16.12.2019
Barrierefreiheit

Kunstmuseum Bayreuth erweitert inklusive Angebote für Menschen mit Behinderung und Geflüchtete

Das Kunstmuseum Bayreuth will Menschen mit Behinderungen verstärkt den Zugang zu seinen Exponaten erleichtern. Dort kommt künftig eine neue Infostation zum Einsatz, an der sich mit Audio-Einspielungen, Gebärdenvideos, Tastkopien sowie Texten in Braille-Schrift und in Leichter Sprache auch Menschen mit Beeinträchtigungen selbstständig über das Kunstmuseum und seine Angebote informieren können.
Erfinder der ertastbaren Punktschrift ist der Franzose Louis Braille (1809-1852)

Die Station wird laut Mitteilung der Stadt Bayreuth am 18. Dezember vom bayerischen Kunst- und Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) und Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe (Bayreuther Gemeinschaft) offiziell in Betrieb genommen.

Die neue Infostation gehört zu einer umfassenden Strategie für inklusive Angebote, die im Rahmen des Pilotprojektes "barriereFREI" in dem Bayreuther Museum auf Basis des Erfahrungsaustausches mit anderen Kultureinrichtungen und gemeinsam mit Kompetenzpartnern entwickelt wurde. Das Haus besitzt bereits ein Führungsprogramm für Blinde, Sehbehinderte und Sehende und verfolgt schon seit Jahren inklusive Ansätze der Kunstvermittlung.

Darüber hinaus organisieren die Verantwortlichen des Museums Kunst- und Kulturangebote in verschiedenen Sprachen. Seit drei Jahren läuft in Bayreuth das Projekt "Bürger von hier, da und dort", das Menschen aus verschiedenen Regionen und Ländern zusammenbringen will. Dazu gehören etwa Führungen und Veranstaltungen zum Deutschlernen und zur Auseinandersetzung mit einer vielleicht neuen und fremden Kultur.

Eine Besonderheit ist das sogenannte "Speed Speaking", eine Art Frage- und Antwortspiel vor ausgewählten Bildern in den Ausstellungsräumen des Museums.

Eine Zielgruppe sind Geflüchtete, die auf diese Weise mit für sie unbekannten deutschsprachigen Menschen über einzelne Bilder der Ausstellung ins Gespräch kommen können. Dazu hilft ein Fragebogen mit Anregungen zum betrachteten Bild. Nach sechs Minuten wechseln Bild und Gesprächspartner. An einem solchen "Speed Speaking" soll auch Minister Sibler bei seinem Bayreuth-Besuch teilnehmen.

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