13.09.2020
Landessynode 2020

Dekan Hans Stiegler ist Vizepräsident der bayerischen evangelischen Landessynode

Als Mann des Ausgleichs ein Segen für die Kirche: Der Ansbacher Dekan wurde als Vizepräsident der Landessynode wiedergewählt.
Dekan Hans Stiegler Ansbach

Der Ansbacher Dekan Hans Stiegler (62) bleibt der "Cheftheologe" der bayerischen Landessynode. Die Synode wählte bei ihrer ersten Tagung am Wochenende im Eventzentrum Strohofer bei Geiselwind den überzeugten Lutheraner wiederum zum theologischen Vizepräsidenten. In seiner Führungsfunktion vermittelt Stiegler ausgehend von einem festen christlichen Wertefundament als Mann des Ausgleichs zwischen konservativen und progressiven Positionen in der Kirche. Er setzt sich deshalb dafür ein, dass bei den Diskussionen über unterschiedlichen Frömmigkeits- und Glaubensstile keine Gräben aufgerissen werden. Mit seiner "geschwisterlichen Zugewandtheit und seinem weiten Herzen" sei Stiegler ein Segen für die Kirche, betonte Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm in seinem Glückwunsch zum 60. Geburtstag des Ansbacher Dekans vor zwei Jahren.

Ansbacher Dekan Hans Stiegler für Reformprozess

In den kirchlichen Reformprozessen, mit denen die Kirche die Menschen in ihren jeweiligen Lebenssituationen wieder neu erreichen will, ist Stiegler auch ein Fürsprecher der 1.540 bayerischen Gemeinden. Denn eine Voraussetzung für eine zukunftsfähige, agile Kirche ist für ihn, dass die Gemeinden mehr Freiräume bekommen, "weil sie am besten wissen, wie sie agieren müssen und welche Schwerpunkte nötig sind". Statt einer kirchlichen Bürokratie, die jeden kleinsten Schritt prüfe, sei ein größeres Vertrauen in die Leute vor Ort nötig: "Wenn der Heilige Geist in den Gemeinden weht und Gaben weckt, hat das nicht unbedingt mit Ausbildung und Strukturen zu tun, sondern mit Menschen, die Dinge können".

Die hohe Zahl der Kirchenaustritte treibt den Dekan und synodalen Vizepräsidenten gleichermaßen um. Die Synode wie die gesamte Kirche sollten stärker wahrnehmen, dass viele Menschen der Kirche den Rücken kehren. Bisher seien diese Kirchenaustritte aber eher stillschweigend zur Kenntnis genommen worden. Das Grundanliegen müsse deshalb jetzt sein, "den Menschen überzeugend deutlich zu machen, was der christliche Glaube für sie bedeuten und welche ungeheuer befreiende Wirkung er für ihr eigenes Leben und ihren Alltag haben kann". Allerdings gehe der gesellschaftliche Trend, dass große Organisationen an Bedeutung verlieren, auch nicht an der Kirche vorbei.

Leitungserfahrung hat Hans Stiegler, der Vater von vier erwachsenen Kindern ist, in vielen Jahren im Dekanat Ansbach gesammelt, mit 34 Kirchengemeinden einer der großen Kirchenbezirke innerhalb der Landeskirche. Davor war er Gemeindepfarrer in Oberfranken und Dekan im mittelfränkischen Leutershausen.

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