28.08.2020
Pilgern von Berlin nach Süddeutschland

Pilger werben mit ihrer Reise durch Deutschland für Toleranz und Respekt zwischen Religionen

Mit einer Pilgerreise durch sieben Bundesländer soll ein Zeichen für Frieden und Toleranz gesetzt werden. Start war am Dienstag in Berlin am Brandenburger Tor. Die Pilgergruppe läuft nun in vier Wochen bis nach Süddeutschland.
Pilgern
Pilgern ist "unterwegs Gott begegnen".

Die frühere Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Lala Süsskind, und die muslimische Frauenrechtlerin Seyran Ates haben in Berlin ein Zeichen für Frieden, Toleranz und Respekt zwischen den Religionen gesetzt.

Bei einer interreligiösen Mahnwache am Brandenburger Tor betonte Süsskind am Dienstag: "Uns vereint, dass wir alle Menschen sind, egal was wir darstellen als Vertreter einer Religion, Atheisten oder Agnostiker."

Ates erklärte: "Frieden ist das, was uns bewegt." Gemeinsam mit anderen Teilnehmern trugen die beiden Frauen zudem Schilder mit den Worten "Kein Morden im Namen Gottes".

Interreligiöse Mahnwache vor Start

Die interreligiöse Mahnwache fand gemeinsam mit weiteren Teilnehmern kurz vor dem Start einer mehrwöchigen Pilgerreise auf dem Jakobsweg von Berlin nach Süddeutschland statt.

An der Pilgerschaft für Frieden und Toleranz beteiligen sich unter anderem Ates sowie der Berlin-Beauftragte der Jakobusgesellschaft, Jörg Steinert. Er ist zugleich Geschäftsführer des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) Berlin-Brandenburg.

Steinert erklärte, dass Religion "auch etwas Verbindendes sein kann und kein Grund für Hass und Mord und Diskriminierung".

Jakobsweg als Friedensweg

Die Juristin und Gründerin der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee, Ates, erklärte, dass sie aus Sicherheitsgründen nicht an der traditionellen islamischen Pilgerfahrt nach Mekka (Hadsch) teilnehmen könne. Durch Steinert habe sie den Jakobsweg für sich entdeckt. Dieser sei ein Friedensweg.

Die Pilgergruppe läuft in den kommenden Wochen von Berlin durch Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen und Bayern nach Baden-Württemberg. Der sächsische Staatssekretär und Bevollmächtigte des Freistaates Sachsen beim Bund, Conrad Clemens (CDU), zeigte sich erfreut, dass der Jakobsweg über die Pilgergruppe nun auch in Sachsen sowie in Ostdeutschland bekannter werde.

Er überreichte der Pilgergruppe eine kleine Holzfigur aus dem Erzgebirge und wünschte den Pilgern eine gute Reise.

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