Hilpoltstein (epd). Zum Schutz von Friedhöfen als wertvollen Lebensräumen für Tiere und Pflanzen ruft der bayerische Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) auf. Alte Bäume, Hecken, Mauern, Wiesen und eine ruhige Atmosphäre böten zahlreichen Arten Nahrung, Nistplätze und Rückzugsräume, teilte der LBV am Freitag in Hilpoltstein mit. Dazu zählten viele Vogel- und Insektenarten wie auch Igel, Eichhörnchen und Fledermäuse. Anlass sind die "Tage des Friedhofs" an diesem Wochenende (19./20.09.).
Gerade alte Friedhöfe seien "Hochburgen der Artenvielfalt", sagte LBV-Biologin Angelika Nelson. Diese Lebensräume gelte es zu erhalten und naturnah zu gestalten. Leider zeichne sich, wie auch bei Gärten, ein Trend zu naturferner Gestaltung mit Schotter und wenigen oder exotischen Pflanzen ab.
"Ordentliches Grab muss nicht naturarm sein"
Naturnah gestaltete Friedhöfe sind laut LBV "mehr als Orte des Gedenkens". Besonders in Städten seien sie ruhige Orte. Waldkäuze nutzten Baumhöhlen als Tagesverstecke. Waldohreulen finden dort im Spätherbst Schlafplätze in hohen Bäumen, wo sie oft in Gruppen mit bis zu 30 Tieren rasten. Auch Spechte, Meisen, Amseln, Fledermäuse, Igel und viele Insektenarten profitierten von Nahrung und Ruhe.
Den Trend zu versiegelten und geschotterten Flächen sieht der LBV problematisch. Diese Gestaltung wirke pflegeleicht, biete jedoch Tieren und Pflanzen fast keinen Lebensraum. "Ein ordentliches Grab muss nicht naturarm sein", sagte Nelson. Pflegeleichte Gestaltung lasse sich auch mit heimischen Pflanzen, offenen Bodenflächen und mehr Grün verbinden. Auch für die Menschen seien "summende, grüne Friedhöfe" wohltuend.