München, Frankfurt a.M. (epd). Nach dem Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt sind am Samstag nach Veranstalterangaben bundesweit Zehntausende Menschen für Demokratie und gegen Rechtsextremismus auf die Straße gegangen. Die "Prüf"-Initiative, die zu den Demonstrationen aufgerufen hatte, sprach von insgesamt 130.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in mehr als 20 Städten. Proteste gab es demnach unter anderem in Berlin, Hamburg, Magdeburg und München.
In Düsseldorf kamen nach Angaben eines Polizeisprechers rund 20.000 Menschen zusammen. Aufgerufen zu der Veranstaltung hatten außer der "Prüf"-Initiative auch "Düsseldorf stellt sich quer" sowie der "Düsseldorfer Appell".
EKD-Ratsvorsitzende Fehrs: Haltung zeigen
In Hamburg sprach unter anderem die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Kirsten Fehrs. "Für die Kirche sage ich glasklar: Völkisch-nationales Denken ist mit christlichem Glauben nicht vereinbar", sagte Fehrs und rief die Zivilgesellschaft auf, entschlossen zusammenzustehen und Haltung zu zeigen.
Die "Prüf"-Initiative fordert eine Überprüfung von als rechtsextrem oder als rechtsextremer Verdachtsfall eingestuften Parteien durch das Bundesverfassungsgericht. Zu den Protesten am Samstag hatten auch das zivilgesellschaftliche Bündnis "Zeit zum Handeln" und die Kampagnenorganisation Campact aufgerufen.
AfD stärkste Kraft in Sachsen-Anhalt
Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am Sonntag vergangener Woche hatte die AfD 43,8 Prozent der Stimmen erhalten und wurde damit mit Abstand stärkste Kraft. Die Mehrheit der Sitze im Parlament erreichte die AfD aber nicht. Der Landesverband wird vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft.