München (epd). Am Reformationstag hat der Münchner Regionalbischof Thomas Prieto Peral Gottvertrauen als Fundament für ein Leben ohne Furcht bezeichnet. Martin Luther habe in einer Welt gelebt, "in der die Menschen Höllenängste hatten, auch er selbst", sagte der Theologe laut Redemanuskript am Samstag im Festgottesdienst zur Wiedereröffnung der Emmauskirche Harlaching. Doch der Reformator sei überzeugt gewesen: "Wir sind keine freien Menschen, wenn wir uns Angst machen lassen." Das sei die Botschaft des Evangeliums, betonte der Regionalbischof: "Wir werden nicht fallen, weil Gott uns hält."

Luthers Botschaft sei heute wieder aktuell. Politische Extremisten und religiöse Fanatiker seien als Angstmacher unterwegs. "Sie reden viel von Frieden und Freiheit. Aber ihr Geschäft ist die Angst", sagte Prieto Peral. Die Hölle seien heute jene, die Menschen politisch geschürte Angst machten vor der Zukunft. Der Reformationstag hingegen feiere eine Freiheit, die sich im Leben bemerkbar mache. Wer auf Gott vertraue, müsse sich nicht ständig um sich selbst sorgen. "Was ich anderen schenke an Zeit, Aufmerksamkeit und Hilfe, kann mich selbst viel glücklicher machen als alles, was ich besitze", betonte der Theologe. Das sei der Kern der Botschaft Jesu.

Dachrenovierung für 2,2 Millionen Euro

Die Emmauskirche wurde am Samstag nach drei Jahren wieder eröffnet. Aufgrund einer Konstruktionsschwäche musste das freitragende, zeltartige Dach für rund 2,2 Millionen Euro saniert werden. Die Landeskirche gewährte dafür einen Zuschuss von 700.000 Euro. Den Rest finanziert die Gemeinde über Eigen- und Fördermittel sowie Spenden.

Der Reformationstag am 31. Oktober erinnert an die Anfänge der evangelischen Kirche. Um den 31. Oktober 1517 herum verbreitete der damalige Augustinermönch Martin Luther (1483-1546) seine 95 Thesen gegen kirchliche Missstände, dies wurde zum Ausgang einer christlichen Erneuerungsbewegung. Der Reformationstag ist in Bayern kein gesetzlicher Feiertag.