Freising (epd). Die Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung ist mit dem Freisinger Dialogpreis ausgezeichnet worden. Kardinal Reinhard Marx würdigte die Internationale Jugendbegegnungsstätte mit Sitz nahe Breslau (Polen) bei der Preisverleihung am Mittwochabend für ihre Versöhnungs- und Dialogarbeit. "Wir brauchen die Kräfte, die Menschen übernational zusammenbringen, die wissen, es gibt keine Nation, die über der anderen steht, keine Menschen erster und zweiter Klasse", sagte Marx laut Pressemitteilung vom Donnerstag.

Begegnung und Dialog seien "für die Zukunft nicht nur Europas, sondern für die Zukunft der Demokratie entscheidend", betonte der Erzbischof. Es könne keine Demokratie geben ohne "das, was wir eine Zivilgesellschaft nennen: Das ist das Unterfutter, dass es engagierte Menschen gibt, die sich begegnen, die feiern, die sich verständigen, die einen Dialog führen." Neben der Zivilgesellschaft seien auch die Kirchen gefordert, "auf der Seite der verantwortlichen Freiheit zu stehen", sagte Marx. Das vereinte Europa sei das unglaublichste Projekt der Weltgeschichte. "Wir müssen sehr daran arbeiten, dass es weiter funktioniert", betonte der Kardinal.

16.000 junge Teilnehmer pro Jahr

Die Stiftung Kreisau wurde den Angaben zufolge 1990 gegründet und engagiert sich für internationale Begegnung, demokratische Bildung und grenzüberschreitenden Austausch. Jährlich nehmen rund 16.000 junge Menschen an den Projekten der Stiftung teil. Der Freisinger Dialogpreis ist mit 10.000 Euro dotiert und wurde erstmals vom Osteuropa-Hilfswerk Renovabis, der Stadt Freising und dem Erzbistum München und Freising vergeben. Er wird an Personen, Institutionen und Initiativen verliehen, die sich in Mittel-, Ost- und Südosteuropa oder in Verbindung mit diesen Regionen für Verständigung, Zusammenarbeit und Versöhnung einsetzen.