Regensburg (epd). Die Besatzung des Schiffs "Sea-Eye 5" hat 24 Menschen, darunter Frauen und ein Kind, im zentralen Mittelmeer aus Seenot gerettet. Wie die Hilfsorganisation am Dienstag mitteilte, erreichte die Crew am Montagvormittag der Notruf, dass sich ein seeuntüchtiges Schlauchboot in der Such- und Rettungszone befände. Die "Sea-Eye 5" habe das Boot gefunden und alle Menschen darin sicher an Bord nehmen können.
Alle Geretteten seien nach zwei Tagen auf See "völlig erschöpft" gewesen. Zu ihnen gehört den Angaben zufolge auch ein dreijähriges Kind, das stark dehydriert und sehr geschwächt war. Eine Kinderärztin an Bord habe seinen Zustand stabilisieren können.
Italienische Behörden bewilligen näher gelegenen Hafen
Trotz der kritischen Lage hätten die italienischen Behörden dem Schiff zunächst den weiter entfernten Hafen Palermo zugewiesen. Aufgrund technischer Probleme habe die Crew um einen näher gelegenen Hafen gebeten, was bewilligt wurde. Am Dienstagnachmittag sollte das Rettungsschiff in Lampedusa eintreffen.
Das Mittelmeer zählt zu den gefährlichsten Fluchtrouten weltweit. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind in diesem Jahr bereits knapp 2000 Menschen bei der Überfahrt ums Leben gekommen oder gelten als vermisst. Die Dunkelziffer könnte weit höher liegen.