30.11.2018
Alpenvorland

Garmisch-Partenkirchen: 7 Fakten über den Urlaubsort

Garmisch-Partenkirchen ist Ausgangspunkt für lange Bergwanderungen im Sommer und wilde Skitouren im Winter. Aber wofür steht der Ort ganz im Süden von Bayern noch?
Lüftlmalerei in Garmisch-Partenkirchen

1. Lüftlmalerei

Bunte Kunstwerke zieren viele Hauswände in Garmisch-Partenkirchen. Zu sehen sind Engel, Schutzpatrone, Bilder der Maria und andere religiöse Figuren, aber auch aufwendige Schmuck- und Dekoelemente. Die Lüftmalerei entstand im 18. Jahrhundert. Sie sollte Farbe auf die öden Fassaden bringen - und die einfache Architektur der Häuser anspruchsvoller aussehen lassen.

Warum die bayerische Kunstform Lüftlmalerei heißt, ist unklar. Möglicherweise geht der Begriff darauf zurück, dass die Maler "in luftiger Höhe" arbeiteten. Denkbar ist aber auch, dass die Kunst nach dem Haus "Zum Lüftl" benannt wurde, in dem der Fassadenmaler Franz S. Zwinck einst wohnte.

Neujahrsskispringen in Garmisch-Partenkirchen

2. Neujahrsskispringen

Das Neujahrsskispringen in Garmisch-Partenkirchen zählt zu den größten Wintersport-Veranstaltungen in Deutschland. Jedes Jahr am 1. Januar verfolgen zwischen 20.000 und 30.000 Zuschauer vor Ort und Millionen an den Fernsehgeräten, wie die Skispringer die 395 Meter lange Schanze mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von mehr als 90 Kilometern pro Stunde hinunterrasen und möglichst weit fliegen.

Der Wettbewerb ist Teil der Vierschanzentournee. Sie wird zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag mit vier Wettkämpfen in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen ausgetragen.

Kirchdorf Wamberg bei Garmisch-Partenkirchen

3. Kirchdorf Wamberg

Östlich vom Ortszentrum Garmisch-Partenkirchens liegt in knapp 1.000 Metern das Kirchdorf Wamberg. Rund 30 Menschen leben in dem Dorf, das nach Angaben des Landkreises zu den höchstgelegenen Dörfern mit Kirche in Deutschland zählt. Die katholische Kirche St. Anna wurde 1721 geweiht.

Wer das Dorf zu Fuß erreichen will, muss vom Klinikum rund 45 Gehminuten zurücklegen. Von Wamberg aus erwartet den Wanderer ein lohnender Blick auf Zugspitze und Alpspitze – und eine warme Mahlzeit mit kühler Erfrischung im Gasthof.

Extremsportler Alexander Schulz balancierte auf einer Slackline über den Eibsee bei Garmisch-Partenkirchen

4. Slackline-Weltrekord

327 Meter lang und 2,5 Zentimeter breit war das Seil, auf dem der Extremsportler Alexander Schulz 2014 über den Eibsee balancierte. Damit stellte der damals 23-Jährige einen neuen Weltrekord auf der Slackline auf. "Das blau-grüne Wasser, die Natur und die Kulisse der Zugspitze verleihen diesem Ort eine ganz besondere Magie", schreibt der Rosenheimer auf seiner Website über den See, der zehn Kilometer westlich von Garmisch-Partenkirchen liegt. So könne er sich besonders gut auf seinen Sport konzentrieren.

Inzwischen hat er seinen eigenen Rekord schon wieder eingestellt – mit einer 674 Meter langen Slackline, die er über den Wanfo-See im Osten Chinas gespannt hatte und im Mai 2017 überquerte. 

Hornschlittenrennen in Garmisch-Partenkirchen

5. Hornschlittenrennen

Am Dreikönigstag findet in Garmisch-Partenkirchen jedes Jahr das Hornschlittenrennen statt. Auf einem hölzernen Gefährt rasen Viererteams mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 Kilometern pro Stunde von der Partnachalm hinunter ins Tal. Wer die 1,2 Kilometer lange Rennstrecke am schnellsten zurücklegt, darf sich ein Jahr lang "Bayerischer Meister im Hornschlittenfahren" nennen und gewinnt ein Preisgeld. Die Bestzeit erzielte 2018 das Team "D’Unheimlich Feirigen Garmisch" mit einer Minute und 25 Sekunden.

Zurückzuführen ist die Veranstaltung auf eine private Wette, die am 6. Januar 1970 eingelöst wurde. Das Rennen fand in der Nacht statt, sodass die Strecke mit Fackeln beleuchtet werden musste. 2019 feiert der Hornschlittenverein Partenkirchen die 50. Ausgabe des Wettbewerbs. 

Garmisch-Partenkirchen steht im Mittelpunkt vieler Regionalkrimis.

6. Regionalkrimis

Kriminalromane, deren Handlung in einer bestimmten Region angesiedelt ist, boomen. Besonders beliebt sind jene, die in Alpennähe spielen. Die von Nicola Förg erfundenen Kommissarinnen Irmi Mangold und Kathi Reindl gehen zum Beispiel seit 2009 Spuren zwischen Ammertal und Karwendel nach. Daraus entstanden sind neun Bücher. Marc Ritter, der in Garmisch-Partenkirchen aufgewachsen ist, hat bereits vier Krimis geschrieben, in denen der Lokalreporter Karl-Heinz "Gonzo" Hartinger Fälle in der Region löst.

Unangefochtener König des Alpenkrimis ist jedoch der gebürtige Garmisch-Partenkirchener Jörg Maurer. Sein Kommissar Hubertus Jennerwein ermittelte im Werdenfelser Land seit 2014 in elf Kriminalfällen.

Evangelische Kirchen Garmisch-Partenkirchen

7. Sechs evangelische Kirchen

Zu den am 1. Januar 2017 fusionierten evangelischen Kirchengemeinden Garmisch und Partenkirchen zählen sechs Kirchen. Die Johanneskirche ist die sogenannte "Mutterkirche", von der seit 1891 alles evangelische Leben im Dekanat Weilheim ausging. Die Christuskirche in Garmisch ist 1950 aus einem Pferdestall entstanden. Die Erlöserkirche Grainau von 1960 ist das letzte Werk des Architekten Olaf Andreas Gulbransson, der noch vor Vollendung des Baus bei einem Autounfall starb.

Neben der 1962 erbauten Heilandkirche in Oberau und der Friedenskirche Burgrain von 1975 ist die Markuskirche in Farchant die jüngste Kirche. Sie hat ihren Platz seit 1993 in einem umgebauten Feuerwehrhaus.   

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