Dialog, gegenseitige Akzeptanz und konkrete Begegnungen sind nach Ansicht von Vertreter:innen aus Kirche, Diakonie und Politik zentrale Voraussetzungen für gelingende Nachbarschaft. Das war das Ergebnis des gemeinsamen Jahresempfangs von Mission EineWelt, dem Centrum für Partnerschaft, Entwicklung und Mission der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, und dem Kirchenkreis Bayreuth am Freitag in der St. Lorenzkirche in Hof.

Mit dem Satz "Wenn ich ‚Hof‘ höre, klingt es in meinen Ohren immer nach Hoffnung“ begrüßte die Regionalbischöfin im Kirchenkreis Bayreuth, Berthild Sachs, laut einer Mitteilung die rund 100 Gäste aus Bayern und internationalen Partnerkirchen. Anschließend diskutierten die Teilnehmenden über lokale und globale Formen des Zusammenlebens. Die Moderation übernahm Sonntagsblatt-Redakteur Micha Götz. 

Mission-EineWelt-Direktor Hanns Hoerschelmann betonte laut Mitteilung, Nachbarschaft entstehe nicht von selbst. "Dafür muss man sich einsetzen, zuhören, etwas tun und vielleicht auch mal Unterschiede aushalten." Gerade in der aktuellen gesellschaftlichen Situation sei dieser Einsatz besonders wichtig.

Bedeutung von Austausch und gemeinschaftlichen Erfahrungen

In einer Podiumsdiskussion verwiesen die Beteiligten laut Mitteilung auf die Bedeutung von Austausch und gemeinschaftlichen Erfahrungen. Jürgen Schöberlein von der Diakonie Hochfranken bezeichnete das Gespräch als "Grundbedingung für gute Nachbarschaft". Der Hofer Oberbürgermeister Stefan Schmalfuß (CSU) sagte, Nachbarschaft bedeute "gegenseitige Akzeptanz, Toleranz und Wertschätzung", insbesondere dort, wo Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenlebten.

Als Beispiele für gelingende Begegnung nannten die Diskussionsteilnehmer gemeinsame kulturelle und soziale Aktivitäten. Die Pfarrerin Vlasta Heinrich Groll von der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder berichtete von musikalischen Andachten, die Menschen aus verschiedenen Orten zusammenführten. Schöberlein verwies auf das Projekt "Über den Tellerrand", bei dem gemeinsames Kochen und Essen Menschen miteinander ins Gespräch bringe.

Auch internationale Kirchenpartnerschaften wurden laut Mitteilung als Beitrag zu einem grenzüberschreitenden Miteinander hervorgehoben. Der Hofer Dekanatsjugendreferent Sebastian Damm schilderte Erfahrungen aus einer Partnerschaft mit Malaysia. Der gemeinsame christliche Glaube schaffe Verbundenheit über kulturelle und geografische Grenzen hinweg.

(om/sob)