München (epd). Mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland (55 Prozent) halten das Land einer Umfrage zufolge für eher nicht oder überhaupt nicht kinderfreundlich. Besonders kritisch urteilten die 18- bis 34-Jährigen, heißt es in einer am Sonntag veröffentlichten repräsentativen Umfrage von infratest dimap im Rahmen der ARD-Mitmachaktion "#unsereKinder": "61 Prozent von ihnen sehen Deutschland als eher nicht oder überhaupt nicht kinderfreundlich."
Bei der älteren Generation der über 65-Jährigen falle das Urteil mit 50 Prozent weniger negativ aus, so die ARD weiter. Seit Mai 2026 fragt die ARD-Mitmachaktion den Angaben zufolge, wie es Kindern in Deutschland wirklich geht. Mehr als 1.650 Einträge auf einer interaktiven Deutschlandkarte zeigten, welche Herausforderungen Familien und Kinder im Alltag erleben - und wo sich Menschen vor Ort für ein kinderfreundlicheres Umfeld einsetzen.
Unterschiedliche Startbedingungen
Für die Abschlussdokumentation "#unsereKinder - wie kinderfreundlich ist Deutschland?" sei der frühere Skirennläufer aus Garmisch-Partenkirchen, Felix Neureuther, durch Deutschland gereist und habe Kinder, Familien und Alleinerziehende getroffen. "Ihre Erfahrungen machen deutlich, wie unterschiedlich die Startbedingungen sind - von fehlenden Bildungschancen über mangelnde politische Mitsprache bis hin zu fehlenden Räumen für Spiel und Bewegung", hieß es weiter.
Unicef-Deutschland hat die Mitmachaktion als Partner begleitet, so die ARD. "Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass Kinder in Deutschland noch viel zu oft übersehen werden - in der Politik, in den Kommunen und im Alltag", wird Unicef-Geschäftsführer Christian Schneider zitiert.