Fasten im Corona-Jahr
Das Leben in der Corona-Pandemie fühlt sich für viele Menschen reduziert an, eintönig und karg. Soll man da auch noch fasten? Seelsorgerinnen und Referenten der katholischen und der evangelischen Jugendarbeit haben einen Vorschlag.

Mit dem ökumenischen Fastenheft #MeTime! laden die Jugendarbeiter dazu ein, aus einer Zeit des Verzichts eine Zeit der Fülle zu machen. "Es geht uns darum, sieben Wochen Zeit mit sich selbst zu verbringen", erklärt Diakonin Veronika Pummerer, Dekanatsjugendreferentin in Traunstein. Das Ziel: der eigenen Persönlichkeit und den eigenen Lebensstrategien Aufmerksamkeit schenken.

Das Heft speist sich aus dem Projekt "MUTmacherei", dass das Team bereits im ersten Lockdown 2020 ins Leben gerufen hatte. Jede Woche bekamen junge Erwachsene dabei Selbstcoaching- und Reflexions-Tools an die Hand, um sich in der Zeit reduzierter Kontakte nicht zu verlieren.

Ökumenisches Fastenheft #MeTime!

"Vor allem für Berufsanfänger, Abiturienten oder Studierende war die Situation sehr schwer, weil sie komplett in der Luft hingen", berichtet Pummerer. Die Aufbruchsstimmung, die sonst zu diesen Lebensphasen gehört, sei von Zukunftsängsten, Sorgen um infizierte Familienmitglieder oder Quarantänebedingungen verdrängt worden.

Die Impulse der "MUTmacherei" seien vor allem in der Anfangszeit gut angenommen worden. "Wenn der Impuls von jemandem kommt, den man persönlich kennt, ist eine größere Verbundenheit da", sagt die Diakonin.

Die Essenz des "MUTmacher"-Projekts findet sich nun im Fastenheft #MeTime! wieder.

Im Gegensatz zum Selbstoptimierungs-Ziel der Coaching-Szene laute das Motto: "Guck mal auf dich!"

Der Hintergrund der Team-Mitglieder jedenfalls ist verheißungsvoll: Es gibt einen Life-Design-Coach, der zugleich Psychologe und Jugendreferent in Landshut ist. Eine Kollegin ist Betriebswirtin, eine andere Musikpädagogin und die nächste Outdoor-Trainerin und Gestaltpädagogin.

Entsprechend abwechslungsreich und innovativ präsentiert sich der Fastenbegleiter: Nach den Vorbereitungstagen knöpfen sich die Teilnehmer ihre persönliche Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft vor. "Wie ich ICH geworden bin", heißt die Frage im ersten Teil.

"Das Jetzt ist der einzige Moment, den ich leben kann" ist der Block zur Gegenwart. "Wohin willst du gehen?" fragt der Schlussteil, der schließlich ins Osterfest mündet.

Vom Herzensgebet über hawaianische Vergebungsrituale, Bodyscan und Yoga bis zur Geh-Meditation reichen die Angebote. Ein Fastenbuddy für mehr Spaß und Durchhaltevermögen wird empfohlen, dazu acht Online-Treffen mit allen Beteiligten – und eine Woche Heilfasten ist auch im Programm.

Es ist ein ganz schönes Brett, das die Jugendarbeiter da gezimmert haben. Und es macht Lust aufs Fasten, trotz der zähen Corona-Zeit. Der Vorteil: Bei der Online-Bestellung sieht man das Alter nicht – vielleicht haben ja auch ein paar Best- und Silver-Ager Lust auf sieben Wochen #MeTime!

Fasten-Tipp

#MeTime!

Das Fastenzeitheft #MeTime! kann kostenlos über die Internetseite www.eja-muenchen.de/service oder per Mail
unter mutmacherei@jugendstelle-giesing.de bestellt werden.

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