14.10.2018
Evangelische Morgenfeier

Predigt: Was Heimat bedeutet (Ex 3,1-8.13f)

"Die Geschichte vom brennenden Dornbusch sagt: Gott ruft uns und kann uns brauchen. Auch wenn wir nicht immer gleich wissen, wie wir unsere persönlichen Aufgaben schaffen sollen. Gehen wir barmherzig miteinander um. Dazu gehört Herzensbildung, eine nicht nur im Kopf, sondern auch im Herzen und in der Grundeinstellung fest verwurzelte positive Haltung zu einem verantwortlichen Leben." Eine Predigt der Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler.
Mose und der brennende Dornbusch
Mose und der brennende Dornbusch, Mosaik in der Basilika San Vitale in Ravenna

Mythos Bayern

Oberaudorf am Inn. Als Kind habe ich es geliebt, mit dem Fernglas die Felsen des österreichischen Kaisergebirges abzusuchen. Wer weiß – vielleicht irgendwo eine Gams…  Im Sommer bin ich mit dem Sessellift das Hocheck hinaufgefahren. Ein Bergerl, das ganz nah an der Ortsmitte liegt. Oben bin ich mit Freunden gewandert. Im Winter bin ich mit den Skiern oder dem Schlitten hinab ins Tal gesaust.  Als evangelisches Kind trippelte ich bei der Fronleichnamsprozession mit.

Ich schnupperte in der katholischen Dorfkirche den Weihrauch, bis mir schwindlig wurde. Und entdeckte für immer meine Krippenleidenschaft. Ich bin aus Oberaudorf am Inn, sage ich, wenn man mich fragt, wo ich herkomme. Obwohl ich da gar nicht geboren wurde. Aber ich bin dort daheim, weil ich die Landschaft liebe, den Duft der gemähten Wiesen, die Trollblumen am Berg, die Nachbarschaft Österreichs mit herrlichen Käseläden, die Sprache, den Dialekt. Dort, in Oberaudorf, habe ich als Kind mit meinen Eltern Heimat gefunden.

Dort, wo man die liberalitas bavarica, die bayerische Freiheit und Liberalität, zu leben versteht. Als wir aus Baden-Württemberg dorthin zogen, fanden wir eine voralpenländische Willkommenskultur vor, die uns thüringisch-oberfränkisch-schwäbischen Migranten offenstand. Niemand von uns musste sich ändern. Aber alle drei haben wir uns dort eingefügt, wo es uns sinnvoll und stimmig erschien.

Fragt mich jemand in Europa, wo ich zu Hause bin, sage ich Deutschland, Bayern, München. Das klingt überall gut - auch in Asien. Dort bleibt allerdings Bayern München hängen und ich in einer fröhlichen Fußballspielercharakterisierung. Macht nichts: Heimat bedeutet auch, ich kenne mich aus in dem, was daheim los ist. Kann davon erzählen. Ich muss mich nicht mit allem identifizieren, was in meiner Heimat geschieht. Aber ich kann Stellung dazu beziehen, ich kann mich dazu verhalten.

Heimat. Das ist der Ort, die Landschaft, in der man aufwächst. Farben, Gerüche, Klänge. Das sind natürlich auch die Menschen, die einem das Gefühl geben: Hier bin ich Mensch, hier darf ich´s sein. Die mich mögen und wirklich SEIN lassen. Die akzeptieren, dass ich wie sie selbst auch meine Eigenheiten habe. Heimat kann mir auch werden, wo ich aus beruflichen oder privaten Gründen irgendwann heimisch werde: Ein anderes Land, in dem ich für eine Zeit lebe, eine Gegend, die ich neu kennen und lieben lerne.

Im Kloster Ettal, im oberbayerischen Landkreis Garmisch-Partenkirchen, gibt es noch bis November eine sehenswerte Landesausstellung. Sie beschäftigt sich mit dem Thema Heimat und hat den verlockenden Titel "Mythos Bayern". Der Untertitel lautet "Wald, Gebirg und Königstraum". Man erfährt viel über die heimischen Berge und Wälder. Fürsten und Fürstinnen dürfen dabei natürlich nicht fehlen. Erst recht nicht Gott, bei dem wir ja unsere eigentliche Heimat haben.

Gott, bei dem wir bei allen Auf- und Umbrüchen im Leben uns zuhause, geborgen fühlen dürfen – gleich, wo wir gerade Wohnung nehmen oder eine verlassen müssen, irgendwann für immer. Die Bibel drückt das so aus: "Wir haben hier keine bleibende Stadt, aber die zukünftige suchen wir" (Hebräer 13,14). Wir sind sozusagen Gäste auf Erden, die sich einrichten im Hier und Jetzt. Das dürfen und das sollen wir natürlich auch – aber in dem Wissen, dass nichts für immer ist. Nur die Heimat bei Gott, die ist ewig.  

Gott ist auch in den Feuerproben

Jetzt sind wir erst einmal auf Erden unterwegs und hoffentlich auch gut beheimatet. In der Bibel gibt es eine Geschichte, die es mit Heimat, Aufbruch und neuem Zuhause zu tun hat. Und mit einer Führungspersönlichkeit, die dazu berufen wird, Menschen von einem Ort zum anderen zu leiten. Menschen, die ihr altes Zuhause aufgeben müssen und ein neues entdecken können. Diese Geschichte gibt viel her für uns - gerade an diesem Sonntag, an dem in Bayern gewählt wird.

Wir haben die Wahl zwischen verschiedenen Parteien und Kandidaten. Allesamt reden sie von Heimat. Von denen, die schon da sind und Menschen, die zu uns kommen. Wir sollten sehr genau aufpassen, wo wir unser Kreuz hinmachen – damit wir uns für demokratische Führungspersönlichkeiten entscheiden. Für solche, die wie Mose das Wohl des ganzen Volkes im Blick haben, die mit Herz und Verstand regieren. Hören wir die Geschichte von der Berufung des Mose.  

Mose aber hütete die Schafe Jitros, seines Schwiegervaters, des Priesters in Midian, und trieb die Schafe über die Steppe hinaus und kam an den Berg Gottes, den Horeb.
Und der Engel des HERRN erschien ihm in einer feurigen Flamme aus dem Dornbusch. Und er sah, dass der Busch im Feuer brannte und doch nicht verzehrt wurde.
Da sprach er: Ich will hingehen und die wundersame Erscheinung besehen, warum der Busch nicht verbrennt.
Als aber der HERR sah, dass er hinging, um zu sehen, rief Gott ihn aus dem Busch und sprach: Mose, Mose! Er antwortete: Hier bin ich.
Gott sprach: Tritt nicht herzu, zieh deine Schuhe von deinen Füßen; denn der Ort, darauf du stehst, ist heiliges Land!
Und er sprach weiter: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Und Mose verhüllte sein Angesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen.
Und der HERR sprach: Ich habe das Elend meines Volks in Ägypten gesehen und ihr Geschrei über ihre Bedränger gehört; ich habe ihre Leiden erkannt.
Und ich bin herniedergefahren, dass ich sie errette aus der Ägypter Hand und sie herausführe aus diesem Lande in ein gutes und weites Land, in ein Land, darin Milch und Honig fließt …
Mose sprach zu Gott: Siehe, wenn ich zu den Israeliten komme und spreche zu ihnen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt!, und sie mir sagen werden: Wie ist sein Name?, was soll ich ihnen sagen?
Gott sprach zu Mose: Ich werde sein, der ich sein werde. Und sprach: So sollst du zu den Israeliten sagen: "Ich werde sein", der hat mich zu euch gesandt. (Ex 3, 1-8. 13f.)

Mose steht vor dem brennenden Dornbusch. Es brennt auch an vielen Stellen in unserer Heimat. Die Schere von Armut und Reichtum klafft immer weiter auseinander. Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Rassismus nehmen schon wieder zu. Wir in den Kirchen bemühen uns wie viele staatliche Stellen darum, aufzufangen, was in anderen Bereichen - im Elternhaus, im Zusammenspiel zwischen Beruf und Familie nicht mehr geleistet wird. Wir dienen oft der Elementarfürsorge.

Das heißt: Wir üben und trainieren in den Kindergärten und Schulen, in der Jugendarbeit der Kirchen Lebensbewältigung in allen seinen Vollzügen, beim Essen angefangen über Selbstorganisation beim Lernen bis hin zu den psychisch sensiblen Aufgaben des Umgangs mit Verlust, mit Angst, mit Trauer, mit Aggression und Gewaltpotenzial in einem selber und in anderen. Übung auch im Um-gang mit den Glücksmomenten, mit Erfolg, Freundschaft, Liebe. Und wir müssen uns allesamt manchen Feuern im Leben stellen - so, wie Mose.

Wir können gewiss sein: Gott ist auch in den Feuerproben, die wir zu bestehen haben. Wenn wir glauben, im Wald zu stehen, uns im Gebirge verirrt haben oder wenn wir Königsträume begraben. Gott spricht auch aus dem Feuer: "Ich will mit dir sein." Auf Gottes Beistand dürfen wir uns verlassen – in unserem Beruf und im persönlichen Leben.

Menschen unterstützen, die einen Exodus wagen

Mose wird von Gott berufen, sein Volk Israel aus Ägypten aus der Sklaverei zu führen. So eine Aufgabe haben wir nicht. Dennoch stehen wir alle in der Verantwortung.

Wir haben es in der Familie, im Freundes- und Kollegenkreis, in unserer Gesellschaft immer wieder mit Menschen zu tun, die in anderer Weise gefangen sind: Kinder und Jugendliche, die eingesperrt sind in familiären Verhältnissen, die ängstlich den Schritt aus sich heraus nicht wagen oder sich und anderen durch überzogene Selbstvorstellungen im Weg stehen. Frauen und Männer, die obdachlos sind und nicht wissen wohin. Flüchtlinge, Migrantinnen, denen die Sorge den Blick auf das verheißene Land ihrer Zukunft verstellt.

Unsere Aufgabe ist es, Menschen zu unterstützen, die einen Exodus, einen Aufbruch wagen aus Situationen, die sie beengen, bedrohen, gefährden. Wir sind in unserem jeweiligen Kontext alle ein kleiner Mose. Und wer in einem "Frei"staat wie dem unseren lebt, der wird dankbar für die eigene Heimat andere Menschen in Freiheit begleiten, wo immer die für sie ist. Das ist nicht nur leicht. Mose wird angesichts der Aufgabe, die Gott ihm aufbürdet, verzagt und versucht, sich rauszuwinden.

"Wer bin ich, dass ich zum Pharao gehe? (…) Ich bin von jeher nicht beredt gewesen. (…) Mein Herr, sende einen anderen!" Es gibt auch in unserem Leben Momente, in denen wir uns einer Aufgabe nicht gewachsen fühlen und an unseren Fähigkeiten zweifeln. Das ist normal. Und noch mehr: Es ist eine Tugend. Es ist eine Tugend, selbstkritisch zu sein, sich selber zu hinterfragen, das eigene Handeln immer wieder neu zu prüfen. Vermessen wäre es zu meinen, stets alles zu wissen und zu können.

Die Geschichte vom brennenden Dornbusch sagt: Gott ruft uns und kann uns brauchen. Auch wenn wir nicht immer gleich wissen, wie wir unsere persönlichen Aufgaben schaffen sollen. Gehen wir barmherzig miteinander um. Dazu gehört Herzensbildung, eine nicht nur im Kopf, sondern auch im Herzen und in der Grundeinstellung fest verwurzelte positive Haltung zu einem verantwortlichen Leben. Eine solche Herzensbildung entsteht nicht durch den bloßen Blick von außen auf unter-chiedliche Weltanschauungen und Religionen.

Herzensbildung braucht nicht nur ein Kennenlernen, sondern ein Vertrautwerden. Unsere Konfirmanden gehen zum Beispiel gerne in eine Synagoge und erfahren dort ganz sinnlich, auch durch Essen und Trinken, durch Musik und Bilder, was Judentum bedeutet. Sie werden bestimmt keine Antisemiten. Herzensbildung braucht im tiefsten Sinne des Wortes "Vor-Bilder". Toleranz und Respekt haben ein klares Bewusstsein vom eigenen Glauben und den damit verbundenen Werten als Basis. Eigenes Profil macht Dialog möglich.
Nur wenn ich weiß, wofür ich stehe, kann ich mich mit anderen auseinandersetzen. In einer Gesell-schaft, in der es ein unüberschaubares Angebot an Sinnstiftung gibt, in der immer wieder der Mangel an Orientierung und Werten, die Sehnsucht nach Geborgenheit artikuliert werden, braucht es Männer und Frauen, braucht es uns alle, die profiliert für ihren persönlichen Glauben und für unsere Demokratie einstehen. Mit Gottes Hilfe, der ein dynamischer Gott ist, einer der mitgeht.

Ich bin, der ich bin, ich werde sein, der ich sein werde. Das ist kontinuierliche Verlässlichkeit und permanenter Schwung in einem.

Heimat ist mehr als eine Idylle – Heimat ist nicht selbstverständlich

Wald, Gebirg und Königstraum ist der Untertitel der Landesausstellung im Kloster Ettal. Das klingt nach trachtlerischer Ludwig II. -Idylle. Das kann es manchmal sein, ist es aber letztlich nicht. Wer aus Bayern kommt, wird im Rest der Republik gelegentlich belächelt. Überall sonst auf der Welt sind die Bayern die Deutschen, denen besonders viel Anerkennung entgegengebracht wird.

Mit beidem muss man umgehen können. Heimat - das ist Solidarität mit und Loyalität zu dem Ort, dem Land, aus dem man kommt, zu der Familie, der man entstammt. Heimat zu haben bedeutet aber auch, eine kritische-konstruktive Distanz einzunehmen, wo dies nötig ist. Eine Blut- und Boden-Ideologie ist zerstörerisch, weil sie das Eigene absolut setzt, obwohl es doch immer einen Schritt zurück braucht, um klar sehen zu können. Heimat, das ist wie in einer Partnerschaft Faszination und Erschrecken.

Es ist Zustimmung und Empörung. Immer aber der dezidierte Wille, verantwortlich mit eigenen Ideen im Diskurs mitzugestalten. Es geht einem um das Ganze. Wenn einem gleich ist, was geschieht, ist die Beziehung zum Partner, zur Heimat perdu, also verloren. Heimat fordert eine persönliche Stellungnahme heraus, eine, die verlangt, genau hinzuschauen. Will ich das, was da bei mir, bei uns geschieht? Gebe ich dem meine Stimme? Oder widerspreche ich, kritisiere ich, wieder aus guten Gründen? Wie soll meine Heimat, der Ort, an dem ich mich zu Hause fühle, ausgestaltet sein?

Aus all diesen Überlegungen wird schnell klar, dass Heimat keine schlichte oder gar kitschige Idylle ist. Wald, Gebirg, Königstraum. Ja schon. Aber wer sich die Bewahrung eines Zuhauses für unterschiedliche Menschen auf die Fahnen schreibt, der muss mit dafür sorgen, dass sie alle teilhaben können an dem, was das gesellschaftliche Zuhause bietet. Anteilnahme ist ein Wort, das Empathie und Sympathie miteinschließt.

Heimat braucht Teilhabe und Anteilnahme – die Chance, das demokratische Mitreden verwirklichen zu können, zu spüren, dass es Sicherheit, Geborgenheit und Lebensperspektive gibt. Das haben sich Mose und die Israeliten auch gewünscht. Heimat – das symbolisiert die Idee, wie Leben miteinander sein kann und soll: solidarisch und zugleich individuell, persönlich. Gemütlich, genussvoll und zugleich widerständig, aufmüpfig, rebellisch, wenn es um das Wohl des Ganzen geht.

Traditionen müssen bewahrt bleiben, wo sie lebensdienlich sind und immer wieder daraufhin überprüft werden, ob sie den Menschen guttun, sie miteinschließen. Wenn man aus vermeintlicher Heimatliebe Menschen ausgegrenzt, sie für unpassend erklärt und weghaben will, dann ist das keine Heimatliebe, sondern bornierte, engstirnige Sturköpfigkeit. Wahre Heimat ist wandelbar, beweglich, mobil. Heimat - für mich bedeutet das Verbundenheit mit dem Glauben und den Werten, die unser Land bislang geprägt haben.

Es bedeutet Dankbarkeit gegenüber denen, die meine Heimat nach der Nazi-Barbarei und dem zweiten Weltkrieg wiederaufgebaut haben. Ja: Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland. Danach lasst uns alle streben, denn das sind biblische Begriffe, humane Prinzipien, die Gläubige verschiedener Religionen und Atheisten verbinden können. Ich freue mich über die Kreuze, die Marterl, die am Wegesrand stehen, und über die Kreuze in unseren öffentlichen Räumen.

Das Kreuz hat seinen Platz nicht nur im privaten Kämmerlein oder im Kirchenraum. Es gehört hin-aus in die Welt. Recht verstanden ist das Kreuz ein inklusives Symbol - und zwar eines, das der Welt oft genug eine Torheit ist. Es erinnert daran, dass der wahre Gott sich als wahrer Mensch offenbart. Als einer, der in die tiefsten Abgründe steigt, um seinen Menschen nahe zu sein. Um ihnen deutlich zu machen, was seine Botschaft ist: Liebe. Ein aufrechter, getroster Gang trotz allen Scheiterns.

Freiheit, dem Nächsten zu dienen, ihm in allem Leid und Unrecht beizustehen. Und dabei nie zu vergessen, dass auch im Namen des Kreuzes Schreckliches getan wurde und manchmal noch wird. Das Kreuz ist Symbol des schärfsten Religionskritikers aller Zeiten. Jesus hat sich dagegen verwahrt, dass wir Gott selbstherrlich vereinnahmen und uns dadurch selbst zu einem Gott, einer Göttin erklären. Sein Kreuz lehrt Demut und Bescheidenheit. Es lehrt uns, aufeinander achtzuhaben.

Ich freue mich darüber, wenn politisch Verantwortliche sich bewusst und demütig unter das Kreuz stellen. Es ist gut, wenn sie ihre Verantwortung, ihre Mühe um gute Wege für dieses Land, ihre Entscheidungen im Licht des Kreuzes bedenken. Ich freue mich über Politiker und Politikerinnen, die sich durch das Kreuz an die eigene Fehlbarkeit und die eigenen Grenzen ebenso erinnern lassen wie an die Vergebung, auf die wir Christenmenschen im Glauben an den gekreuzigten und auferstandenen Christus hoffen und vertrauen.
In diesem Sinne auch: Gott mit dir, du Land der Bayern... Über deinen weiten Gauen ruhe seine Segenshand. Er behüte deine Fluren, schirme deiner Städte Bau… In Zeiten, in denen wir uns um unsere Umwelt und das Klima sorgen, in denen wir immer wieder mit Gewalt konfrontiert werden, ist es gut und richtig, sich an den zu erinnern, von dem das Leben kommt und zu dem es zurück-kehrt. Es ist notwendig, sich neu ins Bewusstsein zu rufen: Heimat ist nichts Selbstverständliches. Sie muss sorgsam bewahrt werden muss. Auch, in dem man zur Wahl geht!

Bei allen Königsträumen, brennenden Dornbüschen, Wäldern und Bergen bleibt die biblische Einsicht, dass wir auf Erden Fremdlinge sind und dermaleinst in das zurückkehren, was wir als himmlisches Zuhause glauben. Bis dahin darf man sich neben der Arbeit für die Wohnlichkeit dieser Erde an der Beheimatung erfreuen, die uns geschenkt ist. Gott macht uns notfalls Feuer, damit wir tun, was wir sollen. Und Gott ist beständig schwungvoll an unserer Seite. Damit kann man getrost leben und träumen. Amen.

Evangelische Morgenfeier vom 14.10.2018 (20. Sonntag nach Trinitatis) mit Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler, München, Thema: Heimat ( Ex,3,1-8,13f)

Das PDF mit dem vollständigen Text kann beim BR heruntergeladen werden unter diesem Link.

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