Nürnberg (epd). Einer neuen Studie zufolge ist die Mehrheit deutscher Unternehmen zwar bereit, Fachkräfte auch ohne anerkannten Berufsabschluss einzustellen. Doch nur vier Prozent rekrutierten sie in den zurückliegenden zwölf Monaten aus Nicht-EU-Staaten. "Für die große Mehrheit der Betriebe stellt die Rekrutierung von Arbeitskräften aus dem Ausland, und insbesondere aus Drittstaaten, weiterhin eher eine Ausnahme dar", heißt es in einer Mitteilung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung vom Donnerstag.
Die Einstellungsbereitschaft auch ohne formellen Abschluss ist demnach insbesondere dann gegeben, wenn Berufserfahrung vorliegt: 24 Prozent der Betriebe würden das tun. 19 Prozent wären dazu sogar uneingeschränkt bereit. Sieben Prozent der Unternehmen sind zur Einstellung bereit, wenn der Abschluss für die konkrete Tätigkeit ohnehin nicht erforderlich ist.
Sprachbarrieren bleiben Hindernis
Sprachbarrieren, Ungewissheit über die Qualifikation sowie die Zufriedenheit mit dem einheimischen Arbeitskräfteangebot werden laut Erhebung als häufigste Gründe für die Nicht-Rekrutierung aus Drittstaaten genannt. Bei Betrieben mit Rekrutierungserfahrung aus dem Nicht-EU-Ausland werden oft behördliche Hürden und Probleme bei der Anerkennung von Abschlüssen als Hemmnis genannt.
Sprachbarrieren waren auch hier ein wichtiges Hindernis. "Begleitende Maßnahmen wie vorbereitende Sprachförderung oder eine betriebsnahe Qualifikationsberatung wären nötig, um den rechtlichen Rahmen des Gesetzes zur Fachkräfteeinwanderung wirksam werden zu lassen", sagte IAB-Forscherin Annette Jacoby.