Bamberg, Bayreuth (epd). Die bayerische Zentralstelle Cybercrime hat Anklage gegen einen Heilerziehungspfleger wegen sexuellen Missbrauchs und der Herstellung kinderpornografischer Inhalte erhoben. Der 33-jährige Deutsche soll in drei Einrichtungen für behinderte Menschen in den Landkreisen Hof, Bayreuth und Lichtenfels Sexualstraftaten an Betreuten begangen haben, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg am Donnerstag mit. Er wurde im März 2026 festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft.
Seit Oktober 2018 soll der Beschuldigte seine Vertrauensstellung als Bezugsperson ausgenutzt haben. Er soll Detailaufnahmen vom unbekleideten Intimbereich der von ihm gepflegten Personen erstellt haben, teils von Kindern unter 14 Jahren, heißt es in der Mitteilung der Behörden. In mehreren Fällen soll er die Pflegebedürftigen zudem berührt haben.
Entscheidende Hinweise kamen von US-Ermittlern
Gegenstand der Anklage sind Straftaten zum Nachteil von 24 Personen. Diese seien wegen ihrer schweren körperlichen und geistigen Einschränkungen nicht in der Lage gewesen, die Taten als solche zu erkennen. Ausgangspunkt der Ermittlungen waren mehrere Hinweise des National Center for Missing and Exploited Children in den Vereinigten Staaten.
Bei einer Wohnungsdurchsuchung im März 2026 stellten die Ermittler elektronische Speichermedien sicher. Darauf fanden sich laut Generalstaatsanwaltschaft mehr als 38.000 kinderpornografische Bild- und über 600 ebensolche Videodateien. Weitere Angaben seien zum Schutz der Persönlichkeitsrechte der mutmaßlichen Opfer nicht möglich.
Über die Zulassung der Anklage muss nun eine Strafkammer des Landgerichts Bayreuth entscheiden. Das Gesetz sieht für sexuelle Übergriffe auf Kinder und auf Menschen, die krankheits- oder behinderungsbedingt keinen Willen bilden oder äußern können, Freiheitsstrafen von einem Jahr bis zu 15 Jahren vor.