4.12.2019
ELKB

Wahl der neuen Landessynode in Bayern: Das sind die Kandidaten

Am kommenden Sonntag steht die neue Zusammensetzung der evangelischen Landessynode fest. Das Kirchenparlament der bayerischen Landeskirche aus 108 Mitgliedern wird auf sechs Jahre gewählt. In welchen Kirchenkreisen viele "Neulinge" zu Synodalen werden und wo alles beim Alten bleibt.
Landessynode Schwabach 2018 Frühjahr

Viele neue Kandidaten aus dem Kirchenkreis Regensburg

Bis zum 7. Dezember wird die neue Landessynode der bayerischen Landeskirche gewählt. Bei den ordinierten und nicht-ordinierten Vertretern für den Kirchenkreis Regensburg wird es viele neue Gesichter geben: Von den künftig zehn Synodalen, die den Kirchenkreis im bayerischen Kirchenparlament repräsentieren, treten fünf nicht wieder an. Bis zum Samstag müssen die Briefwahlunterlagen der Kirchenvorstände eingegangen sein. Am Sonntag (8. Dezember) sollen die Ergebnisse dann feststehen.

Die ordinierten Synodalen teilen sich im Kirchenkreis Regensburg, der insgesamt acht Dekanate umfasst, auf in einen Dekan und zwei Pfarrer. Bislang saßen der Sulzbach-Rosenberger Dekan Karlhermann Schötz und Pfarrer Fritz Hohenberger aus Regensburg sowie Pfarrer Hans-Peter Pauckstadt-Künkler aus Weiden im Kirchenparlament der 2,35 Millionen Protestanten Bayerns. Es kandidieren Dekanin Christiane Murner (Neumarkt), Dekan Schötz (Sulzbach-Rosenberg) und Dekan Thomas Schwarz (Ingolstadt). Um die zwei Sitze der ordinierten Pfarramtsinhaber aus dem Kirchenkreis Regensburg bewerben sich insgesamt elf Pfarrerinnen und Pfarrer. Pauckstadt-Künkler tritt für die kommende Synodalperiode, die bis zum Jahr 2026 dauert, nicht wieder an.

Insgesamt bewerben sich laut Wahlvorschlag 21 Frauen und Männer um die sieben Sitze für Nicht-Ordinierte im Kirchenparlament. Erneut kandidieren Karl Georg Haubelt (Amberg) und Hans-Christoph Oelker (Manching). Von den nicht-ordinierten Synodalen treten nicht mehr an: Christian Bittner (Marklkofen), Dieter Ehlers (Bogen), Klaus Galle (Roding) und Käthe Pühl (Neustadt am Kulm). Zum ersten Mal darf aufgrund des Zuwachses an Gemeindemitgliedern der Teilwahlkreis Regensburg sogar zwei nicht-ordinierte Synodale stellen. Wahlberechtigt sind laut Wahlkreisbeauftragtem etwa 1.400 Stimmberechtigte in den Kirchenvorständen der 143 Gemeinden des Kirchenkreises Regensburg.

Die meisten Landessynodalen im Kirchenkreis Augsburg und Schwaben stellen sich wieder zur Wahl

Ein Dekan, zwei ordinierte Theologen und sieben Nicht-Ordinierte werden aus dem Kirchenkreis Augsburg und Schwaben in das Gremium gewählt. Aus dem Kirchenkreis stellt sich der amtierende Donauwörther Dekan Johannes Heidecker wieder zur Wahl. Außer dem 60-Jährigen kandidieren zudem der Memminger Dekan Christoph Schieder (46) und die Augsburger Dekanin Doris Sperber-Hartmann (53) um dem einen Sitz. Von den zwei zu wählenden Pfarrern und Pfarrerinnen stellt sich der bisherige gewählte Synodale Pfarrer Klaus Haimböck (55) aus Wallerstein zur Wahl. Sein bisheriger Synodalkollege, der Mindelheimer Pfarrer Erik Herrmanns, hingegen kandidiert nicht mehr. Um einen dieser zwei vorgesehenen ordinierten Synodalvertreterposten kandidieren außer Haimböck noch vier weitere Theologinnen und Theologen: aus Augsburg Pfarrer Bernhard Offenberger (34), aus Bächingen Pfarrer Frank Bienk (43), aus dem Dekanat Neu-Ulm Pfarrer Martin Burkhardt (53) aus Memmingen und Pfarrerin Gisela Schludermann (43) aus Kempten.

Insgesamt bewerben sich bei der Synodalwahl 30 Personen aus dem Kirchenkreis Augsburg und Schwaben. 22 davon kandidieren für einen der insgesamt sieben zur Verfügung stehenden Synodalplätze für Nichtordinierte, sind also keine Pfarrerin oder Pfarrer. Zwei Synodenplätze stehen für das Dekanat Augsburg zur Verfügung: dafür kandidieren der bisherige Synodale Wolfgang Bär (67), Bernd Arndt (74) aus Wertingen, die 24-jährige Studentin Pia Heutling, der Key Account Manager Marius Köhler (50), die 54-jährige Ökotrophologin Karin Mante und der 60-jährige Musiker Christian Nees aus Mering. Außerdem die bisherige Synodale und ehemalige Augsburger Richterin Beate Schabert-Zeidler und der ehemalige Oberstudiendirektor Gerhard Schröder (67).

Für die Dekanate Donauwörth, Nördlingen und Oettingen steht ein Synodalplatz zur Verfügung. Für diesen kandidieren die Religionspädagogin und bisherige Synodale Christa Müller (52) aus Wechingen sowie neu der Nördlinger Rechtsanwalt Johannes Ziegelmeir (58). Aus dem Dekanat Neu-Ulm treten an die Realschullehrerin und bisherige Synodale Lisa Huster (28), aus Burtenbach der 38-jährige Verwaltungsjurist Sebastian Rommel sowie die Verwaltungsfachangestellte Heike Winter (53) aus Pfaffenhofen a.d. Roth. Auch sie kandidieren für einen zu vergebenden Synodalplatz.

Ebenso einen Synodalen stellt das Dekanat Memmingen. Dort kandidieren die bisherige Synodale Edith Pfindel (54), Fachoberlehrerin aus Woringen, der Manager Markus Detlefsen (49) aus Buchloe sowie der 68-jährige Publizist Manfred Gittel aus Bad Wörishofen.

Bleibt noch das Dekanat Kempten, wo über zwei Synodalplätze abgestimmt wird. Dort treten an die 59-jährige Rektorin Dagmar Engstler aus Kempten, der 69-jährige ehemalige Baudirektor Bruno Fischle sowie ebenfalls aus Kempten die 49-jährige Rechtsanwältin Monika Ludwig. Aus Waltenhofen kandidiert der 68-jährige Arzt Paul Offenberger, der 60-jährige Bioland-Erzeugerberater Günter Räder aus Obergünzburg sowie der bisherige Synodale Michael Renner (60), Oberstudiendirektor aus Wiggenbach. Nicht mehr kandidieren wird Gertrud Späth aus Dietmannsried.

Großer Umbruch bei Münchner Landessynodalen

Aus dem Kirchenkreis München und Oberbayern kommen 18 Vertreter. Nur sieben der bisherigen Synodalen treten zur Wiederwahl an. Die Wahl ist heiß umkämpft: Insgesamt bewerben sich 66 Personen auf die 18 Mandate.

Um die beiden Sitze für Dekane bewerben sich die Münchner Dekane Felix Reuter (43), Peter Marinkovic (61) und Christoph Grötzner (60) sowie der Traunsteiner Dekan Peter Bertram (57) und sein Fürstenfeldbrucker Kollege Markus Ambrosy (54). Die bisherigen delegierten Dekaninnen treten nicht mehr an: Hanna Wirth aus Rosenheim ist bereits in Ruhestand, die Amtszeit der Münchner Stadtdekanin Barbara Kittelberger dauert nur noch bis Juni 2020.

Als einziger ordinierter Synodaler tritt Norbert Roth (46), Pfarrer der Münchner Matthäuskirche, wieder zur Wahl an. Um die vier Sitze für Pfarrerinnen und Pfarrer konkurrieren mit ihm zwölf weitere Kandidaten aus dem Kirchenkreis.

48 Frauen und Männer kandidieren laut Wahlvorschlag für die zwölf Synodensitze für Nicht-Ordinierte. Davon saßen sechs Personen bereits in der letzten Wahlperiode in der Landessynode: Die Hörfunkredakteurin Elke Zimmermann (58), die Übersetzerin Betty Mehrer (59), die Finanzfachfrau Andrea Jarmurskewitz (43), der CSU-Generalsekretär Markus Blume (44), der Politikberater Philipp Hildmann (46) und der Diakon Robert Münderlein (60).

Unter den erstmalig Kandidierenden sind Lehrerinnen, Wissenschaftler, Anwälte, Richterinnen, Agraringenieure, Hotelfachleute, Rettungssanitäter und Hauswirtschafterinnen. Jüngste Kandidatin ist die 25-jährige Giannia von Crailsheim, die gerade ihren Master in Religion, Wirtschaft und Politik abschließt.

Viele Ansbach-Würzburger Landessynodale hören auf

Von den fünf ordinierten Synodalen, die den Kirchenkreis bisher im Gremium vertreten, tritt bloß einer wieder an. Und auch von den zehn Nicht-Ordinierten stellen sich nur fünf erneut zur Wahl.

Die ordinierten Synodalen teilen sich im Kirchenkreis Ansbach-Würzburg auf in zwei Dekane und drei Pfarrer. Bislang saßen die Würzburger Dekanin Edda Weise und der Ansbacher Dekan Hans Stiegler - zugleich Vizepräsident der Landessynode - sowie Pfarrer Thomas Schweizer aus Gemünden, Pfarrerin Jacqueline Barraud-Volk aus Marktbreit und Pfarrer Christoph Seyler, Leiter des Evangelischen Bildungszentrums Hesselberg unweit von Gerolfingen, in der Synode, dem Kirchenparlament der rund 2,35 Millionen Protestanten Bayerns. Nur Pfarrer Schweizer tritt erneut als Kandidat zur Wahl an.

Für Unterfranken kandidieren die drei Dekane Ivo Huber (Markt Einersheim), Rudi Rupp (Aschaffenburg) und Matthias Büttner (Bad Neustadt), in Mittelfranken sind es Rainer Horn (Leutershausen), Martin Reutter (Feuchtwangen) und Klaus Schlicker (Windsbach). Insgesamt bewerben sich im ganzen Kirchenkreis elf Pfarrerinnen und Pfarrer um die drei verfügbaren Sitze der drei Teilwahlkreise. Die kleinteiligsten Teilwahlkreise gibt es für Nicht-Ordinierte - die sind zwischen einem und drei Dekanate groß. Insgesamt bewerben sich laut Wahlvorschlag 35 Frauen und Männer um die zehn Sitze im Kirchenparlament.

Erneut kandidieren die Synodalen Renate Käser (Euerbach), Karen Heußner (Thüngersheim), Ruth Finster (Burghaslach), Hartmut Assel (Burgbernheim) und Christine Kaas (Ansbach). Diese fünf bisherigen Nicht-Ordinierten Synodalen treten nicht erneut zur Wahl an: Helga Neike (Miltenberg), Robert Karr (Ohrenbach), Emil Rössle (Dentlein am Forst), Gerhard Baumgärtner (Gunzenhausen) sowie der ehemalige Direktor der Evangelischen Tagungsstätte Höhe Rhön in Bischofsheim, Fritz Schroth, der in den vergangenen Jahren in vielen verschiedenen Funktionen in der Landessynode und deren Organen aktiv war.

Oberfränkisches Stühlerücken: Im Kirchenkreis Bayreuth kandidieren 58 Bewerber für 17 Plätze

Im Kirchenkreis Bayreuth bewerben sich insgesamt 58 Frauen und Männer um die 17 Mandate. Zu erwarten ist ein eher maßvolles Stühlerücken: Elf der bisherigen Synodalen treten zur Wiederwahl an.

Um die beiden Sitze für Dekane bewerben sich sechs neue Kandidaten: Jürgen Blechschmidt (61) aus Rügheim, Stefan Kirchberger (57) aus Coburg, Thomas Kretschmar (58) aus Kulmbach, Peter Bauer (42) aus Wunsiedel, Jürgen Hacker (54) aus Bayreuth und Völker Pröbstl (58) aus Selb. Die zwei bisherigen Delegierten treten nicht mehr an: Dekanin Dorothea Richter aus Kronach wurde erst Ende November in den Ruhestand verabschiedet, die Amtszeit des Hofer Dekans Günter Saalfrank dauert noch bis Ende 2021.

Insgesamt 15 Pfarrerinnen und Pfarrer konkurrieren um die vier Sitze für ordinierte Synodale. Alle vier bisherigen Gewählten kandidieren erneut: Kathrin Neeb (53) aus Gemünda, Wolfgang Oertel (52) aus Untersteinach, Matthias Öffner (46) aus Emtmannsberg und Thomas Berthold (52) aus Helmbrechts, der erst in diesem Jahr für den plötzlich verstorbenen Hofer Pfarrer Johannes Taig in die Landessynode nachgerückt war.

37 Frauen und Männer kandidieren laut Wahlvorschlag für die elf Plätze für Nicht-Ordinierte. Davon saßen sieben bereits in der letzten Wahlperiode in der Landessynode: Martin Finzel (41), Bürgermeister in Ahorn bei Coburg, die Coburger Floristmeisterin Petra Heeb (59), der Forchheimer Rechtsanwalt Robert Glenk (58), die Kulmbacher AOK-Fachangestellte und stellvertretende Landrätin Christina Flauder (55), der Diplom-Chemiker Ulrich Hornfeck (49) aus Naila, die Bayreuther Journalistin Stefanie Finzel (55) und der Sparkassenbetriebswirt Gerhard Herrmannsdörfer (49) aus Emtmannsberg.

Nicht mehr zur Wahl stellten sich unter anderem zwei oberfränkische Synodale, die in den vergangenen Jahren auch im Präsidium des bayerischen Kirchenparlaments saßen: der frühere Wunsiedler Landrat Peter Seißer (76) und der ehemalige Berufssoldat Gerhard Ried (62) aus Hof.

Ein weites Spektrum von Berufen zeigt sich bei den erstmalig Kandidierenden: Es reicht vom Hochschulrektor bis zum Förster, von der Erzieherin bis zur Oberstudiendirektorin, vom Tierarzt bis zum Richter. Jüngste Kandidatin ist die 22-jährige Sozialpädagogik-Studentin Lucia Herold aus Michelau.

Die Landessynode hat als Kirchenparlament weitreichende Befugnisse. Das Gros der Synodalen ist nicht-ordiniert. Das Gremium verabschiedet Kirchengesetze, entscheidet in Personalfragen, beschließt zudem den kirchlichen Haushalt und wählt den Landesbischof. Das griechische Wort Synode bedeutet "gemeinsamer Weg" und "Versammlung zur Beratung".

ShareFacebookTwitterShare

Weitere Artikel zum Thema:

Landessynode

Plenum Synode Schweinfurt
Alterspräsidenten haben in den Parlamenten eigentlich eine kaum spektakuläre Rolle. Ihr Amt währt meist nur wenige Stunden, gerade mal so lange, bis ein neu gewählter Stadtrat, ein Bundestag oder eine Landessynode sich ein neues Präsidium gewählt hat. In der Regel beschränkt es sich auf die Abwicklung von Geschäftsordnungsprozeduren. Doch Alterspräsidenten genießen genau aus diesem Grund ein Privileg.

Wahlen der Synode

Plenum der Landessynode
Autor
Für evangelische Christen war Würzburg nicht immer ein gutes Pflaster. Erst das sogenannte Toleranzedikt im Jahr 1803 schuf die Grundlage für eine Gleichberechtigung der Konfessionen in der früheren Residenzstadt der katholischen Fürstbischöfe. Sie konnten nun Bürgerrechte erwerben und waren den Katholiken gleichberechtigt. Die Protestanten blieben in Würzburg stets in der Minderheit - und trotzdem spielt das evangelische Würzburg für die Gründung der heutigen bayerischen Landeskirche eine wichtige Rolle. Entscheidende Impulse für die moderne Kirchenstruktur kamen von dort, die Stadt gilt daher als "Keimzelle" der Landeskirche.