Nürnberg (epd). Die Diakonie Bayern sieht massive Folgen auf Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen zukommen, sollte die Pflegeform der Bundesregierung wie geplant durchgehen. Wichtige Betreuungs- und Entlastungsangebote in Bayern würden künftig schlechter finanziert werden, teilte der Wohlfahrtsverband am Donnerstag mit.

Betroffen von den veränderten Leistungen sind den Angaben zufolge vor allem die Dienste der Offenen Behindertenarbeit. Sie ermöglichten den Menschen unter anderem Einzelbetreuung, gemeinsame Freizeitaktivitäten, Ferienprogramme und begleitete Reisen. Zugleich verschafften sie pflegenden Angehörigen Zeit für Erledigungen und persönliche Termine, heißt es in der Mitteilung.

Angehörige kommen an ihre Grenzen

Sandra Schuhmann, Vorständin Soziales der Diakonie Bayern, warnt: Wenn die Angebote eingeschränkt würden, könnten Angehörige an ihre Belastungsgrenze kommen und die Versorgung im häuslichen Umfeld gefährdet werden. "Für viele Familien sind diese wenigen Stunden Entlastung in der Woche unverzichtbar", erklärt Schuhmann laut Mitteilung. Sie ermöglichten den Angehörigen, die häufig rund um die Uhr Verantwortung trügen, ein Stück Normalität und ermöglichten den Menschen mit Behinderung, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Die Diakonie fordert, die Dienste müssten sicher und dauerhaft Geld aus der Pflegeversicherung bekommen. Außerdem sollte Menschen mit geringem Pflegegrad ihr monatliches Entlastungsgeld weiter zustehen. Überdies müsse das geplante Sozialraumbudget so gestaltet werden, dass die Angebote der Offenen Behindertenarbeit weiter finanziert werden können.