Kitzingen (epd). Die Kraft des gemeinsamen Singens hat der bayerische Landesbischof Christian Kopp am Reformationstag betont. "Wenn ich mit anderen singe, höre ich mehr. Ich merke: Ich bin nicht allein", sagte der Theologe laut Predigtmanuskript am Samstagabend beim Festgottesdienst in der evangelischen Stadtkirche Kitzingen. Gerade der Pfarrer und Kirchenlieddichter Paul Gerhardt (1607-1676) habe den Protestanten Lieder gegeben, die zu Herzen gingen. Bei seinen Liedern sei "immer das ganze Leben dabei: Freude und Angst, Sorgen, die Schönheit der Welt und das Wissen, dass ich sterben werde", zählte Kopp auf.
Er liebe die Reformation "auch dafür, dass sie das Singen nach vorne bringt", bekannte der Landesbischof. Selbst Papst Benedikt, "nicht unbedingt Fan der Reformation", habe einmal gesagt: "Ihr Evangelischen habt das gemeinsame Singen neu entdeckt."
Aktiv werden statt konsumieren
So seien aus Konsumenten Aktive geworden. Die Christen hätten ihrem Glauben ihre Stimme gegeben. "Und die Lieder sagten ihnen: Da ist etwas größer als meine Angst", sagte der Theologe. Auf Gott zu vertrauen, sei die Botschaft, die "Jesus uns mitgeben will".
Der Reformationstag am 31. Oktober erinnert an die Anfänge der evangelischen Kirche. Um den 31. Oktober 1517 herum verbreitete der damalige Augustinermönch Martin Luther (1483-1546) seine 95 Thesen gegen kirchliche Missstände, dies wurde zum Ausgang einer christlichen Erneuerungsbewegung. Der Reformationstag ist in Bayern kein gesetzlicher Feiertag.