Plattling (epd). Die evangelischen Dekanatsbezirke Regensburg und Passau werden sich zusammenschließen. Bei ihrer ersten gemeinsamen Dekanatssynode, dem kirchlichen Regionalparlament, stimmten 100 der 105 Mitglieder in Plattling am Samstag dafür, fünf enthielten sich. Die Dekanatsausschüsse sollen nun die Fusion vorbereiten, die bis 2028 umgesetzt werden soll, teilte ein Kirchensprecher am Montag mit. Mit der Fusion entsteht der flächenmäßig größte Dekanatsbezirk der bayerischen Landeskirche.
Bereits im März dieses Jahres hatten sich die Dekanatsausschüsse in einer "Plattlinger Erklärung" auf eine Fusion der beiden Dekanatsbezirke geeinigt. Hintergrund sind unter anderem sinkende Mitgliederzahlen: Passau unterschreitet bereits seit Längerem die von der bayerischen Landeskirche vorgegebene Mindestgröße von 35.000 Gemeindemitgliedern. Die beiden Dekanate arbeiten nach eigenen Angaben bereits in mehreren Bereichen zusammen, darunter Klinikseelsorge, Verwaltung, Evangelische Bildung Ostbayern, Evangelische Studierendengemeinden und Jugendarbeit.
Wilde: Dekanatssitz Passau bleibt erhalten
Der Passauer Dekan Jochen Wilde, der im kommenden Jahr in den Ruhestand tritt, sieht einen weiteren Vorteil in der Fusion: Passau könne als Dekanatssitz erhalten bleiben. Seine jetzige Stelle werde nach den Vorgaben der Landeskirche nicht wieder besetzt. Den Regensburger Dekanatsbezirk leitet derzeit eine Doppelspitze, bestehend aus Dekan Jörg Breu und Dekanin Karolin Gerleigner. Ob die beiden auch das künftige Dekane-Team des neuen Dekanatsbezirks bilden, stehe bisher nicht fest, hieß es.
Das geplante gemeinsame Dekanat soll in zwei Regionen gegliedert und von einem elfköpfigen Leitungsteam geführt werden. In Arbeitsgruppen diskutierten die Synodalen Chancen und Herausforderungen - darunter klare Zuständigkeiten, die Stärkung der Gemeinden vor Ort und die Frage, wie sich Menschen in dem großen Gebiet mit dem neuen Dekanat identifizieren können.