Diwali, auch Deepavali oder Dipavali genannt, ist eines der wichtigsten Feste im Hinduismus. Der Name stammt aus dem Sanskrit und bedeutet so viel wie "Reihe von Lichtern". Das Fest steht symbolisch für den Sieg des Lichts über die Dunkelheit, des Guten über das Böse und des Wissens über die Unwissenheit.
Für Millionen Hindus weltweit ist Diwali eine Zeit des Neubeginns, der Hoffnung und des Zusammenkommens. Familien schmücken ihre Häuser mit Öllampen, beten zu Gottheiten, besuchen Tempel und feiern gemeinsam mit Verwandten und Freunden.
Wann wird Diwali gefeiert?
Diwali richtet sich nach dem hinduistischen Mondkalender und fällt in der Regel auf eine Neumondnacht im Oktober oder November. 2026 wird das Lichterfest am Sonntag, 8. November, gefeiert. Je nach regionaler und religiöser Tradition erstrecken sich die Feierlichkeiten über mehrere Tage, häufig über fünf.
Besonders verbreitet ist Diwali in Indien und Nepal, aber auch in anderen Ländern mit hinduistischen Gemeinschaften. In Deutschland leben nach Schätzungen des Religionswissenschaftlichen Medien- und Informationsdienstes REMID rund 100.000 Hindus (Bezugsjahr 2023). Auch sie begehen das Fest mit Gottesdiensten, Familienfeiern und kulturellen Veranstaltungen.
So wird Diwali gefeiert: Lichter, Feuerwerk und gemeinsame Rituale
Während Diwali verwandeln sich viele Häuser und Straßen in ein Meer aus Licht. Kleine Öllampen aus Ton, sogenannte Diyas, werden auf Fensterbänken, vor Hauseingängen und in Innenhöfen aufgestellt. Dazu kommen Lichterketten und kunstvolle Bodenbilder aus farbigem Pulver oder Blütenblättern, die Rangoli genannt werden.
Viele Familien reinigen und schmücken ihre Wohnungen vor dem Fest. Sie bereiten besondere Speisen zu, tauschen Geschenke aus und besuchen Tempel. In zahlreichen Regionen gehören auch Feuerwerk und das gemeinsame Feiern mit Freunden und Verwandten dazu.
Diwali ist dabei nicht nur ein religiöses Fest, sondern auch ein wichtiges gesellschaftliches Ereignis. Es bringt Familien zusammen und steht für Glück, Wohlstand und einen neuen Anfang.
Die religiöse Bedeutung: Rama und der Sieg des Guten
Eine bekannte Erzählung über Diwali handelt vom Gott Rama. Der Überlieferung nach kehrte er nach 14 Jahren im Exil in seine Heimatstadt Ayodhya zurück, nachdem er den Dämonenkönig Ravana besiegt hatte. Die Menschen sollen seinen Heimweg mit unzähligen Öllampen erleuchtet haben.
Rama gilt im Hinduismus als Inkarnation des Gottes Vishnu, der als Erhalter der Welt verehrt wird. In dieser Tradition erinnert Diwali an den Sieg des Guten über das Böse und an die Wiederherstellung einer gerechten Ordnung.
Diese Erzählung ist allerdings nicht überall die Grundlage des Festes. Je nach Region und religiöser Tradition stehen andere Geschichten und Gottheiten im Mittelpunkt. So verbinden viele Hindus Diwali insbesondere mit der Göttin Lakshmi.
Lakshmi: Die Göttin des Glücks und des Wohlstands
Eine zentrale Rolle spielt für viele Gläubige die Göttin Lakshmi. Sie steht für Wohlstand, Glück und Fruchtbarkeit und wird besonders während Diwali verehrt. Mit Öllampen und Lichtern versuchen die Menschen symbolisch, Lakshmi den Weg in ihre Häuser zu weisen und ihren Segen für das kommende Jahr zu erbitten.
In Teilen Indiens beginnt rund um Diwali auch ein neues Geschäftsjahr. Händler:innen verbinden das Fest mit der Hoffnung auf wirtschaftlichen Erfolg. Der Austausch von Geschenken und der Kauf neuer Kleidung oder Schmuckstücke gehören deshalb in vielen Familien ebenfalls zu den Traditionen.
Diwali in Bayern: Wo das Lichterfest gefeiert wird
Auch in Bayern gibt es hinduistische Gemeinden und Tempel, in denen Diwali gefeiert wird. Dazu gehören unter anderem der Sivaalayam-Tempel und der Sri-Pillaiyar-Tempel in München sowie der Sri-Sithivinayagar-Tempel in Nürnberg und der Shiva-Vishnu-Tempel in Fürth.
Der Münchner Sivaalayam-Tempel kündigt für den 8. November 2026 Feierlichkeiten zu Deepavali an.