21.01.2019
Weltgebetstag 2019

Weltgebetstag 2019 zu "Slowenien" erstmals mit Livestream

Erstmals wird die bayerische Landeskirche einen Livestream vom Weltgebetstag ausstrahlen. Schon jetzt treffen sich in den Gemeinden ökumenische Frauengruppen, um den Weltgebetstag vorzubereiten. Wer aber am ersten Freitag im März (01.03.2019) keine Zeit hat, kann zumindest online dabei sein.
Den Weltgebetstag 2019 am 1. März haben Frauen aus Slowenien gestaltet

Die Projektstelle #KircheDigital der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB) bietet dazu erstmals einen Livestream im Internet an. Übertragen wird ein Gottesdienst aus Hellmitzheim, den die Gemeinde in Form einer Tischgemeinschaft feiert. Der Livestream ist so aufgebaut, dass Gemeinden an anderen Orten die Tischgemeinschaft fortsetzen können. Wenn Beamer und Leinwand an der Stirnseite einer langen Tafel stehen, setzt sich diese in der Kirche in Hellmitzheim fort.

Die Kommunikation aller feiernden Gemeinden untereinander ist über eine Social Wall möglich, auf der alle Posts auf Twitter und Instagram angezeigt werden. Der Livestream wird auf Youtube im Channel von @bayernevangelisch übertragen. Teilnehmer, die sich vorab melden, werden im Gottesdienst begrüßt. Das Projekt „Den Weltgebetstag online mitfeiern“ ist eine Kooperation von Weltgebetstag der Frauen Deutsches Komitee e. V. und dem ELKB-Projekt #KircheDigital.

WGT 2019 aus Slowenien

Der Weltgebetstag der Frauen am 1. März 2019 widmet sich den Mädchen und Frauen in Slowenien. Thema des Gottesdienstes, der weltweit begangen werde, sei das Gleichnis vom Festmahl: "Kommt, alles ist bereit!" (Lukas 14,13-24), erklärte Irene Tokarski, die Geschäftsführerin des Deutschen Weltgebetstagskomitees in Stein. Der Weltgebetstag wolle Frauen unterschiedlicher Konfessionen dazu einladen, sich "auf den Weg zu machen, eine Kirche zu werden, in der mehr Platz ist und alle mit am Tisch sitzen".

Den Text für den zentralen Gottesdienst haben Frauen aus Slowenien verfasst. Sie erzählen darin von ihrem Glauben und aus ihrem Alltag. Das Land wurde ausgesucht, weil es als junge Demokratie mit kommunistischem Erbe eine interessante Rolle in Europa spielt, erklärte das Frauenwerk Stein. Das Titelbild zum Weltgebetstag 2019 stammt von der slowenischen Künstlerin Rezka Arnus. In ihrem Bild "Come - Everything is ready" verbindet sie ihr Heimatland mit dem Gleichnis des Festmahls aus dem Lukasevangelium.

Auf dem Tisch liegt ein Stück Kuchen - das nationale Gericht Potica. Die Trauben symbolisieren die verschiedenen slowenischen Weinbaugebiete. Gleichzeitig sollen sie auf das Problem des Alkoholismus im Land aufmerksam machen. Zudem liegt auf dem Tisch ein Lebkuchenherz aus einheimischem Honig und darauf die slowenische Nationalblume, eine Nelke. Das Bild rückt nicht nur die Frauen in den Vordergrund mit ihrer traditionellen Tracht. Es zeigt auch Menschen am Rand der Gesellschaft - ein blindes Mädchen, einen tauben Jungen und ein spastisch gelähmtes Mädchen.

Rezka Arnus hat selbst nur eine Sehleistung von fünf Prozent. Die 1953 geborene Katholikin arbeitete viele Jahre als Physiotherapeutin, bis sie mit 46 Jahren wegen ihrer Erblindung pensioniert wurde. Ihre Bilder entstünden aus "reiner Intuition", erklärt die Künstlerin: "Frauen sind mein autobiographisches Werk."

Die Geschichte des Weltgebetstages

Vor über 130 Jahren legten christliche Frauen in Nordamerika den Grundstein für die Bewegung des Weltgebetstags. Heute sind Frauen in über 120 Ländern und allen Regionen der Welt miteinander verbunden.

Der Weltgebetstag setzt sich ein für Gerechtigkeit, Frieden und die Rechte von Frauen und Mädchen weltweit. Der Tag wird begleitet mit Aktionen und Kampagnen.

Die Weltgebetstage beschäftigen sich jedes Jahr mit einem anderen Land der Welt. Die Länder werden bestimmt bei der Internationalen Weltgebetstagskonferenz, die alle vier bis sechs Jahre stattfindet und zu der rund 200 Frauen aus aller Welt anreisen. Slowenien wurde bei der Konferenz im Jahr 2012 dazu bestimmt, die Gottesdienstordnung für das Jahr 2019 zu verfassen.

Für jeden Gottesdienst werden eine eigene Gottesdienstordnung sowie Materialien erarbeitet. Die Internationale Geschäftsstelle schickt die Gottesdienstordnung dann in alle Welt - dort werden die Texte in die jeweiligen Landessprache übersetzt.

Im Deutschen Weltgebetstagskomitee sitzen Vertreterinnen aus zwölf Mitgliedsorganisationen und neun Konfessionen. Dadurch wird sichergestellt, dass in der Übersetzung die unterschiedlichen christlichen Konfessionen und ihre liturgischen Besonderheiten vertreten sind.

 

 

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