26.12.2018
Personen der Bibel

Der gute Wirt, der nicht in der Bibel steht

Er steht nicht in der Bibel, gehört aber zum festen Repertoire der Weihnachtsgeschichte: der Wirt, der Maria und Josef schließlich doch noch ein Quartier im Stall gibt. Deshalb soll er auch in dieser Reihe seinen Platz haben - immerhin ist er ein Vorbild für Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft.
Er gehört unbedingt in jedes Krippenspiel, steht aber nicht in der Bibel: der Wirt - ein kleines Lob auf den braven Mann, der dann doch seinen Stall zur Verfügung gestellt hat.

Wem geht beim Krippenspiel im Gottesdienst am Heiligen Abend wohl nicht das Herz auf! Besonders wenn die Kleinen als Maria und Josef verkleidet, an Hirten und Engeln vorbei, eine Unterkunft suchen, damit Jesus geboren werden kann. Fast immer taucht dann bei der Herbergssuche im Krippenspiel einer auf, der in der biblischen Geschichte gar nicht vorkommt. Der Wirt!

"Wer klopfet an?", fragt der Wirt im Krippenspiel. Antwort von Maria und Josef: "Ein gar armes Weib mit ihrem Mann." Zwei Wirte schlagen den Hilfesuchenden die Türe vor der Nase zu. Das hochheilige Paar eilt von Herberge zu Herberge. Doch nirgends ist für die hochschwangere Maria und den besorgten Josef ein Zimmer frei. Erst der letzte Wirt ist hilfsbereit und hat noch ein Plätzchen für die beiden: in einem Stall, neben Ochs und Esel. Er hat also den Heiland in sein Haus gelassen, ohne es zu wissen.

Der hilfsbereite Wirt - eine Figur, die zwar nicht in der Bibel vorkommt, aber gut in der Heiligen Schrift stehen könnte. Denn hier geht es ja schließlich um Nächstenliebe, und die passt perfekt zu Weihnachten.

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