Würzburg (epd). Mit Ausstellungen, Diskussionen und Workshops wollen Würzburger Bildungseinrichtungen und Initiativen ab dem 25. Oktober ein Zeichen gegen Judenfeindlichkeit setzen. Unter dem Titel "Würzburg gegen Antisemitismus" solle eine Woche lang Wissen vermittelt und über Vorurteile in der Gesellschaft gesprochen werden, teilten die Veranstalter am Dienstag in Würzburg mit. Für viele Jüdinnen und Juden gehöre die Frage, ob sie sich zu erkennen geben könnten, längst zum Alltag.
Zum Auftakt der Reihe am 25. Oktober sprechen Vertreter der Hochschulen und der jüdischen Gemeinschaft im Johanna-Stahl-Zentrum über die Situation auf dem Campus und in der Stadtgesellschaft, wie es hieß. Unter den Teilnehmenden ist der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, der in Würzburg lebt. Zudem wird eine Fotoausstellung der Fotografin Linea Weber eröffnet, die das jüdische Leben im heutigen Deutschland dokumentiert.
Bildungsarbeit im Fokus
Ein Schwerpunkt der Initiative liegt nach Angaben der Organisatoren auf der Vermittlung in Schule und Hochschule. So thematisiert die katholische Theologie-Professorin Barbara Schmitz antijüdische Denkmuster, die sich über Jahrhunderte gehalten haben. Darüber hinaus stellen Experten Methoden vor, wie Lehrkräfte Vorurteile im Unterricht erkennen und thematisieren können.
Dozent Felix Krull befasst sich in einem Online-Vortrag "Unerwünschte Effekte" zudem mit der Frage, wie gut gemeinte Bildungsarbeit Antisemitismus sogar verstärken kann. Er erläutert unter anderem das Phänomen der Opferkonkurrenz und zeigt, was gute antisemitismuskritische Pädagogik ausmacht. Neben Vorträgen umfasst das Programm Konzerte, Filme und Stadtführungen. Die Eröffnung im Johanna-Stahl-Zentrum beginnt am Sonntag (25. Oktober) um 17 Uhr mit der Ausstellung, ab 18 Uhr schließt sich die Podiumsdiskussion an.