Zugspitze (epd). Nach einem Felssturz an der Zugspitze hat die bayerische Staatsregierung einen Ausbau der Forschung und Vorsorge gegen klimabedingte Naturgefahren angekündigt. Der Klimawandel lasse den Permafrost in den Bergen auftauen und gefährde dadurch die Stabilität des Gesteins, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Mittwoch bei einem Termin auf der Zugspitze.
Ziel sei es, durch genauere Messungen und Kontrollen rechtzeitig vor Felsstürzen warnen zu können, heißt es in einer Mitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz vom Mittwoch. Die zunehmenden Gefahren durch den Klimawandel machten es notwendig, die Vorsorge für Menschen und Infrastruktur auszubauen.
Klimawandel im Hochgebirge besonders zu spüren
Im September waren an der Nordseite der Zugspitze rund 13.800 Kubikmeter Gestein im Permafrostbereich abgestürzt. Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) bezeichnete das Ereignis als Signal für die zunehmenden Veränderungen im Alpenraum. Die Folgen des Klimawandels seien im Hochgebirge besonders früh und intensiv zu spüren. Bayern wolle deshalb sein Naturgefahren-Management weiterentwickeln und langfristige Messungen mit moderner Forschung verbinden, um Vorhersagen und Frühwarnsysteme zu verbessern, heißt es in der Mitteilung.
Aus der Opposition kam schon im Vorfeld zu Söders Zugspitz-Auftritt massive Kritik: "Markus Söder bestaunt oben auf der Zugspitze sterbende Gletscher und bröckelnde Berge und unten in München hackt er das eigene Klimaziel 2040 mit der Axt ab", sagte Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende der Landtags-Grünen, laut Mitteilung der Grünen. Dabei hätte ihre Partei längst gemeinsam mit Wissenschaft, Naturschutz und Bergsport konkrete Vorschläge gemacht. Wichtig sei vor allem ein klares Bekenntnis zum Klimaziel 2040.
Auch der ÖDP-Landesvorsitzende Tobias Ruff empfahl der Staatsregierung einer Mitteilung zufolge, "baldigst nochmals auf die Zugspitze zu reisen und sich dort eine Zeit lang zu Besinnungstagen aufzuhalten".