Zusammen mit 600 Sängern aus ganz Oberfranken, einer eigens zusammengestellten Band sowie mehreren Gesangssolisten und Schauspielern kommt am 16. März in der Brose Arena in Bamberg das Chormusical "Sieben Worte vom Kreuz" von Albert Frey zur Aufführung. Dabei werden nicht nur 100 bis 150 Sänger aus Bayreuth und Umgebung mitwirken – mit Dekanatskantor Michael Lippert von der Ordenskirche in St. Georgen wird auch ein Bayreuther als Leiter an der Spitze stehen. Er wird den insgesamt rund 600 Stimmen starken Chor zusammen mit dem Coburger Kirchenmusiker Arno Seifert leiten.

Passionsgeschichte im Popmusik-Gewand

"Wir proben seit Anfang Januar jeden Dienstag im Gemeindehaus von St. Georgen", sagt Michael Lippert, der sich weit über Bayreuth hinaus mit seinen spektakulären Kompositionen einen Namen gemacht hat. Es sei unheimlich spannend und bereichernd, dabei zu sein, sagt er, obwohl Michael Lippert dem Projekt anfangs eher skeptisch gegenübergestanden habe. Schon im Herbst habe es eine erste Kennenlernprobe in der Ordenskirche gegeben, nun stehe die heiße Probenphase an.  Bei den sieben letzten Worten handelt es sich der Passionsgeschichte zufolge um die letzten Worte Jesu Christi nach der Kreuzigung. Ihnen wird im Christentum besondere Bedeutung beigemessen. Zahlreiche Komponisten, von Heinrich Schütz über Carl Heinrich Graun, Georg Philipp Telemann bis Joseph Haydn haben entsprechende Vertonungen geschaffen.

Jetzt also auch der 1964 geborene Musiker Albert Frey, der in der christlichen Popmusik-Szene längst kein Unbekannter mehr ist. Skeptisch sei er gewesen, ob man ein derart ernstes Thema mit den Mitteln der Popmusik darstellen könne, erinnert sich Michael Lippert. Schließlich ordne man die Popmusik ja normalerweise dem Unterhaltungsbereich zu. Nach der bisherigen Probearbeit ist sich der Kirchenmusiker allerdings sicher: "Ich denke, das kann gelingen."

Wenngleich, ein Experiment sei es schon. Nach den ersten Proben sei aber schnell klar geworden: "Es sind viele sehr schöne Sachen dabei." Durch die vielen klassischen Anklänge und den lyrischen Charakter klinge die Komposition sehr nach Passion. Der Leidensweg Christi stellt in konzentrierter Form den Lebensweg des Menschen von der Geburt bis zum Tod dar. Genau das sei auch der Inhalt von "Sieben Worte vom Kreuz". Die sieben Worte seien der rote Faden, den auf die Situation heruntergebrochen jeder erfahren kann. Da gehe es um Vergebung ("Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun"), um den Durst nach göttlicher Spiritualität ("Mich dürstet") oder um die Warum-Frage ("Mein Gott, warum hast du mich verlassen").

Abwechslungsreiche aber anspruchsvolle Musik

Albert Frey möchte mit seinem Werk auch zeigen, dass uns die Passionszeit mit den wesentlichen Menschheitsfragen in Berührung bringen kann. Das Stück beleuchte das Geheimnis des Kreuzes aus unterschiedlichen Perspektiven, bringe Wesen und Botschaft Jesu auf den Punkt und schenke eindrucksvolle Trostworte. Die Musik bestehe aus vielen Einzelsongs, aus Liedern, die Albert Frey bereits veröffentlicht, jedoch neu arrangiert hatte; es kämen dabei viele Solostücke vor und manchmal sei auch ein "orientalischer Einschlag", etwa durch übermäßige Sekunden festzustellen, erläutert Michael Lippert. Die Musik orientiere sich sehr am Text, und mit dem Titel "Zwischen Himmel und Erde" sei Albert Frey sogar ein richtiger Schlager gelungen. Auf jeden Fall lasse sich das anspruchsvolle Werk schön dirigieren, lobt Michael Lippert den einheitlichen Stil. Wobei er zugestehen muss: "Manche Chorsätze sind gerade für die Männerstimmen schon sehr anstrengend."

Alle Sänger, die bereits beim letztjährigen Großprojekt der Stiftung Creative Kirche, dem Martin-Luther-King-Musical in Bayreuth, mitgemacht hatten, seien auch diesmal wieder angeschrieben worden und es seien sehr viele "Wiederholungstäter" dabei, aber auch Debütanten. Die Altersspanne reicht von Jugendlichen bis hin zu Sängern, die bereits das 80. Lebensjahr vollendet haben. Das Chormusical "Sieben Worte vom Kreuz" wird am 16. März um 19 Uhr in der Bamberger Brose Arena aufgeführt. Schon im Vorfeld gibt es weitere Stationen, diese sind bereits am 2. März in Ludwigsburg und am 9. März in Bochum.

Alle Informationen und Karten gibt es hier.

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