Würzburg (epd). Die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Anna-Nicole Heinrich, hat die vermittelnde Rolle ihrer Kirche in der Gesellschaft bekräftigt. "Wo Menschen sich nur noch in Lagern gegenüberstehen, kann Kirche mehr anbieten als bloße Appelle", sagte sie am Sonntag in Würzburg zur Eröffnung der diesjährigen Synodentagung: "in Kirchenvorständen, Jugendgruppen, Chören und Synoden üben Menschen jede Woche, verschieden zu sein und trotzdem zusammenzugehören."
EKD und Diakonie hätten mit dem Veranstaltungsformat "Verständigungsorte" Räume geöffnet, in denen Menschen miteinander reden könnten, sagte Heinrich. "Wie wenig selbstverständlich solche Orte sind, sehen wir in Sachsen-Anhalt." Dort sei etwa die Evangelische Akademie in Wittenberg durch den Wahlsieg der AfD bei den Landtagswahlen im September bedroht. Noch bis Mittwoch beraten die 128 Delegierten des Kirchenparlaments zum Schwerpunktthema Demokratie und zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der Kirche.
Mut zu Reformen
Heinrich rief die Synodalen aber auch zu internen Reformen auf. Veränderung falle leicht, wo etwas dazu kommt, sagte sie. "Am schwersten fällt uns das Verkleinern aber dort, wo es uns selbst betrifft", sagte die 30-Jährige. In einer an Mitgliedern schrumpfenden Kirche sei es auch wichtig, die eigenen Strukturen zu verkleinern. Leitungsorgane auf allen Ebenen könnten sich selbst nicht davon ausnehmen. Das Präsidium der Synode war im vergangenen Jahr mit einem Antrag gescheitert, die Synode von 128 auf 97 Mitglieder zu verkleinern.
Mit der Tagung in Würzburg endet die sechsjährige Legislaturperiode der 13. Synode. Im April konstituiert sich das Kirchenparlament neu. Heinrich hat angekündigt, nicht erneut für das Präsesamt zu kandidieren.
Die Synode der EKD ist neben Rat und Kirchenkonferenz eines der drei Leitungsorgane der EKD. Zu den Aufgaben der Synode zählen die Erarbeitung von Kundgebungen und Beschlüssen zu Fragen der Zeit sowie die Begleitung der Arbeit des Rates der EKD. Sie beschließt zudem den Haushalt und Kirchengesetze.