A m 22. März konstituiert sich in Bayreuth die neue Landessynode. Von den Synodalen sind 76 erstmals Teil des "Kirchenparlaments". Eine Synode mit so vielen neuen Gesichtern verspricht neue Perspektiven und Debatten. Vor allem aber zeigt sie: Die evangelische Kirche lebt von Beteiligung und von regelmäßigem demokratischen Wechsel.

Das passt in eine Zeit, in der Demokratie vielerorts besonders beschworen wird. In den vergangenen Monaten hat die bayerische Landeskirche mit Nachdruck für die Demokratie geworben.

Mit ihrer Kampagne rund um die Kommunalwahlen am 8. März hat sie zur Beteiligung aufgerufen. Noch bis zum 22. März geht diese Phase in gewisser Weise in die Verlängerung: In rund 250 bayerischen Kommunen entscheiden Stichwahlen über Bürgermeisterämter und Landratsmandate.

Demokratie ist nicht nur ein politisches Prinzip, sondern gelebte Praxis

Dass ausgerechnet an diesem Tag auch die neue Landessynode ihre Arbeit aufnimmt, ist eine schöne Parallele. Denn auch in der evangelischen Kirche gilt: Demokratie ist nicht nur ein politisches Prinzip, sondern gelebte Praxis. Die Landessynode berät, entscheidet, ringt um Mehrheiten – kurz: Sie gestaltet die Kirche gemeinsam. 

Wer die Zahl der vielen neuen Synodalen sieht, erkennt darin auch Erneuerung, Lust und Mut, sich an die Arbeit zu machen. Das macht die Kirche lebendig.

Damit dieses kirchliche Ringen sichtbar bleibt, braucht es jedoch Öffentlichkeit. In den vergangenen Jahren ist das Interesse säkularer Medien an der Arbeit der Landessynode spürbar zurückgegangen. Kirchliche Themen finden seltener Platz in Zeitungen, Radio und Fernsehen, als es früher der Fall war. 

Evangelische Publizistik schafft Öffentlichkeit, ordnet ein, stellt Fragen und eröffnet Räume für Debatten

Umso wichtiger wird eine evangelische Publizistik aus Öffentlichkeitsarbeit und journalistischen Formaten wie dem Sonntagsblatt, die über das Tun und Wirken der Synode berichten - wohlwollend, und wenn es nötig ist, auch kritisch. Evangelische Publizistik schafft Öffentlichkeit, ordnet ein, stellt Fragen und eröffnet Räume für Debatten.

Wer möchte, dass kirchliche Themen Menschen erreichen – glaubwürdig und verlässlich –, der wird auf eine lebendige evangelische Medienlandschaft nicht verzichten können. 

Die neue Landessynode beginnt ihre Arbeit also in einem doppelten Sinn demokratisch: durch ihre Zusammensetzung – und durch die Öffentlichkeit, die ihr Tun begleitet.