Neumarkt (epd). Nach Überzeugung des bayerischen evangelischen Landesbischofs Christian Kopp leiden viele Menschen heutzutage an fehlender Aufmerksamkeit für das Jetzt. Ein großer Stresspunkt der Zeit sei es, dass die Menschen "irgendwo" seien, aber "nicht bei sich selbst", sagte Kopp an diesem Sonntag (14. Juni) beim Dekanatskirchentag in Neumarkt laut Predigtmanuskript. Jesus dagegen sei ein "Meister der Geistesgegenwart" gewesen.

Ständig würden Menschen aus dem Jetzt herausgezogen, seien überall ein wenig, aber viel zu selten ganz da. "Wir tragen die ganze Welt in der Hosen- oder Handtasche", sagte Kopp mit Bezug auf das Mobiltelefon. Für Christus aber zähle der Moment, weshalb er ganz nah bei den Menschen und bei Gott habe sein können. Christus lehre das Jetzt. "Wir können so einen Lehrer der Geistesgegenwart gut brauchen", betonte der Landesbischof.

"Großes Fest des Jetzt"

Die "Fear of missing out", auch "Fomo" genannt, die Sorge, irgendetwas Wichtiges zu verpassen, würden viele kennen - auch er selbst, räumte Kopp ein. "Wir checken immerzu, ob nicht doch irgendwo jetzt etwas noch Interessanteres, Dringenderes oder Attraktiveres auf uns wartet." Als Landesbischof wünsche er sich, dass Menschen wieder mehr Aufmerksamkeit zeigten für das große Fest des Jetzt, des Hier und Heute: "Ich wünsche mir viele kirchliche Orte im Dekanat Neumarkt, an denen Menschen Gottes Gegenwart erleben. An denen Menschen merken: Jetzt ist die Zeit."