25.05.2019
Europawahl

Bedford-Strohm und Marx warnen vor Rechtspopulismus und Nationalismus

Am Tag bevor die Deutschen ihre Stimme für die Europawahl abgeben können, warnen der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, vor "nationalistischen Angstmachern".
Kirchentag: Marx und Bedford-Strohm
Beim evangelischen Kirchentag im Mai 2017: Reinhard Marx und Heinrich Bedford-Strohm

In einem am 25. Mai 2019 veröffentlichten Gastbeitrag für "Focus Online" schreiben Marx und Bedford-Strohm, wer bei der Wahl für Europa und das Projekt seiner Einheit in Vielfalt stimme, votiere für die Fortführung des Friedensprojekts.

"Wer auf die Abwicklung Europas durch nationalistische Angstmacher spekuliert, der setzt viel aufs Spiel. Vielleicht alles", mahnen die Spitzenvertreter der beiden großen Kirchen. Keine der rechtspopulistischen Parteien Europas gebe "konstruktive politische Antworten auf die Herausforderungen, vor denen Europa steht". Weder ließen sich so "Friedensperspektiven für die blutigen Konflikte vor den Toren der Union" erarbeiten. Noch helfe die Leugnung des Klimawandels bei der Ausformulierung einer tragfähigen Klimapolitik.

Der Münchner Erzbischof Marx und der bayerische Landesbischof Bedford-Strohm rufen vor allem junge Leute dazu auf, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen.

In allen EU-Mitgliedsländern gebe es bei jungen Menschen klare Mehrheiten für einen Verbleib in der Union. Doch die "Leidenschaft der Jungen für Europa" habe sich in Deutschland noch nie in einer überdurchschnittlichen Wahlbeteiligung niedergeschlagen", so der bayerische Landesbischof und der Münchner Erzbischof.

Die Spitzenvertreter der beiden großen Kirchen weisen auch auf die christlichen Wurzeln Europas hin: "So wie eine starke Demokratie auch vom christlichen Engagement lebt, so fußt ein starkes Europa auf seinen christlichen Wurzeln", betonen Marx und Bedford-Strohm. Die menschliche Würde und Freiheit drückten sich demokratisch durch politische Partizipation und soziale Teilhabe aus.

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