München (epd). Die Zahl der Menschen mit Demenz könnte in Bayern bis zum Jahr 2060 erheblich zunehmen. Sie würde von heute knapp 200.000 auf mehr als 340.000 steigen, wie die AOK am Montag in München auf Grundlage einer Prognose ihres Wissenschaftlichen Instituts mitteilte. Dieser Anstieg lasse sich durch Prävention jedoch deutlich abmildern, hieß es. Sollten diese Maßnahmen wirken, könnte sich die Zahl der Betroffenen bei 200.000 bis 250.000 einpendeln. Als wirksame Vorbeugung gelten unter anderem die Behandlung von Bluthochdruck und Diabetes, sowie höhere Bildungs- und Gesundheitschancen.

Die Prognose zeige zudem, dass sich die Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Gebieten verschärfen werden. Während Städte meist eine junge Bevölkerung hätten, seien ländliche Regionen deutlich stärker vom demografischen Wandel betroffen, hieß es weiter. Die Spanne der Demenz-Häufigkeit, also der prozentuale Anteil der Demenzfälle an allen Personen in der regionalen Bevölkerung, reichte 2020 von 1,1 Prozent in München bis 2,3 Prozent im Landkreis Kronach. Für 2060 wird eine Spanne von 1,7 Prozent in München bis 4,1 Prozent im Landkreis Kronach erwartet. Besonders stark betroffen seien voraussichtlich ländliche Regionen im Nordosten Bayerns, in denen überdurchschnittlich hohe Demenzraten erwartet werden.

Demenz als zentrale Herausforderung

Demenz sei längst keine Randerscheinung mehr, sondern eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit, gerade im ländlichen Raum, sagte Alexandra Krist, Geschäftsbereichsleiterin Pflege bei der AOK Bayern. Um gegenzusteuern forderte sie einen bedarfsorientierten Ausbau von Pflegeinfrastruktur, Fachkräftegewinnung und niedrigschwellige Unterstützungsangebote.