Wenn der neue Kirchenkreis Franken der bayerischen evangelischen Landeskirche ab Januar 2027 Realität wird, ist eine der Geburtshelferinnen nicht mehr mit dabei: Die amtierende Ansbach-Würzburger Regionalbischöfin Gisela Bornowski geht Ende dieses Jahres in den Ruhestand, wie sie dem Evangelischen Pressedienst (epd) auf Anfrage mitteilte. Sie haben sich "nach reiflicher Überlegung" entschlossen, zum Ende dieses Jahres und damit ein Jahr vor dem gesetzlichen Renteneintritt, in den Ruhestand zu gehen.
Bornowski kündigte an, "vorerst keine anderen Aufgaben zu übernehmen", es seien jetzt "andere Dringe dran", zum Beispiel mehr Zeit für ihre vier Enkelkinder. Irgendwann komme nach einer Auszeit sicher auch die Zeit, sich "weiterhin kirchlich zu engagieren".
Die Regionalbischofsstelle soll noch im Juli ausgeschrieben werden. Der künftige Kirchenkreis Franken wird aus den bisherigen drei Kirchenkreisen Nürnberg, Ansbach-Würzburg und Bayreuth gebildet. Er bekommt eine Doppelspitze mit Dienstsitzen in Ansbach und Bayreuth.
Nürnberg künftig nicht mehr Bischofssitz
Die amtierende Bayreuther Regionalbischöfin Berthild Sachs wird sich ab Januar um den Norden des neuen Kirchenkreises kümmern, also um Ober- und Unterfranken, von Ansbach aus wird Mittelfranken betreut. Die amtierende Nürnberger Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern legt ihr Amt auch Ende 2026 nieder, ihr Renteneintritt wird aber erst Ende 2029 sein. Ihre Position wird nicht nachbesetzt. Der Kirchenkreis Franken erhält damit eine Doppelspitze wie der im März 2025 gegründete Kirchenkreis Schwaben-Altbayern.
Bornowski sagte, sie hadere manchmal noch mit ihrem Entschluss. "Ich will aber betonen, dass es ganz allein mein Entschluss war", ihr vorzeitiges Ausscheiden erfolge vollkommen freiwillig. Die Regionalbischöfin sagte, sie habe "immer voll gearbeitet", sogar nach der Geburt der Kinder.
Nach dem vielen und engagierten Arbeiten wolle sie nun den Fokus auf anderes legen: "Meine Kinder können Unterstützung brauchen." Seit Pfingsten lebt Bornowski auch nicht mehr in der Ansbacher Dienstwohnung, sondern in ihrem Elternhaus.
(epd/om)