Die Nürnberger Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern hat in ihrer Silvesterpredigt zu Vertrauen, innerer Standfestigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung aufgerufen. Ausgangspunkt war der Bibelvers "Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit", den sie nicht als starre Unveränderlichkeit deutete. Entscheidend sei Wiedererkennbarkeit im Kern: Treue, Verlässlichkeit und Vertrauen – auch in Zeiten des Wandels.
Kontinuität und Veränderung seien kein Gegensatz, betonte Hann von Weyhern. Wer nur auf Beständigkeit setze, werde starr, wer sich nur anpasse, verliere Orientierung. Der Glaube müsse lebendig bleiben.
Hoffnung auf gutes Ziel des Lebens
Mit Blick auf die Gegenwart warnte die Regionalbischöfin davor, sich "durch mancherlei und fremde Lehren umtreiben" zu lassen. Das bedeute heute, sich nicht spalten, aufhetzen oder durch populistische Parolen irremachen zu lassen und weder reale Gefahren zu verharmlosen noch das Recht des Stärkeren gelten zu lassen.
Der Satz "Wir haben hier keine bleibende Stadt" sei keine Drohung, sondern eine Verheißung. Er eröffne die Hoffnung auf ein gutes Ziel des Lebens, auch wenn dieses nicht genau benannt werden könne.
Zentral stellte Hann von Weyhern das Bild des Herzens: "Es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde." Gemeint sei keine Verhärtung, sondern innere Stabilität, die beweglich bleibt. Diese Festigkeit entstehe "durch Gnade" und durch Vertrauen darauf, nicht allein gelassen zu sein – eine Ermutigung, mit Zuversicht ins neue Jahr zu gehen.