Neue Forschungsergebnisse rund um den prähistorischen Steinkreis Stonehenge präsentiert eine Sonderausstellung: "Stonehenge - Uralte Geheimnisse, neue Entdeckungen" heißt die internationale Schau, die ab Freitag 18.09. bis 29. August 2027 in der Archäologischen Staatssammlung in München zu sehen ist. Zu erleben sind rund 600 Originalobjekte, Repliken und immersive Medieninstallationen.

Stonehenge im Südwesten Englands werde durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse so umfassend verstanden wie nie zuvor, sagte Projektleiter Heiner Schwarzberg. Moderne Ausgrabungen und Analysen zeigten, dass seine Erbauer - frühe Bauern vor 5.000 Jahren - Teil einer komplexen Kulturlandschaft waren.

Menschen rücken in den Mittelpunkt

Die Ausstellung solle die Menschen, die Stonehenge errichtet haben, in den Mittelpunkt rücken. Dazu helfen Relikte, die auf kulturelle Praktiken schließen lassen, wie auch DNA-Funde, etwa von einer 35-jährigen Frau. Dies erläutert der Archäologe und wissenschaftliche Kurator Mike Parker Pearson vom University College London.

Veranschaulicht wird so die Entwicklung von Stonehenge über Jahrhunderte. Um etwa 3.000 v. Chr. errichteten neolithische Bauern aus tonnenschweren Blöcken den ersten Steinkreis auf einem Geländezug nahe dem Fluss Avon bei Amesbury in Wiltshire. Lange diente der Ort der Ahnenverehrung, für Begräbnisse, Rituale und womöglich astronomische Beobachtungen.

Neue Forschung ab den 2000er-Jahren

Etwa 500 Jahre später erhielt die Anlage die monumentale Form, die bis heute Menschen fasziniert und jedes Jahr mehr als eine Million Besucher anlockt. Mit der Bronzezeit verlor Stonehenge an Bedeutung, bis es im Mittelalter von der Forschung wiederentdeckt wurde. Anfang der 2000er-Jahre begann Parker Pearson mit den neuen Ausgrabungen.

Unter den Objekten finden sich jungsteinzeitliche Schweineknochen und Steinwerkzeuge, Geweihhacken und Gefäße aus der sogenannten Glockenbecherkultur. Die Funde stammen aus britischen Sammlungen: Salisbury Museum, Wiltshire Museum, National Trust und English Heritage.

Nach Stationen in Nordamerika wurde die Ausstellung überarbeitet und ergänzt, nun ist sie erstmals in Mitteleuropa zu sehen. Gezeigt werden auch Funde aus Bayern und Norddeutschland, die auf eine gemeinsame europäische Kulturgeschichte schließen lassen.