Bamberg (epd). Zum Start der Aktionswochen zum Thema Armut hat der Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg auf Armut bei jungen Menschen aufmerksam gemacht. Laut einer aktuellen Erhebung der EU und des Statistischen Bundesamtes waren 2025 in Deutschland 16 Prozent der unter 18-Jährigen armutsgefährdet. Insgesamt lag die Armutsgefährdungsquote bei 16,1 Prozent. Armut bedeute nicht allein, mit weniger Geld auskommen zu müssen. Sie könne den Zugang zu Bildung, Freizeit, Kultur, Gesundheit und gesellschaftlicher Teilhabe einschränken, hieß es.

"Junge Menschen brauchen mehr als materielle Unterstützung. Sie brauchen gute Bildungschancen, einen sicheren Start ins Berufsleben, bezahlbaren Wohnraum und die Möglichkeit, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten", sagte Michael Endres, Caritasdirektor und Vorstandsvorsitzender des Caritasverbandes in Bamberg. Armut habe selten nur eine Ursache. Niedriges Einkommen, hohe Wohnkosten, fehlende familiäre Unterstützung, gesundheitliche Probleme oder Brüche in Lebensläufen könnten sich gegenseitig verstärken, so die Mitteilung.

Ungleichheit macht häufiger radikal

Gerade junge Armut stelle nicht nur ein soziales, sondern auch ein demokratiepolitisches Problem dar. Mit der Verfestigung sozialer Ungleichheit gehe eine Tendenz zur Hinwendung zu radikalen Ideologien einher. "Den Fokus auf die junge Generation zu richten, ist deshalb hochrelevant, weil sie sich ganz wesentlich auf den Zusammenhalt der Gesellschaft von morgen auswirken wird", sagte Endres. Dabei dürfe aber nicht Jung gegen Alt ausgespielt werden.

Die Armutswochen starten am 17. Oktober mit dem Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut und enden am 15. November mit dem vom Papst ausgerufenen Welttag der Armen. Die Caritas, der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) und der Katholische Verband für soziale Dienste in Deutschland (SKM) machen dabei bundesweit auf Armut und soziale Ausgrenzung aufmerksam. Das Motto der Armutswochen 2026 lautet "Junge Armut!? Gemeinsam für Generationengerechtigkeit".