31.01.2020
Europa

Nach dem Brexit: Kirchen-Partnerschaften mit England sollen Brücken sein

Nach dem Brexit am 31. Januar 2020 werden kirchliche Partnerschaften nach England immer wichtiger werden - davon zeigen sich die Bayreuther und Nürnberger evangelischen Regionalbischöfe überzeugt.
Union Jack und Europa-Flagge

Die Kirchen in England und Deutschland könnten "einen wichtigen Part dazu beitragen, dass der Austritt aus der EU kein Austritt aus Europa wird", sagte die Nürnberger Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern am Tag des Brexit. Am Austrittstag Großbritanniens aus der EU schrieben sie und Regionalbischof Stefan Ark Nitsche einen Brief an ihre Partnerdiözese Hereford. In einer Zeit, in der politische Kräfte versuchten, einen Keil zwischen die Menschen zu treiben, sei es umso wichtiger, dass die Kirchen weiter für Versöhnung, Menschenrechte und Menschenwürde eintreten, heißt es darin.

"Unsere Verbundenheit in Christus ist stärker als politische Grenzen", erklärte die Bayreuther Regionalbischöfin Dorothea Greiner.

Die neue politische Situation werde die bestehenden Freundschaften nicht beeinträchtigen. Es schmerze aber zu sehen, wie die englischen Partnergemeinden durch den Brexit erschüttert seien, "weil die politische Polarisierung Spuren hinterlässt". Die Medien würden nur unzureichend wiedergeben, "wie es unseren englischen Freunden in diesen Tagen geht."

Christen müssten in Zeiten der Polarisierung und rascher politischer oder wirtschaftlicher Gewinnmaximierung auf Kosten des Gemeinwohls aller Menschen dieser Erde Verantwortung für Frieden und Versöhnung im Alltag übernehmen, stellte Regionalbischof Nitsche fest.

Der Kirchenkreis Bayreuth ist seit über 35 Jahren mit der südenglischen Diözese Chichester verbunden. Dorothea Greiner ist in Chichester Canon of Honour, Ehrenmitglied des Kathedralkapitels. Vom 20. bis 25. Mai ist der Knabenchor der Kathedrale von Chichester im Kirchenkreis Bayreuth auf Konzertreise.

Seit mehr als 30 Jahren pflegt der Kirchenkreis Nürnberg eine Partnerschaft mit der westenglischen Diözese Hereford. Sie werde immer wieder vertieft durch gemeinsame Workshops auf den Kirchentagen und durch Gemeinde-, Schul- und Dekanatspartnerschaften, hieß es. Außerdem entsende man gegenseitig Pfarrer und Pfarrerinnen in die Partnerkirchen. Regionalbischof Nitsche ist "Ecumenical Compagnon" der Kathedrale von Hereford.

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