14.09.2019
Diakonie Rummelsberg

Heilpädagogin als Comic-Heldin: Pixi-Format-Bücher erklären soziale Berufe

Die 23-jährige Erzieherin Ruth Bayer macht derzeit eine Ausbildung zur Heilpädagogin - und ist Comic-Heldin im neusten Pixi-Format-Buch der Rummelsberger Diakonie. In der Reihe werden soziale Berufe vorgestellt.
Autorin Arnica Mühlendyck (links) und Titelheldin Ruth Bayer der Comic-Reihe der Rummelsberger Diakonie
Autorin Arnica Mühlendyck (links) und Titelheldin Ruth Bayer mit dem neusten Buch aus der Comic-Reihe rund um Berufe, die Menschen bei der Rummelsberger Diakonie lernen können.

Luca ist der Held der Pixi-Format-Buch-Reihe, der mit Kinderaugen die sozialen Berufe kennenlernt, die es in der Rummelsberger Diakonie zu erlernen gibt. Texterin Arnica Mühlendyck schickte ihn jetzt auf den Ponyhof. Dort lernt er "Forscherin" Ruth kennen, die als Heilpädagogin mit Kindern arbeitet. Ein Beruf, mit dem wohl nur wenige etwas anfangen können. Umso spannender ist der neueste Band der Rummelsberger Kinderbuchreihe wohl auch für Erwachsene.

Die Forscherin gibt es im wirklichen Leben natürlich auch. Ruth Bayer (23) ist gelernte Erzieherin und absolviert derzeit ihre Ausbildung zur Heilpädagogin bei der Rummelsberger Diakonie. Mit den Tieren sowie mit Mädchen und Jungen zwischen sieben und 13 Jahren arbeitet sie zudem am Pädagogik- und Therapiezentrum in Larrieden bei Feuchtwangen sowie am Therapiehof "Leila" in Röthenbach, den die Rummelsberger Diakonie betreibt.

Diakonie Rummelsberg veröffentlicht Comic-Bücher über soziale Berufe

"Ich versuche, Kinder zu verstehen", antwortet sie im Buch dem kleinen Luca auf die Frage, was sie eigentlich mache. Das ist freilich die Essenz ihrer Arbeit. "Ich versuche, mich in Kinder hineinzudenken, die ihren Klassenkameraden einfach erklären sollen, was ihre Eltern so machen", sagt Bayer.

Und diese können wiederum ihren Kleinen mithilfe eines kleinen Büchleins wie "Luca, Forscherin Ruth und die Sternschnuppe" eine anregende Geschichte erzählen und dabei einen nicht alltäglichen Beruf vorstellen. "Polizist, Zahnarzt oder Bäcker geht immer, für soziale Berufe gibt’s aber so gut wie nichts", meint Autorin Mühlendyck, die selbst zwei Kinder im Alter von fünf und acht Jahren hat.

Was man bei der Ausbildung zur Heilpädagogin lernt

In den 24 Monaten Vollzeit oder den vier Jahren als berufsbegleitende, duale Ausbildung, wie Ruth Bayer sie absolviert, erwirbt man eine ganze Menge spezieller Fähigkeiten, um Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die Verhaltensauffälligkeiten, Beeinträchtigungen oder Behinderungen aufweisen, heilpädagogisch zu fördern.

Im Katalog der Ausbildungsinhalte stehen beispielsweise Sprach- und Wahrnehmungsförderung, Psychomotorik und Verhaltensmodifikation bis hin zu kinesiologischen Übungen. "Erziehen bedeutet, Regeln und Strukturen vorzugeben. Pädagogik blickt dahinter", erklärt die frischgebackene Comic-Heldin.

Es sind Kinder, die von Förderschulen kommen, Lernbehinderungen haben oder von ihren Familien negativ geprägt sind und zum größten Teil medikamentös eingestellt sind, denen Ruth Bayer im Job begegnet. "Das Wichtigste ist, sich gegenseitig gut kennenzulernen und behutsam herauszufinden, warum sich ein Kind in manchen Situationen ungewöhnlich verhält. Dann versuchen wir gemeinsam, eine Lösung zu finden", erklärt sie. "Es ist echte Beziehungsarbeit, die man dabei leistet."

Was die Heilpädagogin im Comic-Buch erlebt

Das läuft dann in ihrem echten Berufsleben ähnlich ab wie im Buch, wo sie den neugierigen Jungen Luca trifft, der in den ersten vier Bänden der Reihe bereits eine Altenpflegerin, eine Erzieherin, einen Heilerziehungspfleger und einen Diakon kennengelernt hat. Eigentlich verbringt der Junge mit seinen Freunden gerade seine Geburtstagsfeier auf dem Pferdehof.

Dort fallen ihm aber das Flüchtlingskind Eren auf, das seine Arme eng um die Stute Sternschnuppe geschlungen hat, sowie die wegen ihrer unterschiedlich langen Beine etwas holprig laufende Lina, die sich mithilfe der Heilpädagogin beim Reiten endlich völlig entspannen kann. Am Ende ist Luca begeistert – nicht nur, dass er seine anfängliche Scheu vor den Pferden überwunden hat, sondern vor dem Mut der beiden anderen Kinder. Und natürlich von Ruth, der das alles so leicht von den Händen zu gehen scheint.

Die "echte" Ruth wird im Frühjahr 2020 ihre Ausbildung beendet haben. Ob die 10.000er-Auflage des neuesten Kinderbuches dann ebenso schnell vergriffen sein wird wie die beiden ersten Abenteuer rund um Trainerin Resa und die Pflegerin mit dem "Anfallsdrachen", das würde Arnica Mühlendyck natürlich gerne wissen. Viel spannender jedoch ist die Frage, ob in wenigen Jahren tatsächlich junge Azubis kommen, die ihren Traumberuf in einem der Kinderbücher entdeckt haben.

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