München (epd). Die Landeshauptstadt München gedenkt mit einem Erinnerungszeichen an den NS-verfolgten Künstler Moritz Heymann (1870-1937). Der gebürtige Breslauer war ein führender Vertreter des Münchner Impressionismus und Gründer einer angesehenen privaten Kunstschule, teilte das Kulturreferat in einer Presseerklärung vom Mittwoch mit. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft sei er seit Beginn der NS-Herrschaft zunehmender Verfolgung ausgesetzt gewesen. 1936 war er gezwungen, seine Schule zu schließen. Heymanns Vermächtnis lebe weiter "durch die Tausende von Künstlern, die er inspirierte, und die zeitlose Qualität seines Werks", hieß es weiter.

Am Gedenkakt am 23. Oktober nehmen Bürgermeisterin Mona Fuchs, Professorin Karen Pontoppidan von der Akademie der Bildenden Künste, Professor Bernd Sucher von der Liberalen Jüdischen Gemeinde und Klaus Bäumler, Initiator des Erinnerungszeichens, teil. Das Erinnerungszeichen wird den Angaben zufolge in der Türkenstraße 52 gesetzt, wo Heymanns Kunstschule ihren Sitz hatte.

Lehrer von Max Unold und Maria Luiko

Moritz Heymann wurde am 2. Juli 1870 in Breslau geboren. Er studierte bei Albrecht Bräuer, später an der Akademie der Künste in Berlin sowie an der Akademie der Bildenden Künste München bei Carl von Marr. 1902 gründete Heymann die Schule für zeichnende Künste und Malerei. In den folgenden drei Jahrzehnten erhielten dort über 5.000 Studierende aus aller Welt Unterricht in Zeichnen und Lithografie. Heymann bildete international bekannte Künstlerinnen und Künstler wie Max Unold, Hermann Euler und Maria Luiko aus.

Der Impressionist war bereits bekannt für seine Lithografien und Zeichnungen, bevor er sich zunehmend der Malerei widmete. Heymann stellte regelmäßig im Münchner Glaspalast aus und war in vielen bedeutenden Ausstellungen in ganz Deutschland vertreten. Er war Mitglied der Künstlervereinigung Luitpold-Gruppe.