollversammlung am Samstag in München. Zugleich warnte Seitz vor zunehmenden Angriffen der AfD auf die demokratische Bildungsarbeit in Bayern.

Seitz begrüßte es, dass Bayern nun einen eigenen Jugendminister habe: "Jugend ist nun nicht lediglich eine Abteilung eines Ministeriums, sondern steht im Titel an erster Stelle." Entscheidend sei, was daraus für junge Menschen konkret entstehe. Jugendpolitik betreffe Bildung und Mobilität ebenso wie Gesundheit, Beteiligung und die Entwicklung der Kommunen. Alles Handeln müsse dabei auf den Kinderrechten auf Schutz, Förderung und Beteiligung gründen.

Angriffe gegen Jugendarbeit nehmen zu

Knoll, der am 30. September vereidigt wurde, ist Seitz aus der Zusammenarbeit der vergangenen Jahre bekannt. Seitz würdigte Knolls Haltung, junge Menschen selbst sprechen zu lassen. Per Videobotschaft sagte Knoll den BJR-Delegierten einen schnellen Austausch zu. Der BJR will nun gemeinsam mit seinen Mitgliedsorganisationen eine jugendpolitische Wunschliste erarbeiten.

Laut Seitz nehmen die verbalen Angriffe gegen die Jugendarbeit zu. AfD-Abgeordnete hätten den BJR, einzelne Verbände und Ehrenamtliche im Landtag und in sozialen Netzwerken wiederholt diskreditiert. Die AfD Bayern fordere in ihrem Kommunalwahlprogramm zudem das Ende des Programms "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage".

"Alle diese Beiträge stellen unsere demokratische Bildungsarbeit unter Generalverdacht und versuchen, die öffentliche Finanzierung der Jugendarbeit in Frage zu stellen", sagte Seitz. Von den demokratischen Mandatsträgern erwarte der BJR, dass sie sich weiter vor die Jugendarbeit stellen.