München (epd). Junge Chefinnen und Chefs für landwirtschaftliche Betriebe gesucht - auch in Bayern ist das ein Thema. Mit einem Anteil von rund 20 Prozent junger Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter liegt der Freistaat allerdings über dem EU-Durchschnitt von rund zwölf Prozent. Das teilte das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus am Samstag mit. Anlass war die Übergabe einer Erntekrone an die Bayerische Staatsregierung von der Dirndlschaft Einersheim, der ersten Dirndlschaft Frankens.

Die Vertreterinnen der Bayerischen Jungbauernschaft brachten ihre Perspektiven zu Frauen in der Landwirtschaft, zur Hofnachfolge in unsicheren Zeiten sowie zu ländlichem Raum und Ehrenamt ins Gespräch ein. Ministerin Michaela Kaniber (CSU) sagte laut Mitteilung, dass Hofnachfolge heute nicht mehr automatisch "Den Hof bekommt der Sohn" bedeute. Gerade für Hofnachfolgerinnen müsse deshalb auch die Vereinbarkeit von Betriebsleitung und Familie im Blick behalten werden.

Landwirte brauchen unternehmerische Freiheit

Die EU hat die Unterstützung junger Landwirte den Angaben zufolge ab 2028 zu einem eigenständigen Ziel erklärt. Die Mitgliedsstaaten müssen dafür passende Maßnahmen festlegen. Für die bayerische Staatsregierung sei klar. "Wer jungen Menschen Mut zur Hofübernahme machen will, müsse ihnen unternehmerische Freiheit geben und dafür sorgen, dass sich ihre Arbeit auch wirtschaftlich lohnt", heißt es in der Mitteilung.